Holzbaupreis Bayern 2022 für hervorragende Bauprojekte

Der renommierte Holzbaupreis Bayern wird wieder ausgelobt. Der Holzbaupreis prämiert den innovativen, hochwertigen und nachhaltigen Einsatz von Holz in Bauwerken. Maßgebliche Voraussetzung ist die vorwiegende Verwendung von Holz in technisch einwandfreier Konstruktion und Ausführung. Vom 10. Oktober bis 18. November 2022 können sich Architekten, Ingenieure und Fachplaner mit ihren Projekten bewerben.

Die mögliche Bandbreite der Projekte reicht vom Neubau bis hin zu Nachverdichtung und Modernisierung von Einzelgebäuden und Gebäudegruppen. Darüber hinaus können herausragende Ingenieurbauwerke und landwirtschaftliche Gebäude prämiert werden.

Holzbaupreis Bayern – bis 18. November 2022 Projekte einreichen

Die Wettbewerbsbeiträge müssen in Bayern errichtet und im Zeitraum 01.09.2018 bis 18.11.2022 fertiggestellt und in Betrieb genommen worden sein. Der Holzbaupreis Bayern ist mit einem Preisgeld von insgesamt 30.000 € dotiert und wird im Frühjahr 2023 von der Bayerischen Forstministerin Michaela Kaniber in feierlichem Rahmen verliehen.

Holzbaupreis Bayern
Holzbaupreis Bayern wird wieder vergeben. Kapelle Oberbechingen, Architektur Frank Lattke; Foto: Eckhart Matthäus © Siegfried und Elfriede Denzel Stiftung

Der Holzbaupreis Bayern wird gemeinschaftlich vom Bayerischen Staatsministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten und proHolz Bayern ausgelobt. Der alle vier Jahre stattfindende Wettbewerb wird mit der Unterstützung der Bayerischen Architektenkammer, der Bayerischen Ingenieurekammer-Bau und dem Landesbeirat Holz Bayern präsentiert.

Machen Sie mit beim Holzbaupreis Bayern. Wir freuen uns auf Ihre Bewerbung! Weitere Informationen zur Einreichung finden Sie unter: www.holzbaupreis.bayern

Neue EU-Waldstrategie für 2030

Die Wälder sind für unsere Gesundheit und unser Wohlergehen sowie für die Gesundheit unseres Planeten unverzichtbar. Sie sind reich an biologischer Vielfalt und spielen eine wichtige Rolle bei der Bekämpfung des Klimawandels.

Die neue EU-Waldstrategie für 2030 ist eine der Leitinitiativen des europäischen Grünen Deals und baut auf der EU-Biodiversitätsstrategie für 2030 auf. Die Strategie wird dazu beitragen, die Biodiversitätsziele der EU sowie das Ziel der Reduzierung der Treibhausgasemissionen um mindestens 55 % bis 2030 und der Klimaneutralität bis 2050 zu erreichen. Sie erkennt die zentrale und multifunktionale Rolle der Wälder sowie den Beitrag der Förster und der gesamten forstbasierten Wertschöpfungskette zur Erreichung einer nachhaltigen und klimaneutralen Wirtschaft bis 2050 und zum Erhalt lebendiger und wohlhabender ländlicher Gebiete an.

Ziele der EU-Waldstrategie 2030

Die Strategie legt eine Vision und konkrete Maßnahmen fest, um die Quantität und Qualität der Wälder in der EU zu verbessern und ihren Schutz, ihre Wiederherstellung und ihre Resilienz zu stärken. Sie zielt darauf ab, die europäischen Wälder an die neuen Bedingungen, die Wetterextreme und die große Unsicherheit, die der Klimawandel mit sich bringt, anzupassen. Dies ist eine Voraussetzung dafür, dass die Wälder weiterhin ihre sozioökonomischen Funktionen erfüllen und lebendige ländliche Gebiete mit einer florierenden Bevölkerung gewährleisten können.

