Ökosysteme sind mehr als Kohlenstoffspeicher

Einerseits Ökosysteme erhalten und andererseits Kohlenstoffspeicher nutzen. Die EU verpflichtet sich, bis zum Jahr 2030 mindestens 55 Prozent ihrer klimaschädlichen Treibhausgase im Vergleich zum Jahr 1990 zu reduzieren, um 2050 schließlich klimaneutral zu werden. Die EU-Kommission plant aktuell, dass dieses Ziel auch den Landnutzungssektor (engl.: Land Use, Land-Use Change and Forestry, LULUCF) einschließen soll und hat dies auch in ihrem aktualisierten Beitrag zum Pariser Klimaschutzabkommen berücksichtigt.

Im Jahr 1990 betrug die Netto-Senke des LULUCF-Sektors in den 27 EU-Mitgliedsstaaten 275 Millionen Tonnen (Megatonnen, Mt) CO2 pro Jahr. Obwohl der Netto-Kohlenstoffaufbau durch Senken 2006 einen Höchststand von 355 Mt CO2 pro Jahr erreichte, ist er seither wieder auf 280 Mt CO2 pro Jahr im Jahr 2018 zurückgegangen – was in etwa dem Niveau von 1990 entspricht. Trotzdem könnten andere Sektoren im Jahr 2030 etwa 110 Millionen Tonnen CO2-Äquivalente mehr ausstoßen, gut zwei Prozent der EU-Emissionen von 1990, allein dadurch, dass die Senke ins Klimaziel einbezogen wird.

Die Bewirtschaftung von Wäldern, Acker- und Grünlandflächen hat Wirkung auf die Menge an Treibhausgasen in der Atmosphäre. Deshalb müssen diese Aktivitäten im Klimaschutzziel der EU berücksichtigt werden. Über das „wie“ streiten EU-Parlament und EU-Ministerrat zurzeit – doch es ist entscheidend dafür, ob das Klimaschutzziel insgesamt ambitionierter oder verwässert wird.

Kohlenstoffspeicher
Waldschutz ist Klimaschutz – Holz dient als Kohlenstoffspeicher.

Wälder nachhaltig bewirtschaften als CO2-Senke und Kohlenstoffspeicher

Denn durch die Nutzung von Naturräumen wie Wäldern, Mooren oder Grünflächen werden entweder Treibhausgase freigesetzt oder es können sogenannte natürliche Senken entstehen, die CO2 aus der Atmosphäre ziehen und als Kohlenstoff in Pflanzen und Boden speichern. Wälder schützen, aufforsten und nachhaltig bewirtschaften. Feuchtgebiete bewahren und wiederherstellen durch Vernässung von Acker- und Grünland. Diese und weitere Maßnahmen tragen dazu bei, die natürlichen Kohlenstoffspeicher in der EU auszubauen, damit diese ihre wichtigen Funktionen im Klimasystem wahrnehmen und bei der Anpassung an den Klimawandel helfen können. Sie helfen außerdem, Artenvielfalt zu sichern – ein zentrales Ziel der EU-Biodiversitätsstrategie.

In einer Kurzanalyse für Greenpeace Deutschland hat das Öko-Institut Optionen für ein Ziel für natürliche Senken für die Europäische Union erörtert. Die Studie analysiert neben der potenziellen CO2-Speicherung die Leistungen aber auch Konflikte, die ein Ausbau der Senken für die EU-Strategien zum Ausbau der erneuerbaren Energien, zur Anpassung an den Klimawandel sowie den Schutz der Biodiversität hat.

Klimaziel verschärfen und Ziel für Senken festlegen

Deshalb sollte einerseits das Klimaziel verschärft werden, um die Ziele der EU an denen des Pariser Klimaschutzabkommens auszurichten und andererseits ein separates Ziel für Senken festgelegt werden. Dieses soll helfen, Anreize zu setzen, natürliche Senken zu erhöhen aber auch durch Wiederherstellung und Schutz von Ökosystemen, deren Situation insgesamt zu verbessern. Zurzeit prüft die EU-Kommission ob die bisher geltenden Regeln für LULUCF, die die Integration nicht berücksichtigen, angepasst werden müssen.

