Bauen mit Laubholz mit viel Potenzial

Laubholz ist neben Fichte, Tanne und Kiefer ein neuer Hoffnungsschimmer. Neuartige Bauprodukte aus Laubholz etablieren sich langsam am Markt. Durch die Trockenheit der letzten drei Jahre ist die Fichte in Mitteleuropa vielerorts abgestorben. Dies ist nicht nur für die Menschen, denen Wald gehört, verheerend, sondern langfristig auch für den klimaschonenden Holzbau, der bisher fast ausschließlich Nadelholz einsetzt. Eine steigende Nachfrage nach Laubholz unterstützt gleichzeitig den Aufbau von vitalen Mischwäldern,wie die Waldschutzorganisation PEFC berichtet.

Die derzeitige Situation des Waldes könnte für Waldbesitzende und Forstleute kaum dramatischer sein. Doch auch die Zimmereien und Holzbauunternehmen bangen um ihre Zukunft, ist es doch vor allem das Nadelholz, das seit 2018 großflächig abstirbt. Und damit genau jene Hölzer, die mit über 90 Prozent den Großteil des Bauholzes ausmachen. Da Nadelholz aufgrund seiner gleichmäßigen Tragfähigkeit für den Holzbau aktuell unverzichtbar und der Einsatz von Holz aus Klimaschutzgründen besonders wichtig ist, ergibt sich eine Zwickmühle, wenn die Nadelbäume hierzulande zurückgehen.

War 2017 noch ein Drittel der deutschen Waldflächen mit Fichten bestockt, so gehen Forstexperten davon aus, dass in zehn Jahren so gut wie keine Fichtenbestände mehr im Flachland und Mittelgebirge existieren werden. Nicht viel besser steht es um die Kiefer, die als zweithäufigster Nadelbaum Deutschlands 21 Prozent der Waldflächen bedeckt. Sie kommt vor allem in den östlichen Bundesländern vor, wo die Dürre der letzten drei Jahre besonders trockene Böden hinterlassen hat. Den Umbau der Wälder treiben Waldbesitzerinnen und Waldbesitzerin Mitteleuropa nicht erst ab heute voran. Bereits 1999, als der Orkan Lothar bis dahin nicht gekannte Schäden an den Wäldern verursachte, formulierten viele das Ziel, robuste Mischwälder aus Laub-und Nadelbäumen zu schaffen. PEFC Deutschland e.V. –im Lothar-Jahr gegründet –nahm dieses Ziel in seinen Standard für nachhaltige Waldbewirtschaftung auf und wird klimastabile Mischwälder auch in Zukunft fordern und damit fördern.

Ohne Nadelholz kein Bauholz?

Wenn aus Sicht vieler Fachleute der Großteil unseres Nadelholzes als Bauholz künftig wegfallen wird, dann liegt die Frage nahe, ob eine Alternative innerhalb der Laubholzarten zur Konstruktion nachhaltiger Gebäude gefunden werden kann. Immerhin bestehen derzeit etwa 40 Prozent des deutschen Waldes aus Laubhölzern, insbesondere aus Buche (17 %) und Eiche (10 %). Die Holzforschung arbeitet seit den 1960er Jahren daran, Bauprodukte aus Laubholz zu entwickeln. Umso erstaunlicher ist es, dass erst seit 2004 die Holzarten Eiche und Buche als Bauschnittholz bzw. als tragende Bauteile eingesetzt werden dürfen, während Esche, Ahorn und Pappel seit 2008 von der deutschen Bauaufsicht freigegeben sind.

Dies liegt vor allem daran, dass die Festigkeitseigenschaften von Nadelhölzern deutlich homogener sind als die von Laubhölzern, deren Tragkraft von Balken zu Balken sehr unterschiedlich sein kann. Aus diesem Grund wurde ein so genanntes Brettschichtholz aus Buche entwickelt, bei dem viele Bretter miteinander geleimt werden, bis ein größerer Balken bzw. Dachträger entsteht. Dieses Leimholz ist von seinen statischen Eigenschaften deutlich homogener und in dieser Hinsicht mit einem Nadelholz vergleichbar.