EU-Waldstrategie 2030
Die EU-Waldstrategie 2030 soll die Wälder in der EU stärken und durch eine nachhaltige Waldbewirtschaftung zum Klimaschutz beitragen.

Die neue EU-Waldstrategie wird die sozioökonomischen Funktionen der Wälder für florierende ländliche Gebiete und die Förderung der forstbasierten Bioökonomie innerhalb der Grenzen der Nachhaltigkeit unterstützen. Sie wird auch die Wälder der EU schützen, wiederherstellen und vergrößern, um den Klimawandel zu bekämpfen, den Verlust der biologischen Vielfalt umzukehren und resiliente und multifunktionale Waldökosysteme zu gewährleisten, und zwar durch

  • Förderung der nachhaltigen Waldbioökonomie für langlebige Holzprodukte
  • Sicherstellung der nachhaltigen Nutzung holzbasierter Ressourcen für Bioenergie
  • Förderung der holzfreien forstbasierten Bioökonomie, einschließlich Ökotourismus
  • Entwicklung von Fähigkeiten und Befähigung der Menschen für eine nachhaltige forstbasierte Bioökonomie
  • Schutz der letzten verbleibenden Primär- und Altwälder in der EU
  • Sicherstellung der Wiederherstellung von Wäldern und verstärkte nachhaltige Waldbewirtschaftung für die Klimaanpassung und die Resilienz der Wälder
  • Wiederaufforstung artenreicher Wälder, u. a. durch die Anpflanzung von 3 Milliarden zusätzlichen Bäumen bis 2030
  • finanzielle Anreize für Waldbesitzer und -bewirtschafter zur Verbesserung der Quantität und Qualität der EU-Wälder

Die Strategie konzentriert sich auch auf

  • strategisches Waldmonitoring, Berichterstattung und Datenerhebung
  • die Entwicklung einer starken Forschungs- und Innovationsagenda zur Verbesserung unseres Wissens über Wälder
  • Umsetzung eines integrativen und kohärenten EU-Rahmens für die Waldbewirtschaftung
  • verstärkte Umsetzung und Durchsetzung des vorhandenen EU-Besitzstands.

Wir bauen auf heimisches Holz e.V.

Zur Stärkung der Wertschöpfung in der Region Südost-Oberbayern gründeten Zimmereien und Holzbaubetriebe, Sägewerke, Weiterverarbeiter, Architekten, Zimmerer-Innungen, die Cluster-Initiative Forst und Holz Bayern, die Bayerischen Staatsforsten sowie private Waldbesitzer am 22. Juli 2022 in der Gemeinde Ainring unter der Schirmherrschaft der Bayerischen Forstministerin Michaela Kaniber den Verein „Wir bauen auf heimisches Holz e.V.“.

Die Zielsetzung ist, dass das heimische Holz über die gesamte Wertschöpfungskette – also vom Wald über die Sägewerke und Weiterverarbeiter bis zu den Zimmereien – auf kurzen Wegen in der Region zur Bearbeitung verbleibt, und dass man auch private und öffentliche Bauherren für das heimische Holz begeistert.

Heimisches Holz braucht einen besonderen Stellenwert

Weltweit sind Lieferketten in praktisch allen Branchen gestört. Dies merkt man auch in der bayerischen Forst- und Holzwirtschaft. Aktuell besinnt sich Südostoberbayern wieder auf eine Stärkung der Wertschöpfung in der Region. Dafür wurde am 22. Juli 2022 in der Gemeinde Ainring unter der Schirmherrschaft der Bayerischen Forstministerin Michaela Kaniber der Verein „Wir bauen auf heimisches Holz e.V.“ gegründet.

heimisches Holz
Zur Stärkung der Wertschöpfung in der Region Südost-Oberbayern wurde der Verein „Wir bauen auf heimisches Holz e.V. “ gegründet. Bild: bayerische Cluster-Initiative Forst und Holz

In den letzten Jahren war es durchaus Praxis, dass sich Holzbaubetriebe beim Holzhandel mit Schnittholz-Produkten von internationalen Herstellern bedienten. Dies führte unter anderem dazu, dass im Jahr 2021 mit globalen extremen Holzpreisen sehr viel Schnittholz nach Nordamerika exportiert wurde und es zumindest teilweise zu einer Knappheit kam. Laut Herbert Koch, Holzbauunternehmer aus Ainring, gibt es aber noch kleinere familiengeführte Sägewerke in der Region. Diese gilt es nun verstärkt in die Wertschöpfung einzubauen und teilweise braucht es auch in den Sägewerken neue Investitionen in Kapazitäten und Holztrocknung.