Bereits bis zum Jahr 2030 könnten natürliche Senken in der EU jährlich 400 bis 600 Millionen Tonnen klimaschädliche Treibhausgasemissionen speichern. Als Rahmen dafür muss die EU rechtlich verbindliche, durchsetzbare, quantitatives nationale Ziele für den Aufbau und Schutz von Senken definieren. Nicht zuletzt braucht es genaue Regeln zur Bilanzierung und Berichterstattung sowie soziale und ökologische Nachhaltigkeitskriterien für die Senken.

Quelle: oeko.de

Bundes-Förderprogramm für Investitionen in die Holzwirtschaft

Wälder bedecken ein Drittel der Landesfläche Deutschlands. Sie sind wertvolle Ökosysteme, Kohlenstoffspeicher, Erholungsräume und bedeutende Rohstofflieferanten. Holz ist Deutschlands bedeutendster nachwachsender Rohstoff. Die Verwendung von Holz aus nachhaltiger Forstwirtschaft leistet einen wichtigen Beitrag zum Klimaschutz und der Schonung endlicher Ressourcen. Im Sektor Forst und Holz sind in Deutschland rund eine Million Menschen beschäftigt, die in 121.000 Unternehmen einen Umsatz von rund 180 Milliarden Euro erzielen und einen bedeutenden Beitrag zur Entwicklung ländlicher Räume leisten.

Die aus dem Klimawandel entstandenen Wirkfaktoren (längere Trockenzeiten, Umbau des Waldes, Entwicklung der Rohstoffpreise) sind durch die Forst- und Holzwirtschaft zu meistern. Das Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL) ist sich dieser enormen Herausforderungen bewusst, die es in unterschiedlichem Ausmaß von der Forst- und Holzwirtschaft zu bewältigen gilt.

Aus diesem Grund hat sich das BMEL zum Ziel gesetzt, unterstützende Maßnahmen im Wald- und Holzbereich anzubieten. Diese Förderung ist eingebettet in das Konjunktur- und Krisenbewältigungspaket der Bundesregierung und soll neben der Konjunkturbelebung positive Lenkungswirkung für die Modernisierung der Holzwirtschaft entfalten.

Die Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung (BLE) führt das Bundesprogramm im Auftrag des Bundesministeriums für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL) auf Grundlage der Richtlinie zur Förderung von Investitionen in der Holzwirtschaft durch.

Was wird gefördert?

Vor dem Hintergrund der aktuellen Herausforderungen des Sektors Forst und Holz zielt die Förderung auf eine beschleunigte Anpassung der Holzwirtschaft an die sich ändernde Rohstoffgrundlage, die Weiterentwicklung des Bauens mit Holz als wichtiges Marktsegment sowie die Überwindung der Strukturnachteile in der Holzwirtschaft. Die Förderung soll damit insbesondere zur Stabilisierung des Holzmarktes und dem Erhalt der Wettbewerbsfähigkeit des Sektors Forst und Holz beitragen.

Holzwirtschaft
Die BauBuche ist ein wichtiger Baustoff der Holzwirtschaft

Diese Zielsetzung wird durch eine Bezuschussung von gezielten Investitionen in folgenden Bereichen umgesetzt:

  • Investitionen in die werterhaltende beziehungsweise wertsteigernde Nutzung von durch Kalamitätsereignisse unplanmäßig anfallenden Rundholzmengen (Kalamitätsholz),
  • Investitionen zur vermehrten Nutzung von Laubholz und
  • Investitionen zum Ausbau der Nutzung von Holz als Baustoff.

Von der Förderung in diesen Bereichen sollen perspektivisch auch die Betriebe der Forstwirtschaft profitieren, die in der aktuellen Schadenssituation kaum wirtschaftliche Anreize für die Waldbewirtschaftung finden. Darüber hinaus soll die Förderung eine Lenkungswirkung in Bezug auf Digitalisierung, Ressourceneffizienz und Klimaschutz entfalten,

Beispielhafte Fördermöglichkeiten in unterschiedlichen Betrieben der Holzwirtschaft finden Sie hier:
Beispielhafte Fördermöglichkeiten

Wer wird gefördert?