Buche-Brettschichtholz und Buchen-Furnierschichtholz ersetzt Stahlträger

Doch jetzt kommen die hohen Festigkeiten des Laubholzes im wahrsten Sinne des Wortes zum Tragen: Brettschichtholz aus Buche kann etwa doppelt so tragfähig sein wie ein entsprechender Träger aus Fichte. Geleimtes Laubholz als zukunftsträchtige Lösung, Noch tragfähiger wird die Buche, wenn sie nicht in Bretter, sondern in dünne Furniere geschnitten wird, bevor diese wieder verleimt werden. Das dabei entstehende Buchen-Furnierschichtholz ist etwa dreimal so tragfähig wie ein vergleichbarer Träger aus verleimten Fichtenbrettern –und damit für die Bauingenieure hochinteressant, da damit sogar Stahlträger ersetzt werden können.

Laubholz Baubuche
Die Baubuche als Laubholz beeiendruckt durch hochtragfähige Holzkonstruktionen. Foto: SWG

Entsprechend ist Furnierschichtholz aus Buche derzeit auf dem Vormarsch und bereits in vielen Bauprojekten zu finden, vor allem als Tragwerk von Gewerbehallen, aber auch innerhalb mehrgeschossiger Wohnbauten. Als Beispiel sei eine 2019 errichtete Produktionshalle für ein Schraubenwerk im baden-württembergischen Waldenburg genannt. Für die geplante Abmessung von 97 auf 114 Meter, die aus Gründen der Produktionsflexibilität weitgehend stützenfrei sein sollte, schieden klassische Holzbaustoffe wie Nadelholz oder gängige Brettschichthölzer aus. Die Wahl fiel auf Buchen-Furnierschichtholz, das auf Grund seines hohen Tragverhaltens eine vergleichbare, aber deutlich klimaschädlichere Stahlkonstruktion ersetzen konnte.

Dirk Teegelbekkers, Geschäftsführer von PEFC Deutschland e.V. meint: „Noch sind Bauteile aus Laubholz ein Nischenprodukt, doch werden sich die holverarbeitenden Betriebe und Bauingenieure höchstwahrscheinlich bald umstellen müssen. Im Gegensatz zu Stahl und Beton, die bei ihrer Herstellung große Mengen an CO2 ausstoßen, hilft die Verwendung von kohlenstoffbindendem Bauholz darüber hinaus dem Klima – angesichts der Dringlichkeit, den Klimawandel zu verlangsamen, ist Holz die beste Option.

Quelle: PEFC Deutschland e. V.

Brettsperrholz der konstruktive Superbaustoff der Zukunft

Der nachhaltige Baustoff Holz legt seit Jahren einen beeindruckenden Siegeszug hin. Speziell das Produkt CLT (Cross Laminated Timber) = Brettsperrholz hat weltweit enormes Potenzial beim Bauen. Mit seinen definierten bauphysikalischen und mechanischen Eigenschaften bietet es höchste Planungssicherheit und vereint Aspekte wie Effizienz, Natürlichkeit, Behaglichkeit und Ökologie.

Aufgrund der hohen Nachfrage nach Brettsperrholz, fertigt die österreichische Pfeifer Group im hessischen Schlitz hochqualitative System-Fertigteile aus 100 Prozent Fichtenholz für ein vielseitiges Einsatzspektrum vom Einfamilienhaus bis zum mehrgeschossigen Hochbau. Die präzise vorgefertigten Wand-, Decken- und Dachelemente können flexibel kombiniert für Niedrig- und sogar Passivenergiebauwerke verwendet werden.