Die damit verbundene stärkere Rundholznachfrage sowohl bei den Waldbesitzern und Waldbesitzervereinigungen als auch den Bayerischen Staatsforsten in der Region stärkt wiederum deren Marktposition. Am Ende sieht man auch eine zunehmend stärkere Nachfrage bei den Endkunden: Sei es die Realisierung von Holzbauten im privaten Bereich, die Planung der Architekten oder die Umsetzung der Gemeinden in der Region.

Neue Wertschöpfungskette „Wir bauen auf heimisches Holz e.V.“ gegründet

Deshalb hat die Bayerische Staatsministerin für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten, Frau Michaela Kaniber, im Jahr 2021 in einem Pilotprojekt unter der Führung der bayerischen Cluster-Initiative für Forst und Holz diese Wertschöpfungskette in der Region zusammenführen lassen. Der Zuspruch innerhalb der heimischen Forst- und Holzwirtschaft ist hoch, so dass am 22. Juli 2022 der Verein „Wir bauen auf heimisches Holz e.V.“ gegründet wurde.

Bei der Vereinsgründung betont Michaela Kaniber nicht nur die Vorteile von Holzbau im Klimaschutz: Jeder verbaute Festmeter Holz bindet 1 t CO2. Sie sieht auch die Wichtigkeit einer beständigen Waldpflege, um unsere Wälder vermehrt klimatauglich zu machen. Dazu sollen stärker Laubhölzer eingebracht und die Bestände verjüngt werden. Aktuelle Diskussionen, eine Unterschutzstellung von größeren Waldflächen sieht die Ministerin kritisch: „Wir können in Bayern auf gleicher Fläche schützen und nutzen. Damit garantieren wir die Versorgung mit dem heimischen nachhaltigen Rohstoff Nummer eins. Und wir können gleichzeitig Biodiversität und die Stabilität unserer Wälder stärken“.

Ziel des Vereins ist nun die Kommunikation bei den Endverbrauchern, die Initiierung von Projekten und die Gewinnung weiterer Betriebe aus der Branche. Aktuell gibt es 19 Gründungsmitglieder der Forst-Holz-Kette darunter auch Bürgermeister und Architekten sowie weitere ca. 40 Mitgliedszusagen. Bis Herbst 2022 will man eine eigene Website und Kommunikationsmaterial aufbauen. Auch Bürgermeister Öttl aus der Gemeinde Ainring sieht in der Regionalität im Holzbau Potenziale: „Wir haben den Rohstoff vor der Haustür und betreiben damit aktiven Klimaschutz. Und wir stärken unsere Familien geführten Betriebe und den ländlichen Raum Bayerns“.

Zwischen Klimakrise und Kreislaufwirtschaft

Die Klimakrise hat die Wälder mit Hitze, Dürren, Stürmen und Insekten vor große Herausforderungen gestellt. Das belegt auch der aktuelle „Kennzahlenbericht 2021 Forst & Holz“. Wie die Gegenüberstellung der Jahre 2017 und 2019 im Bericht zeigt, gab es teilweise gravierende Veränderungen.

Der Anteil von Kalamitätsholz am Gesamtholzeinschlag hat sich verdreifacht, ebenso wie die Nadelrohholzausfuhren, berichtet das Thünen-Institut. Die große Menge an Kalamitätsholz, das schnell geerntet und verarbeitet werden musste, hat unter anderem dazu geführt, dass die Holzproduktespeicherwirkung anstieg, während die Waldspeicherwirkung gesunken ist.