Gefördert werden Unternehmen der Holzwirtschaft beziehungsweise Unternehmen, die mehr als 50 Prozent ihres jahresbezogenen Umsatzes durch unternehmerische Tätigkeit bspw. in der Produktion, dem Handel, Verarbeitung und/oder Reparatur von Holzprodukten erzielen. Dies umfasst beispielsweise Unternehmen der Sägeindustrie, Holzwerkstoffindustrie, Möbelindustrie, Holzpackmittelindustrie, Zimmereien, Holzbauunternehmen, Holz- und Zellstofferzeuger und den Holzgroßhandel.

Wie und bis wann können Anträge gestellt werden?

Die Förderung von Maßnahmen kann bis zum 30. April 2021 beantragt werden.

Die Antragstellung erfolgt über das elektronische Online-Antragssystem (easy-Online). Easy-Online ist ein barrierefreies Internet-Portal zum Ausfüllen und Ausdrucken der Antragsformulare für Fördermittel des Bundes.

Der Antragsteller beantragt die Förderung vor Beginn des Vorhabens über das elektronische Online-Antragssystem easy-Online und reicht anschließend den vollständig ausgefüllten und unterschriebenen Antrag im Original bei der BLE ein. Der Antrag ist erst mit dem schriftlichen Eingang in der BLE rechtsgültig gestellt.

Vorhabenbeginn und Bewilligungszeitraum

Es werden nur Vorhaben bewilligt, mit denen noch nicht begonnen worden ist. Nach Erhalt des Zuwendungsbescheides durch die BLE kann der Vorhabenbeginn erfolgen.

Eine komplette Übersicht des BMEL über das Bundesprogramm zur Förderung von Investitionen in der Holzwirtschaft erhalten Sie über den Link.

Nachhaltig Bauen und bezahlbares Wohnen vereinen

Nachhaltig bauen und gutes, bezahlbares Wohnen in Deutschland zu schaffen, war das Ziel, das man sich beim Wohnungsgipfel 2018 gesetzt hatte. Jetzt werden die Ergebnisse der Wohnraumoffensive von Bundeskanzlerin Angela Merkel und Bundesbauminister Horst Seehofer vorgestellt. Der Deutsche Säge- und Holzindustrie Bundesverband e.V. (DeSH) sieht den eingeschlagenen Weg als grundsätzlich richtig an, verweist jedoch auch auf die bisher ungenutzten Möglichkeiten. Der Verband appelliert an die Politik, die Verwendung von Holz als Baustoff als Chance für eine Wohnraumoffensive 2.0 zu sehen.

Nachhaltig Bauen und Wohnen gelingt mit dem Rohstoff Holz

Mit knapp 1,2 Mio. genehmigten Wohnungen ist das anvisierte Ziel des Wohnungsgipfels in greifbare Nähe gerückt. „Langwierige Planungs- und Genehmigungsverfahren durch die extreme Fülle von Vorschriften und Regularien sind jedoch nach wie vor ein zentrales Hemmnis für mehr Wohnraum. Die investiven Maßnahmen, wie das Baukindergeld und der Sonder-AfA für den Mietwohungsneubau laufen im Jahr 2021 bereits wieder aus. Für die langfristige Schaffung des benötigten Wohnraums ist daher eine Wohnraumoffensive 2.0 nötig, die ebenfalls ein breites Bündel von Maßnahmen beinhalten muss. Der DeSH setzt dabei darauf, dass Bauen und Wohnen nicht nur bezahlbar und nachhaltig, sondern auch klimafreundlich zu gestalten ist. Der Roh- und Baustoff Holz vereint dabei alle Ziele gleichermaßen“, erläutert Julia Möbus, DeSH-Geschäftsführerin.