Brettsperrholz
Fertigung von Brettsperrholz im hessischen Schlitz durch die österreichische Pfeifer Group

Neue Möglichkeiten mit Brettsperrholz zum mehrgeschossigen Bauen

Der ungebrochene Trend zum Werkstoff Holz geht einher mit der Ausbreitung der systematischen Entwicklung neuer Baustoffe und neuer Bausysteme. Als besonders erfolgreich erweist sich die Etablierung von Brettsperrholz, dass seit mehr als zehn Jahren deutlichen Zuspruch von Architekten und Tragwerksplanern erfährt. In der Vergangenheit hat sich bei mehrgeschossigen Bauobjekten eine Kombination der Brettsperrholz- mit der Holzrahmenbauweise sowohl aus bautechnischer als auch aus ökonomischer und ökologischer Sichtweise positiv herausgestellt.

Brettsperrholzelemente werden als tragende Bauteile eingesetzt. Es handelt sich dabei um Elemente, welche aus festigkeitssortierten Brettern mit Breiten zwischen 80 und 240 mm hergestellt werden. Die Dicken der Bretter bewegen sich zwischen 19 mm und 45 mm. Als Holzarten werden hauptsächlich Fichte bzw. Tanne, aber auch Kiefer und Lärche, verwendet. 

Das Prinzip seiner Herstellung ist von der Tischler- oder Sperrholzplatte bereits seit längerem geläufig – neuartige Perspektiven eröffnen allerdings die ungewohnten Dimensionen des Materials. Folgen hat das Bauen mit Brettsperrholz insofern, dass es einen grundlegend neuen Zugang zu massivem Holz als Konstruktionsmaterial erlaubt. Neben die heute gebräuchliche Tektonik der Rahmen- und Skelettbauweise aus stabförmigen Bauteilen wird eine annähernd freie, nichtmodulare Anwendung von großflächigen Bauteilen gestellt.

Brettsperrholz mit konstruktiver Vielfalt zum Wand-, Decken- oder Dachbauelement

Durch die kreuzweise Verklebung einzelner Brettlagen entsteht aus dem gerichteten Werkstoff Holz ein Material mit Platten- oder Scheibenwirkung. Brettsperrholz ist damit nutzbar als Wand-, Decken- oder Dachbauteil, aber auch für Bodenplatten im Brückenbau. So kann der Planer auch im Holzbau in Flächen denken.

Die Brettsperrholzbauweise bietet folgende konstruktive Vorteile:

  • Aussteifung des Gebäudes bei gleichzeitiger Ableitung vertikaler Lasten.
  • Einfache Anschlussmöglichkeit.
  • Keine Rastergebundenheit.
  • Bauweise ermöglicht ein flächiges, räumliches „Denken“.
  • Horizontale Kräfte (wie z.B. Wind- und Erdbebenlasten) sind über die Deckflächen in die vertikalen Wandscheiben und weiter in die Fundamente abzuleiten.
  • Zusätzliche Reserven durch Randeinspannung der Deckenelemente (2-Achsigkeit der Decken).

Zur Kostenoptimierung der Gebäude sollten bei der Planung in Brettsperrholzbauweise folgende konstruktive Grundsätze berücksichtigt werden:

  • Übereinanderliegende Anordnung tragender Wandscheiben.
  • Wirtschaftliche Spannweiten einhalten
Brettsperrholz
Viele konstruktive Möglichkeiten entstehen mit dem Superbaustoff Brettsperrholz.

Dank CNC-gesteuerter Abbundmaschinen sind der Form eines Bauteils aus Brettsperrholz grundsätzlich keine Grenzen gesetzt. Fenster- und Türöffnungen lassen sich aus den massiven Wandelementen einfach herausschneiden, ohne dass ein übergeordnetes Raster zu berücksichtigen ist. Die flächigen Tragwerke ermöglichen die Umsetzung monolithisch gedachter Architekturkonzepte, welche bislang dem Massivbau (etwa mit homogenem Beton) vorbehalten schienen – immer aber unter den Gesetzmäßigkeiten des Holzbaus.