Nach wie vor besteht jedoch weiteres Potenzial bei der Steigerung der Speicherwirkung von Kohlenstoff in Holzprodukten, insbesondere durch einen mehrfachen stofflichen Einsatz im Sinne der Kreislaufwirtschaft.

Kreislaufwirtschaft
Holz und Holzprodukte sollen länger als bisher genutzt und effizient wiederverwertet werden im Sinne der Kreislaufwirtschaft.

Die Klimakrise und der große Druck auf natürliche Ressourcen stellen den Cluster Forst & Holz kontinuierlich vor Herausforderungen“, so Dr.-Ing. Andreas Schütte, Geschäftsführer der Fachagentur Nachwachsende Rohstoffe e. V. (FNR). „Mit dem Dialogprozess der Charta für Holz 2.0 bietet das Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft Akteuren aus Politik, Wirtschaft, Wissenschaft und Zivilgesellschaft eine Plattform, um diese Herausforderungen anzugehen und gemeinsam Lösungsansätze zu entwickeln“, betont Schütte.

Der „Kennzahlenbericht 2021 Forst & Holz“ ist Bestandteil der durch das Thünen-Institut durchgeführten Evaluation der Charta für Holz 2.0. Anhand von 15 definierten Kennzahlen werden Trends und Entwicklungen im Cluster Forst & Holz dargestellt. So können Wechselwirkungen erkannt und der Handlungsbedarf im Charta-Dialogprozess fortlaufend angepasst werden.

Klimaschutz
Der Wald sorgt durch die Photosynthese für die Entstehung von Holz und dient als CO2-Speicher und Kohlenstoffsenke dem Klimaschutz. Foto Holzbauwelt.de

Der Kennzahlenbericht steht zum Download (https://www.charta-fuer-holz.de/fileadmin/charta-fuer-holz/dateien/service/mediathek/Web_Kennzahlenbericht_2021.pdf) auf der Webseite der Charta für Holz zur Verfügung. Auch die Grafiken (https://www.charta-fuer-holz.de/charta-service/grafiken-uebersicht) sind dort online abrufbar. Die Print-Broschüre ist über die Mediathek der FNR beziehbar: https://mediathek.fnr.de/charta-fur-holz-2-0-kennzahlenbericht-2021-forst-holz.html.

Hintergrund:
Die Charta für Holz 2.0 bildet den Rahmen für einen umfangreichen Dialogprozess, der den verstärkten Einsatz von Holz aus nachhaltiger Forstwirtschaft als Beitrag zum Klimaschutz, zur Ressourcenschonung und der Stärkung der ländlichen Räume thematisiert.

Die FNR ist als Projektträger des BMEL für das Förderprogramm Nachwachsende Rohstoffe (FPNR) und für den von BMEL und BMU gemeinsam getragenen Waldklimafonds (WKF) aktiv. Sie unterstützt außerdem das BMEL bei der Organisation und Durchführung aller Aktivitäten im Rahmen der Charta für Holz 2.0.

Wie kann die Holzbauquote beim Bauen erhöht werden?

Eine weitere Möglichkeit, die Holzbauquote zu steigern, ohne auf zusätzliche Importe oder Aufforstungen größerer Art angewiesen zu sein, besteht in der Substitution von derzeit für konstruktive Holzbauprodukte hauptsächlich eingesetztem Nadelholz durch Laubholz.

Mit Ausnahme von reinem Vollholz, für welches gerade, lange, gut trocknungsgeeignete Stammanteile benötigt werden, und von Nagelplattenbindern wird ein Einsatz von Laubholz bei jeder Holzbauweise in naher oder fernerer Zukunft für gut möglich gehalten. Zur Zeit stehen einem verstärkten Laubholzeinsatz noch teilweise fehlende baurechtliche Regelungen (wie beispielsweise Normen oder Zulassungen), teilweise anzupassende Technologie (wie beispielsweise Verklebungen oder für die in der Regel größeren Stammdurchmesser nicht immer geeignete Sägeanlagen) sowie vor allem der höhere Preis und das niedrigere Angebot entgegen.