Nachhaltig Bauen
Nachhaltig Bauen und Wohnen mit dem naturgesunden Baustoff Holz

Holz als nachhaltiger Baustoff für klimafreundliche Gebäude

Der Gebäudesektor ist verantwortlich für 30 Prozent der deutschen CO2-Emissionen, die durch einen verstärkten Einsatz von Holz reduziert werden können. „Klimaschutz fängt in den eigenen vier Wänden an. Doch zunächst müssen die Vorgaben für das Bauen mit Holz vereinfacht werden. In vielen Ländern sind bereits die Bauordnungen entsprechend angepasst und Holzbauoffensiven gestartet worden. Das hat zu einem deutlichen Aufschwung bei der Verwendung von Holz geführt. Einige Städte, wie Hamburg, Berlin und München, bauen nun ganze Stadtteile aus Holz. Dadurch wird CO2 langfristig im Holz gespeichert und CO2-intensive Materialien ersetzt, erklärt Möbus. Zudem sei es wichtig, dass die öffentliche Hand ein Vorreiter in Sachen Holzbau wird: „Bund, Länder und Kommunen sind Vorbilder und haben eine Vielzahl von Möglichkeiten, das Bauen mit Holz zu fördern und damit Klima- und Umweltschutz in bezahlbarem Wohnraum aktiv zu betreiben.“

Quelle: Deutsche Säge- und Holzindustrie Bundesverband e.V. (DeSH)

Technische Hochschule Rosenheim forscht für Wald- und Holzprojekt

Triple Wood – nachhaltige Holzbaukultur im Alpenraum

Triple Wood ist ein Projekt im Rahmen des EU-Förderprogramms „Alpine Region Preparatory Action Fund“ (ARPAF). Es hat sich die Förderung einer nachhaltigen Holzbaukultur in der EUSALP-Region zum Ziel gesetzt, die gleichermaßen soziale, ökologische und ökonomische Vorteile für den Alpenraum erbringt.

Die baden-württembergische Wirtschaftsministerin Dr. Nicole Hoffmeister-Kraut: „Das Bauen mit Holz ist für eine nachhaltige Baukultur in Baden-Württemberg unverzichtbar. Der kluge Einsatz erbringt einen ökologischen, ökonomischen und sozialen Mehrwert. Dadurch verbinden sich auch Handwerkstradition und Zukunftstechnologien auf innovative Art und Weise – gerade in Baden-Württemberg, dem Holzbaubundesland Nummer eins.“

Das Bauen mit Holz leistet auch deshalb einen Beitrag zur Standortqualität Baden-Württembergs, weil es zugleich zum Erreichen unserer Klimaschutzziele beiträgt. Die Verwendung von Holz beim Bauen wirkt somit in ökonomischer, ökologischer und sozialer Hinsicht – daher auch der Projektname: Triple Wood.

Triple Wood – Projekt zur Holzbaukultur im Alpenraum

Aktivitäten unterstützen das Programm Triple Wood

• Triple Wood besteht aus einer Ausstellung mit sieben mal sieben guten Beispielen aus den Alpenanrainerstaaten, die den Baustoff Holz klug zum Einsatz bringen – sei es für weit gespannte Brücken, den spektakulären 24-Geschosser, im sozialen Wohnungsbau oder für innovative Renovierungsansätze;

• Triple Wood besteht aus Seminaren zu den Themen Holzbau und Energieeffizienz, die für unerfahrene Interessenten ebenso geeignet sind wie für Planer mit Erfahrungen im Holzbau, die ihre Kenntnisse vertiefen und Teil eines regionalen Netzwerks werden möchten;

• Triple Wood besteht aus einer Road Show, die die Ausstellung, die Seminare und öffentliche Veranstaltungen an verschiedenen Orten in allen Partnerländern präsentiert;

• Triple Wood besteht aus einer Internetseite, die die Ausstellungsprojekte und die Veranstaltungstermine der Road Show zeigt und weitere Informationen zu verwandten Themen bereitstellt.

Mit der neuen Holzbauwelt die Zukunft im Schulneubau gestalten

Der Holzbau erlebt derzeit in ganz Mitteleuropa eine Renaissance und positioniert sich auch verstärkt als prägende Kraft in städtischen Räumen. Altbewährte Leichtbaumethoden mit Holz, lange auf Gebäude geringeren Umfangs beschränkt, treten hier auf der Grundlage moderner Forschung und Entwicklungen in ganz neuem Maßstab in Erscheinung.