Quellen: Informationsdienst Holz, Pfeifer Group, Holzbauwelt.de

Bauen mit Holz ist Klimaschutz

Die bayerische Holzbaufachberatung wird künftig bei allen fachlichen Fragen rund um das Zukunftsthema Bauen mit Holz künftigen Baufamilien und Investoren zur Seite stehen. Diese neue Serviceeinrichtung ist Teil der bayerischen Holzbauoffensive.

„Heimisches Holz ist der umwelt- und klimafreundlichste aller Baustoffe. Deshalb haben wir uns als Staatsregierung das Ziel gesetzt, Bauen mit Holz in Bayern weiter voranzubringen. Das neue Angebot der Holzbaufachberatung ist dafür ein wichtiger Baustein. Wir setzen gezielt da an, wo die Entscheidung für oder gegen den klimafreundlichen Öko-Rohstoff getroffen wird“, sagte Forstministerin Michaela Kaniber anlässlich des Besuches beim Holzbauunternehmens Gumpp & Maier in Binswangen Ende August 2021.

Das Land Bayern will den Holzbau weiter voranbringen

Deswegen wolle die Bayerische Staatsregierung Bauen mit Holz weiter voranbringen. Wie das funktionieren soll, und warum das sinnvoll ist, erklärte die Ministerin beim Holzbauunternehmen Gumpp und Maier – dessen Chef Alexander Gumpp sie als „Pionier des modernen Holzbaus“ bezeichnete.

Bauen mit Holz
Bayerns Forstministerin Michaela Kaniber beim Besuch von Gumpp & Maier in Binswangen. Foto: Homann

Die Forst- und Holzwirtschaft sei daher aufgerufen, ihr Möglichstes zu tun, um den Klimawandel zu bremsen. Eine Lösung sei der klimaneutrale Öko-Rohstoff Holz aus nachhaltiger Forstwirtschaft. Holz wächst nach und ist daher klimaneutral. Zudem werde auch in trockenem Bauholz Kohlenstoffdioxid gespeichert. So verringere ein Holzhaus den CO2-Gehalt in der Atmosphäre.

Kurz: „Bauen mit Holz ist tatsächlich aktiver Klimaschutz. Und kraft m.eines Amtes darf ich voll fürs Holz sprechen“, erklärte die 43-jährige Ministerin. Ehrlicherweise müsse man hinzufügen, dass aktuell ein Drittel des globalen CO2-Ausstoßes von der Bauwirtschaft stamme.

Bauen mit Holz ist klimaneutral und liegt im Trend

Bayern soll nun zum Holzbau- und Klimaschutzland Nummer eins werden. Einen Weg dorthin zeigte Firmenchef Alexander Gumpp einem großen Trupp Besucherinnen und Besuchern, darunter Landrat Leo Schrell, Landtagsabgeordneter Johann Häusler, Binswangens Bürgermeister Anton Winkler, Vertreter von Holzbau, Architektur, dem Bündnis pro Holz Bayern und dem Cluster Forst und Holz (dessen Sprecher A. Gumpp ist), in seinem Unternehmen. „Sie werden sehen, was in der Industrie als 4.0 bezeichnet wird“, versprach er vorab.

Doch modernste Maschinen und Technologien seien nichts wert ohne die „großartigen“ Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, vom Lehrling bis zum Ingenieur. Weil sie das Rückgrat der Firma sind, sei die oberste gesellschaftliche Aufgabe, junge Menschen auszubilden und im Beruf Tätige weiterzuqualifizieren. Das duale Bildungssystem sei der weltweit größte Wettbewerbsvorsprung – entsprechend gelte bei Gumpp und Maier: Zehn Prozent der Mitarbeiter von Gumpp & Maier sind Auszubildende.

Die Basis des modernen Holzbaus, so erklärte es Gumpp bei der anschließenden Führung, seien für jedes Projekt individuelle 3D-Modelle . Daraus wiederum werden Datensätze für die Maschinenproduktion generiert. Zwingend sei zudem ein hoher Vorfertigungsgrad. „Alles auf der Baustelle zu fertigen, ist auch Holzbau – aber nicht modern.“

Bauen mit Holz
Moderne Holzbau-Fertigungslinie der Gumpp & Maier GmbH in Binswangen.