Letztere sind einerseits durch das langsamere Wachstum begründet, nicht zuletzt jedoch auch durch die vorgenannten Punkte der rechtlichen Regelungen und der Technologieanpassungen, deren Kosten auf die Holzbau- bzw. Holzwerkstoffpreise aufgeschlagen werden. Für eine genauere Kostenuntersuchung besteht weiterer Forschungsbedarf, der sich auch auf mögliche Anreizbildungen für einen verstärkten Laubholzeinsatz ausdehnen könnte.

Steigerung Holzbauquote
Eine Steigerung der Holzbauquote ist sowohl beim neubau wie auch in der Gebäudesanierung möglich. Foto: holzbauwelt.de

Ökologischer Mehrwert durch Erhöhung der Holzbauquote?

Grundsätzlich zeigt sich, dass zur übergeordneten Frage, wie hoch der ökologische Mehrwert der Holzbauweise in Deutschland insgesamt ist, wie sich dieser erhöhen lässt und wie sich die ökonomischen Randbedingungen darstellen, zunächst die einzelnen Teilaspekte eindeutiger zu klären und anschließend zu verknüpfen sind. Dazu gehört zusammengefasst vor allem:

  • Ein einheitlicher Konsens bezüglich der Bewertung des Holzes am Ende seiner Lebensdauer bzw. der Kaskadennutzung innerhalb der Ökobilanz
  • Aussagen zum Potenzial der Holzbausteigerungsrate bei unterschiedlichen Waldnutzungsvarianten und Auswirkungen auf den Flächenbedarf
  • Analyse von Holzverwendung in verschiedenen Wirtschaftssektoren
  • Potenziale alternativer Bauweisen im Neubaubereich
  • Entwicklungspotenziale der Verwendungswege von Holz, insbesondere Konkurrenz zwischen energetischer und stofflicher
  • Integrale Sichtweise: Lebenszyklusbetrachtung unter Einbezug der Akteure entlang der Wertschöpfungskette
  • Erweiterte statistische Datengrundlage in Bezug auf unterschiedliche Laub- und Nadelwald-Holzarten sowie Information über zertifizierten Flächenanteil für Deutschland sowie mit dem Außenhandel den EU-Ländern.

Erst dann kann sich der potenzielle Beitrag der Holzbauweise bei unterschiedlichen örtlichen, nutzungsspezifischen und baulichen Rahmenbedingungen zur Gesamtbilanz des Klima- und Umweltschutzes in Deutschland unter realistischen Szenarien bemessen lassen.

Die Charta für Holz 2.0 zielt darauf ab, mehr Holz aus nachhaltiger Forstwirtschaft zu verwenden – zugunsten von Klimaschutz, Arbeitsplätzen und Wertschöpfung im ländlichen Raum sowie zur Schonung endlicher Ressourcen.

Quelle: Studie des Umweltbundesamtes von 2020

Holzwerkstoffe wie Konstruktionsvollholz, Balkenschichtholz, Brettsperrholz oder Brettschichtholz eigenen sich hervorragend für den vorelementierten mehrgeschossigen Holzbau.

Konstruktionshölzer und Holzfaser-Dämmstoffe werden bevorzugt in der Holzrahmen- oder Holzständerbauweise für Wände und Decken beim Holz-Fertighausbau verwendet.

 

Umfrage zur Verfügbarkeit von Holz

Mit einer Umfrage hat der Deutsche Säge- und Holzindustrie Bundesverband e.V. (DeSH) seine Mitgliedsbetriebe über die aktuellen und zu erwartenden Auswirkungen des Krieges in der Ukraine auf die Verfügbarkeit von Holz, Logistik, Strompreise und die Entwicklung der Bautätigkeit befragt. Die Ergebnisse zeigen, dass die Branche vor allem von den steigenden Kosten für Energie und fehlenden Transportkapazitäten betroffen ist, aufgrund der effizienten Verarbeitung des regionalen Rohstoffs Holz aber zuverlässig Produkte für den heimischen Markt bereitstellen kann.