Heute nutzen die besten Architekten unserer Zeit das Know-how, das Zimmerleute über Jahrhunderte entwickelt haben, um nachhaltige Gebäude aller Art und Größe entsprechend den spezifischen Anforderungen zu realisieren, die sich aktuell und für die Zukunft stellen. Für eine junge, auf den bewussten Umgang mit den Ressourcen gerichtete Generation von Bauherren und Architekten ist der Holzbau innerhalb weniger Jahrzehnte ein Mittel geworden, den Begriff einer zeitgemäßen und umweltverträglichen Architektur tatsächlich zu realisieren.

Holzbauwelt
Die neue Holzbauwelt: Schulneubau in der Holzmodulbauweise in Berlin. Foto: Kaufmann Bausysteme

Dem Holzbau sind heute kaum mehr Grenzen gesetzt, die zudem ständig neu definiert werden. In ganz Mitteleuropa wachsen heute mehrgeschossige Wohnbauten mit vielen hundert Wohnungen empor, werden umfangreiche Holzbauten für Industrie und Gewerbe, zukunftsfähige moderne Bürogebäude und Schulen aus Holz in Holzmodulbauweise erstellt. Sogar Hochhäuser entstehen mittlerweile mit dem nachwachsenden Rohstoff aus dem Wald. Bezüglich Sicherheit, Ästhetik und des Kosten-/Nutzen-Verhältnisses ist Bauen mit Holz konkurrenzfähig und eine gewinnbringende Investition für die Zukunft.

Biobasierte Materialien aus Holz gewinnen

Mit dem geplanten Zentrum für biobasierte Materialien (ZBM) in Waldkraiburg trägt die Technische Hochschule (TH) Rosenheim einmal mehr zur Ansiedelung von Forschungseinrichtungen außerhalb der Ballungsräume bei. „Hightech-Forschung gehört auch in ländliche Räume. Wir wollen von Öl auf Holz als Kunststoff-Material umsteigen.

CleanTech revolutioniert die Produktion und trägt zur Nachhaltigkeit bei. Mit der Hightech Agenda stellt Bayern elf Millionen Euro zum Start für das Zentrum für biobasierte Materialien bereit“, sagte Ministerpräsident Dr. Markus Söder. Prof. Dr. Heinrich Köster, Präsident der TH Rosenheim, betonte ebenfalls die Wichtigkeit des ZBMs: „Die Bildung ist die Wirtschaft von morgen“.

Das ZBM ist eine wissenschaftliche Einrichtung der TH Rosenheim. Den fachlichen Ausgangspunkt für das ZBM bildet die ganzheitliche, kaskadierende Nutzung des Rohstoffes Holz, wobei schwerpunktmäßig die chemische Holztechnologie, Recyclingtechnologien und die Gesamtheit der Holzkaskade im Sinne einer zirkulären Bioökonomie inkl. Themen der gesellschaftlichen Transformation, Wissensbildung zur holzbasierten Bioökonomie verfolgt wird.

Biobasierte Materialien
Wald als Lieferant für biobasierte Materialien

Biobasierte Materialien aus Holz sind die zukunftsfähigen Produkte von Morgen

Ziel dieses Zentrums ist die Technologieführerschaft im Bereich holzbasierter Materialinnovation. Mit dem ZBM wird die Wertschöpfungskette Holz – Fasern – Lignin – Materialanwendungen- Produktrecycling weitgehend vollständig geschlossen und in Lehre und Forschung abgebildet.

Lignin heißt der Stoff, aus dem Holz und Chemiker-Träume gemacht sind. In Fabrikanlagen wird das braune Pulver zusammen mit Cellulose und Zucker aus Buchenholzhackschnitzeln herausgelöst und dann chemisch weiterverarbeitet. Holz statt Erdöl, das klingt erst einmal sehr umweltfreundlich. Ein nachwachsender Rohstoff, von dem Deutschland eine Menge hat. Buchenholz, um genau zu sein, einen Festmeter braucht man für 100 Kilogramm Lignin – ein Stoff der mit seinen besonderen Eigenschaften dem Erdöl vielleicht bald Konkurrenz machen kann. 