Ein hoher Vorfertigungsgrad bedeute, dass die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter gute Arbeitsbedingungen haben, weil sie unter Dach bei gleichbleibenden Temperaturen tätig sind. Und wer so arbeite, liefere auch gute Qualität. Ein anderer Punkt, der dem Unternehmer wichtig ist: Käferholz kann problemlos verbaut werden. „Wo es nicht sichtbar ist, ist es egal, ob wir Frisch- oder Käferholz verwenden, weil das exakt die gleichen Anforderungen erfüllt.“ Holz sei der einzige Rohstoff, der in Bayern in nennenswerter Menge vorkommt, wachse nach und wirke während der Nutzung sogar als Kohlenstoffsenke.

Holzbau-Offensive der bayerischen Staatsregierung

Der Holzbau soll jetzt einen ganz neuen Schub kriegen. Die Initiative dafür hatte zuvor Forstministerin Kaniber vorgestellt. Dazu gehört unter anderem ein Förderprogramm für den mehrgeschossigen Holzbau, weil dort das Potenzial am größten sei. Bayern soll außerdem das Forschungs und Innovationsland schlechthin für klimaschonendes Bauen mit Holz sein. An der Stelle, so Kaniber, sei durchaus noch Luft nach oben. Auch Aufklärung, Bildung und Beratung müssten deutlich besser werden. Erst bei einem Kindergartenbesuch hatte die Ministerin erfahren, dass schon die Kleinen lernen: Ein Baum darf nicht gefällt werden. „Schützen und nutzen muss aber das Motto sein“, meinte die Berchtesgadenerin und bekam dafür Applaus.

Der Staat selbst sollte mit gutem Beispiel vorangehen und möglichst mit heimischem Holz bauen. Mit einem guten Netzwerk soll die regionale Wertschöpfung gestärkt werden. Damit das alles gelingt, gibt es ab sofort die bayerische Holzbaufachberatung für private und öffentliche Bauleute. Ob landwirtschaftliche Betriebsgebäude, kommunale Bauten oder mehrgeschossige Wohnhäuser – die neue Stelle helfe qualifiziert und unbürokratisch – bei Bedarf auch direkt vor Ort. Federführend für die Einrichtung der Beratungsstelle sei die Clusterinitiative Forst und Holz in Bayern und das Imagebündnis pro Holz Bayern gewesen – und Firmenchef Gumpp, dem die Forstministerin explizit dankte. „Denn Sie haben mit Ihrem persönlichen Engagement maßgeblich zur Realisierung und Umsetzung der Bayerischen Fachberatung beigetragen.“

Quelle: Augsburger Allgemeine, Bayrisches Staatsministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten

Moderne Holzbauprojekte von Gumpp & Maier finden Sie auf Holzbauwelt.de.

Cluster Forst Holz Bayern aktiviert Zusammenarbeit

Die aktuelle schwierige Situation auf dem Schnittholzmarkt bewegt die Forst-Holz-Branche. Hier sollen nun langfristige und verlässliche regionale Lieferketten gestärkt werden. Auch die Verbraucher sollen den Wert von regionalem Holz stärker erkennen.

In einem ersten Treffen hat die Cluster-Initiative Forst und Holz in Bayern die Akteure in Südostoberbayern zusammengebracht und erste Meilensteine hierzu gesetzt. Die Schnittholzpreise sind in den letzten Monaten stark gestiegen. Dazu zeigen sich erhebliche Versorgungsschwierigkeiten bei den heimischen Zimmerer-und Holzbaubetrieben mit Schnittholzprodukten.

Gleichzeitig konnte man bezüglich der Rundholzpreise insbesondere in 2020 eine sehr schlechte Finanzlage der Forstwirtschaft erkennen. Eine Chance, diese Ungleichgewichte abzufedern, liegt in der Regionalisierung der Wertschöpfungskettenarchitektur in der Zusammenarbeit vom Waldbesitz, Forstdienstleister über die Sägewerke bis zu den Holzbaubetrieben.