Der Krieg Russlands gegen die Ukraine und die wirtschaftlichen Sanktionen haben zunehmend Auswirkungen auf die deutsche Wirtschaft. Die aktuelle Umfrage des DeSH unter seinen Mitgliedsbetrieben zeigt, dass die Säge- und Holzindustrie ihre Produktion von Holzprodukten auf Basis heimischer Ressourcen weitgehend aufrechterhalten kann, sich die gestiegenen Kosten für Energie und fehlende Transportkapazitäten aber auch hier deutlicher bemerkbar machen. „Die Säge-und Holzindustrie verarbeitet ihr Holz aus regionalen Quellen in direktem Umfeld zum jeweiligen Standort. Diese Unabhängigkeit von Importen und langen Transportwegen nimmt in dieser Situation für Klimaschutz und heimische Wertschöpfung eine Schlüsselrolle ein. Denn über die Verfügbarkeit und Verwendung von Holz wird hier vor Ort entschieden“, erklärt DeSH-Hauptgeschäftsführer Lars Schmidt. „Das ist für die Politik Privileg und Verantwortung zugleich. Denn um diese Möglichkeit zu erhalten, ist die aktive Verwendung von Laub- und Nadelholz aus heimischen Wäldern die Grundlage.“

Verfügbarkeit Holz
Die Verfügbarkeit der Ressource Holz ist entscheidend für das klimaneutrale Bauen mit holz. Foto: Holzbauwelt.de

Auswirkungen bei Energie und Logistik

„Trotzdem beeinflussen die weitreichenden Logistikengpässe auch die Säge- und Holzindustrie. Insbesondere der Mangel an LKW-Fahrern, steigende Frachtraten und fehlende Kapazitäten betreffen mehr als 40 Prozent der befragten Unternehmen. Gleichzeitig sind auch die Energiepreise stark gestiegen. Über die Hälfte der befragten Unternehmen gibt an, dass die Kosten für Strom um über 20 Prozent zugelegt haben. „Das trifft natürlich die gesamte Industrie und hat bei der Produktion von energieintensiven Materialien, wie Glas oder Stahl unmittelbare Auswirkungen“, so Schmidt weiter. „Während neben steigenden Produktionskosten die Verfügbarkeit baunaher Produkte, wie Stahl, zurzeit für Unsicherheit sorgt, zeigt sich der Markt für Bauholz aus Deutschland dagegen weitgehend robust.“

Holz schafft Unabhängigkeit und Sicherheit

Auswirkungen auf die Bautätigkeit werden auch von den Befragten erwartet. So wird in Deutschland mit einem Rückgang um rund 15 Prozent gerechnet. Neben unsicheren Rahmenbedingungen sind die fehlende Verfügbarkeit von Vorprodukten, Maschinen, Rohren und Fachkräften entscheidend. Vor diesem Hintergrund schaffen heimische Ressourcen Sicherheit: „Die Säge- und Holzindustrie ist verlässlicher Partner der Bauwirtschaft und Holz ein zukunftsweisendes Material. Seine Bereitstellung durch aktive Waldbewirtschaftung, die Verarbeitung in regionalen Wertschöpfungsketten und der Einsatz im Bauwesen zeigen, dass die Unabhängigkeit und Nachhaltigkeit unserer Wirtschaft auch in Krisenzeiten sichergestellt werden kann“, betont Schmidt abschließend.

 

Kompaktkurs: Schnittholzsortierung nach DIN 4074-1

Die visuelle Schnittholzsortierung in der Holzindustrie ist besonders wichtig, da in Deutschland die Nachfrage nach Holz für bauliche Zwecke immer größer wird. Um einen Einsatz des Holzes für tragende Zwecke zu gewährleisten, ist die visuelle Sortierung des getrockneten Schnittholzes nach DIN 4074-1 notwendig. Hierzu bedarf es geschulter Personen in einem Betrieb.

