Wie kann die Holzbauquote beim Bauen erhöht werden?

Eine weitere Möglichkeit, die Holzbauquote zu steigern, ohne auf zusätzliche Importe oder Aufforstungen größerer Art angewiesen zu sein, besteht in der Substitution von derzeit für konstruktive Holzbauprodukte hauptsächlich eingesetztem Nadelholz durch Laubholz.

Mit Ausnahme von reinem Vollholz, für welches gerade, lange, gut trocknungsgeeignete Stammanteile benötigt werden, und von Nagelplattenbindern wird ein Einsatz von Laubholz bei jeder Holzbauweise in naher oder fernerer Zukunft für gut möglich gehalten. Zur Zeit stehen einem verstärkten Laubholzeinsatz noch teilweise fehlende baurechtliche Regelungen (wie beispielsweise Normen oder Zulassungen), teilweise anzupassende Technologie (wie beispielsweise Verklebungen oder für die in der Regel größeren Stammdurchmesser nicht immer geeignete Sägeanlagen) sowie vor allem der höhere Preis und das niedrigere Angebot entgegen.

Letztere sind einerseits durch das langsamere Wachstum begründet, nicht zuletzt jedoch auch durch die vorgenannten Punkte der rechtlichen Regelungen und der Technologieanpassungen, deren Kosten auf die Holzbau- bzw. Holzwerkstoffpreise aufgeschlagen werden. Für eine genauere Kostenuntersuchung besteht weiterer Forschungsbedarf, der sich auch auf mögliche Anreizbildungen für einen verstärkten Laubholzeinsatz ausdehnen könnte.

Steigerung Holzbauquote
Eine Steigerung der Holzbauquote ist sowohl beim neubau wie auch in der Gebäudesanierung möglich. Foto: holzbauwelt.de

Ökologischer Mehrwert durch Erhöhung der Holzbauquote?

Grundsätzlich zeigt sich, dass zur übergeordneten Frage, wie hoch der ökologische Mehrwert der Holzbauweise in Deutschland insgesamt ist, wie sich dieser erhöhen lässt und wie sich die ökonomischen Randbedingungen darstellen, zunächst die einzelnen Teilaspekte eindeutiger zu klären und anschließend zu verknüpfen sind. Dazu gehört zusammengefasst vor allem:

  • Ein einheitlicher Konsens bezüglich der Bewertung des Holzes am Ende seiner Lebensdauer bzw. der Kaskadennutzung innerhalb der Ökobilanz
  • Aussagen zum Potenzial der Holzbausteigerungsrate bei unterschiedlichen Waldnutzungsvarianten und Auswirkungen auf den Flächenbedarf
  • Analyse von Holzverwendung in verschiedenen Wirtschaftssektoren
  • Potenziale alternativer Bauweisen im Neubaubereich
  • Entwicklungspotenziale der Verwendungswege von Holz, insbesondere Konkurrenz zwischen energetischer und stofflicher
  • Integrale Sichtweise: Lebenszyklusbetrachtung unter Einbezug der Akteure entlang der Wertschöpfungskette
  • Erweiterte statistische Datengrundlage in Bezug auf unterschiedliche Laub- und Nadelwald-Holzarten sowie Information über zertifizierten Flächenanteil für Deutschland sowie mit dem Außenhandel den EU-Ländern.

Erst dann kann sich der potenzielle Beitrag der Holzbauweise bei unterschiedlichen örtlichen, nutzungsspezifischen und baulichen Rahmenbedingungen zur Gesamtbilanz des Klima- und Umweltschutzes in Deutschland unter realistischen Szenarien bemessen lassen.

Die Charta für Holz 2.0 zielt darauf ab, mehr Holz aus nachhaltiger Forstwirtschaft zu verwenden – zugunsten von Klimaschutz, Arbeitsplätzen und Wertschöpfung im ländlichen Raum sowie zur Schonung endlicher Ressourcen.

Quelle: Studie des Umweltbundesamtes von 2020

lebt in Stuttgart und betreibt als unabhängiger Holzhaus-Experte aus Leidenschaft verschiedene Blogs und das Portal holzbauwelt.de. Er informiert über Trends im Wohnungs- und Gewerbebau mit dem Baustoff Holz für Bauherren, Investoren, Planer im modernen Holzbau. E-Mail senden