Das ZBM versteht sich dabei als Innovationsvermittler zwischen Forschung und Industrie: Es arbeitet sowohl mit ortsansässigen wie auch überregionalen Unternehmen aus der Branche der Holzverarbeitung zusammen. Die TH Rosenheim hat für das Zentrum für biobasierte Materialien (ZBM) in Waldkraiburg eine Forschungsprofessur ausgeschrieben. Diese Position ist mit der Leitung des im Aufbau befindlichen ZBM verbunden und bietet die Möglichkeit, das Forschungsfeld biobasierter Materialien wesentlich zu gestalten.

Wie Deutschland bis 2050 klimaneutral wird

Deutschland will klimaneutral werden. Den globalen Temperaturanstieg auf deutlich unter zwei Grad Celsius und möglichst auf 1,5 Grad Celsius zu begrenzen, sieht das Klima-Abkommen von Paris vor. Landbasierte Klimaschutzmaßnahmen, vor allem Aufforstung, Wiederaufforstung und das Vermeiden von Entwaldung, können wesentlich dazu beitragen, dieses Ziel zu erreichen. Denn Bäume entziehen der Atmosphäre durch den Aufbau von Biomasse das Treibhausgas CO2 und bekämpfen dadurch die Erderwärmung.

Einer Studie zufolge von Prognos, Öko-Institut & Wuppertal Institut zeigt Wege zur Klimaneutralität im Auftrag von Agora Energiewende, Agora Verkehrswende & Stiftung Klimaneutralität. Eine Reduktion der Treibhausgase in Deutschland bis zum Jahr 2030 um 65 Prozent und Klimaneutralität bis 2050 sind machbar und technisch umsetzbar. Das zeigt erstmals die Studie „Klimaneutrales Deutschland“, deren Ergebnisse heute vorab vorgestellt wurden. Darin haben Prognos, Öko-Institut und Wuppertal Institut in verschiedenen Szenarien untersucht, mit welchen konkreten Maßnahmen Deutschland bis zum Jahr 2050 seine Treibhausgasemissionen auf null senken kann.

klimaneutral
Klimaneutral Bauen in Deutschland mit dem nachwachsenden Baustoff Holz. Foto holzbauwelt.de

Ziel des im November 2019 verabschiedeten Klimaschutzgesetzes ist es, dass Deutschland bis zum Jahr 2050 treibhausgasneutral wird. Die von Prognos, Öko-Institut und Wuppertal Institut erstellte Studie „Klimaneutrales Deutschland“ zeigt erstmals, wie Deutschland dieses Ziel erreichen kann. Klimaneutral bedeutet dabei, dass die Treibhausgasemissionen in allen Bereichen vollständig oder fast vollständig vermieden werden. Insbesondere in der Landwirtschaft – aber auch in einzelnen industriellen Prozessen – verbleiben auch im Jahr 2050 noch Restemissionen. Diese residualen Emissionen werden durch die gezielte CO2-Entnahme aus der Atmosphäre und Speicherung als sogenannte „negative Emissionen“ ausgeglichen. In der Summe wird Deutschland so klimaneutral.

Klimaneutral Bauen sorgt für die Reduzierung der Erderwärmung

Laut der Studie entstehen Im Gebäudesektor die Emissionen hauptsächlich bei der Erzeugung von Raumwärme und Warmwasser. In den betrachteten Szenarien steigt die jährliche Sanierungsrate im Vergleich zu heute um etwa 50 Prozent auf rund 1,6 Prozent. Gleichzeitig wird die Qualität (Sanierungstiefe) der eingesetzten Bauteile gesteigert. Der Verbrauch für Raumwärme und Warmwasser verringert sich im Szenario bis 2050 um 36 Prozent gegenüber 2018. Die verbleibende Wärme wird weitestgehend CO2-neutral erzeugt. Die Zahl der Wärmepumpen erhöht sich von aktuell rund einer Million auf sechs Millionen in 2030 und auf 14 Millionen im Jahr 2050. In urbanen Gebieten steigt die Bedeutung der Wärmenetze stark an; die Nachfrage nach Fernwärme verdoppelt sich im Zeitraum 2018 bis 2050. Weitere Informationen zum klimaneutralen Bauen mit Holz finden Sie mit dem Link.