Der Kompaktkurs des Fraunhofer Instituts vermittelt die wesentlichen theoretischen und praktischen Grundlagen für die visuelle Schnittholzsortierung und wird in Deutschland offiziell von den akkreditierten Stellen anerkannt. Theorie- und Praxisinhalte sind eng aufeinander abgestimmt. Die praktischen Übungen finden in den Laboren des Fraunhofer WKI statt.

Schnittholzsortierung
Kompaktkurs zur Schnittholzsortierung nach DIN 4074-1 vom Fraunhofer Institut: Bild: Fraunhofer WKI

Schulungsinhalte:

  • Holzphysik und Besonderheiten von Holz.
  • Gesetzeslage für visuell sortiertes Schnittholz.
  • Holztrocknung.
  • Sortierung (Theorie und Praxis).

Zielgruppe:

  • Technische Leitung und Fachkräfte.

Branchen:

  • Holzindustrie, insbesondere stationäre und mobile Sägewerke.

Veranstaltungsort:

Fraunhofer-Institut für Holzforschung
– Wilhelm-Klauditz-Institut WKI –
Bienroder Weg 54 E
38108 Braunschweig

Bei Bedarf kann das Seminar alternativ online durchgeführt werden. Die Praxisinhalte werden dann anhand von Beispielen erläutert.

Abschluss: Die Prüf-, Überwachungs- und Zertifizierungsstelle (PÜZ) des Fraunhofer WKI erkennt diese Schulung im Rahmen ihrer Fremdüberwachung und Zertifizierung für Produkte nach DIN EN 14081 an. Außerdem wird diese Schulung im Schwerpunktkurs »Kleben im Holzbau« des Fraunhofer WKI anerkannt.

Dauer: 1 Tag (mit Teilnahmebestätigung).

Sprache: Deutsch.

Teilnehmerzahl: Mindestens 5 Personen, max. 15 Personen.

Nächster Kompaktkurs am 20. April 2022 / Weitere Termine in 2022 auf Anfrage bei der WKI Akademie des Franhofer Institutes!

Schulungsgebühr: 500 Euro pro Person (exkl. MwSt.). Enthalten sind Mittagessen und Getränke sowie Kursunterlagen.

Die WKI | AKADEMIE® ist die Weiterbildungseinrichtung des Fraunhofer WKI. Sie bietet Schwerpunktkurse und Kompaktkurse für Mitarbeitende der holzver- und -bearbeitenden Industrie sowie Studierende des Bauingenieurwesens. Daneben umfasst das Portfolio On-Demand-Schulungen zu »Formaldehyd-Prüfmethoden« und gezielten Fragestellungen aus der Industrie.

Durch stete Weiterentwicklung ihrer Kurse und die ausgewogene Gliederung in Theorie- und Praxiseinheiten spricht die WKI | AKADEMIE® einen breiten Teilnehmer- und Interessentenkreis aus der Holzwerkstoff- und Fertighausindustrie sowie aus Holzleimbau- und Sanierungsbetrieben an. Sie schafft damit nicht zuletzt auch eine Grundlage zum fachlichen und interdisziplinären Austausch zwischen allen Beteiligten.

Die Anmeldung erfolgt direkt über die Fraunhofer Webseite.

Charta für Holz 2.0 für mehr Holzeinsatz

Die Charta für Holz 2.0 zielt darauf ab, mehr Holz aus nachhaltiger Forstwirtschaft zu verwenden – zugunsten von Klimaschutz, Arbeitsplätzen und Wertschöpfung im ländlichen Raum sowie zur Schonung endlicher Ressourcen. Unter dem Motto „Klima schützen. Werte schaffen. Ressourcen effizient nutzen“. Denn Holz ist Deutschlands bedeutendster nachwachsender Rohstoff, der energieintensive, endliche Materialien und erdölbasierte, fossile Ressourcen ersetzen kann.

Die Charta für Holz 2.0 setzt den Handlungsrahmen, mit denen diese Ziele erreicht werden sollen. Dabei unterstützt sie andere internationale und nationale Strategien in den Politikfeldern Nachhaltigkeit, Klima- und Ressourcenschutz.

Die Veröffentlichung der Charta im April 2017 war der Startschuss eines auf Dauer angelegten Prozesses. Gemeinsam mit verschiedenen Akteuren werden Maßnahmen in den sechs Handlungsfeldern entwickelt und umgesetzt. Das BMEL hat dafür eine Steuerungsgruppe und mehrere Arbeitsgruppen eingesetzt. Über bewährte Dialogprozesse wie Fachgespräche, Workshops, Plattformen und Tagungen werden unterschiedlichste Gruppen und Interessenten beteiligt.

Charta für Holz 2.0
Die Charta für Holz 2.0 ist eine Initiative für die gezielte Entwicklung von Wald und Holz.

Die Handlungsfelder der Charta für Holz 2.0

Die Charta benennt sechs Handlungsfelder:

  • Bauen mit Holz in Stadt und Land: Klimafreundliches Bauen mit Holz bietet Potenziale bei knappem Wohnraum durch kurze Bauzeiten, geringes Gewicht bei hoher Tragfähigkeit und Flexibilität
  • Potenziale von Holz in der Bioökonomie: Neue Produkte aus Holz; Wertschöpfung insbesondere bei der Verwendung von Laubholz erhöhen
  • Material- und Energieeffizienz: Herstellungsprozesse und Produkte verbessern, Kreislaufwirtschaft und Kaskadennutzung weiter ausbauen
  • Ressource Wald und Holz: Holzaufkommen nachhaltig steigern, arten- und strukturreiche sowie produktive Wälder weiterhin sicherstellen, Kleinprivatwald stärken
  • Cluster Forst und Holz: Wettbewerbsfähigkeit und Branchenvernetzung verbessern, Transfer zwischen Praxis und Forschung ausbauen.
  • Wald und Holz in der Gesellschaft: Informationsaustausch mit der Öffentlichkeit über positive Effekte der Nutzung und Verwendung von Holz aus nachhaltiger Waldbewirtschaftung
  • Forschung und Entwicklung als Querschnittsthema.
Holzhaus bauen
Die Charta für Holz 2.0 setzt sich für das Bauen mit Holz ein in Stadt und Land. Foto: Holzbauwelt.de

Der Dialog mit den verschiedensten Interessengruppen und den Bürgerinnen und Bürgern ist ein wichtiger Baustein bei der weiteren Umsetzung der Charta für Holz 2.0. Der Klimaschutzplan 2050 der Bundesregierung stellt dazu fest, dass die Erreichung der Klimaschutzziele maßgeblich von einem klimabewussten Verbraucherverhalten abhängt und dass dazu Information und Aufklärung über die nachhaltige Waldbewirtschaftung und intelligente Holzverwendung notwendig sind. Ein Schritt in diese Richtung ist die Einrichtung des „Kompetenz- und Informationszentrums Wald und Holz“, das ab dem 1. Januar 2019 seine Arbeit aufnehmen wird. Durch die Bündelung von Förderprogrammen im Bereich Wald und Holz und den Erfordernissen zur Information und des Wissenstransfers soll die Lücke zwischen Förderung und Forschung und faktenbasierter Kommunikation geschlossen werden.

Wald in Deutschland: gute Ausgangslage für nachhaltige Holznutzung

Deutschland verfügt über die produktivsten sowie arten- und strukturreichsten Wälder in ganz Europa. Der Natur- und vor allem Artenschutz entwickeln sich positiv, wie auch der Indikatorenbericht zur biologischen Vielfalt zeigt. Dies resultiert aus der nachhaltigen und standortgerechten Waldbewirtschaftung und Holzverwendung in Deutschland. So wächst kontinuierlich mehr Holz nach als geerntet wird. Die Waldfläche ist seit der letzten Bundeswaldinventur stabil geblieben beziehungsweise leicht gestiegen. Der Holzvorrat hat mit 336 Kubikmeter pro Hektar mittlerweile Rekordniveau erreicht. Der Wald in Deutschland ist trotz höherem Holzeinschlag vorratsreicher, naturnäher und gemischter als vor zehn Jahren.

Quelle: Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft

 

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