Nachhaltiges Bauen im Gebäudesektor hat viele Dimensionen

Woher stammt der Begriff „nachhaltiges Bauen“ und wie ist dieser einzuordnen? Ein Leitfaden zum nachhaltigen Bauen gibt Orientierungshilfe.

Anknüpfend an die Beschlüsse der Konferenz von Rio de Janeiro im Jahr 1992 hat die Bundesregierung im April 2002 die nationale Nachhaltigkeitsstrategie unter dem Titel „Perspektiven für Deutschland“ verabschiedet. Neben Maßnahmen und Projekten enthält die Strategie politische Leitlinien einer nachhaltigen Entwicklung. Die Fortschritte werden anhand von aktuell 21 Indika­toren und Zielen kontinuierlich erfasst und bewertet

Nachhaltiges Bauen bedeutet auch, die zur Verfügung stehenden natürlichen Ressourcen bestmöglich unter den Gesichtspunkten von schonender Entnahme, effizientem Einsatz und Vermeidung von Umweltbelastungen zu verwenden. Mit Verabschiedung des Deutschen Ressourceneffizienzprogramms 2012 und dessen Fortschreibung wurde seitens der Bundesregierung ein weiterer wichtiger Schritt in Richtung eines ganzheitlichen und zukunftsorientierten Handelns unternommen.

Nachhaltiges Bauen bezieht sich auf Ökobilanzierung und Lebenszyklusanalyse

Im Hinblick auf den Gebäudesektor soll „Nachhaltigkeit von Gebäuden vermehrt über den Lebenszyklus durch Einbeziehung ökologischer, ökonomischer wie auch sozialer Aspekte transparent, messbar und überprüfbar ausgewiesen werden – bei gleichzeitiger Beachtung der städtebaulichen, gestalterischen, technischen und funktionalen Qualität. Die Beurteilung soll sich dabei auf wissenschaftlich anerkannte Methoden der Ökobilanzierung und Lebenszykluskostenrechnung stützen“.

Nachhaltiges Bauen
Nachhaltiges Bauen mit Holz. Foto: Fullwood Wohnblockhaus

Der Leitfaden Nachhaltiges Bauen baut auf folgenden Überlegungen auf:

  • Die Berücksichtigung von Prinzipien einer nachhaltigen Entwicklung wird zum integralen Bestandteil aller Planungs- und Entscheidungsprozesse über den Lebenszyklus einer Immobilie. Dies schließt die Formulierung von Zielen sowie die Überprüfung und Bewertung der Zielerreichung mit ein.
  • Zur Unterstützung der Akteure stehen abhängig vom Arbeits-, Verantwortungs- und Einflussbereich und von der Lebenszyklusphase spezifische Anforderungen, Vorgehensweisen und Hilfsmittel zur Verfügung.
  • Dabei sind die Komplexität des Planens, Bauens und Betreibens im Allgemeinen sowie der in die üblichen Entscheidungsprozesse eingebetteten Nachhaltigkeitsbewertung zu berücksichtigen. Gleichzeitig sind handhabbare Lösungen mit einem angemessenen Aufwand an Kosten und Zeit zu entwickeln.

Dimensionen und Prinzipen nachhaltiges Bauen:

  • Bei der ökologischen Dimension der Nachhaltigkeit wird als ein primäres Schutzziel die Ressourcenschonung durch einen optimierten Einsatz von Baumaterialien und Bauprodukten, eine geringe Flächeninanspruchnahme, die Erhaltung und Förderung der Biodiversität sowie eine Minimierung des Energie- und Wasserverbrauchs angestrebt.
  • Bei der ökonomischen Dimension der Nachhaltigkeit werden über die Anschaffungs- beziehungsweise Errichtungskosten hinausgehend insbesondere die Baufolgekosten betrachtet. Im Fokus stehen demnach die gebäudebezogenen Lebenszykluskosten, die Wirtschaftlichkeit und die Wertstabilität.
  • Der sozialen und kulturellen Dimension werden Schutzziele zugeordnet, die sowohl die soziale und kulturelle Identität als auch das Wertempfinden des Menschen beeinflussen.

Quelle: https://www.nachhaltigesbauen.de/

Zurück