Holz Wald
Die Wertschöpfungskette Wald, Holzbearbeitung und Holzverwendung ist neu zu ordnen.

Mit regionaler Holzverwendung zu mehr Klima- und Ressourcenschutz

Frau Staatsministerin Michaela Kaniber hat in Ihrer Regierungserklärung vom 20. Mai 2021 den Startschuss für eine Stärkung Bayerns im Forst-und Holzbereich gegeben: „Bayern ist zwar Waldland Nummer 1, aber trotzdem haben wir beim Holzbau bedauerlicherweise nicht die Nase vorn. Das werden wir ändern. Denn mehr Holzbau ist mehr Klimaschutz! Wer mit Holz baut, wird zum aktiven Klimaschützer“.

Die Bayerische Staatsministerin für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten hat mit Experten aus Wirtschaft, Wissenschaft und Verbänden sowie dem Bau- und dem Wirtschaftsministerium eine Holzbau-Initiative gestartet. Mit einem Fünf-Punkte-Aktionsprogramm „Klimahäuser für Bayern“ werden jetzt die Weichen für mehr Holzbau gestellt.

Unser Rohstoff Holz soll in den kommenden Jahren durch die Vorbildfunktion des Staates beim Bauen, durch ein Förderprogramm Holzbau, eine Stärkung des mehrgeschossigen Bauens sowie der Forschung vorangetrieben werden. Diesem Aufruf folgten die Akteure der Wertschöpfungskette Forst-Holz in Südostoberbayern. Am 1. Juli 2021 trafen sich Vertreter aus der Forstbrache mit Vertretern von Sägewerken bis hin zu Zimmerern, Holzhausbau-Betrieben und Holzveredlern.

Regionale Branchenakteure zeigen starke Bereitschaft zur regionalen Zusammenarbeit

Holz bekommt nun die Wertschätzung die es verdient. Jetzt müssen wir die Akteure in der Wertschöpfungskette systematisch mitnehmen und stärken“, betont Dr. Jürgen Bauer, Geschäftsführer der Cluster-Inititative Forst und Holz in Bayern gGmbH in seiner Begrüßung.

Angefangen vom Privatwald, vertreten durch die Waldbesitzervereinigungen Rosenheim, Traunstein und Berchtesgadener Land, und den Bayerischen Staatsforsten, wurden die schwierigen Schwankungen von Rundholzpreisen diskutiert. Hier soll langfristig mehr Stabilität erreicht werden. „…und zwar auf einem Niveau, mit dem der Waldbauer auch überleben kann,“ stellt Franz Wörndl, stv. Obermeister der Zimmererinnung Rosenheim als eine Prämisse dar.

In diesem Punkt sind sich die Holzbau-Vertreter einig. Aber auch das Ende der Kette, die Holzbaubetriebe selbst gestehen sich ein, die regionalen Sägewerke in den letzten Jahren nicht immer priorisiert zu haben. Die Kette muss von Beginn an funktionieren, nur so ist gewährleistet, dass die Sägewerke regionales Holz verarbeiten können und an die Holzbau-Betriebe der Region weiter liefern können.

Förderung klimafreundliches Bauen mit Holz

Klimafreundliches Bauen mit Holz ist der Schlüssel für das Erreichen der Klimaneutralität. Wälder bedecken ein Drittel der Landesfläche Deutschlands. Sie sind wertvolle Ökosysteme, Kohlenstoffspeicher, Erholungsräume und bedeutende Rohstofflieferanten zugleich.

Holz ist Deutschlands bedeutendster nachwachsender Rohstoff. Die Verwendung von Holz aus nachhaltiger Forstwirtschaft leistet einen wichtigen Beitrag zum Klimaschutz und der Schonung endlicher Ressourcen. Im Sektor Forst und Holz sind in Deutschland rund eine Million Menschen beschäftigt, die in 121 000 Unternehmen einen Umsatz von rund 180 Milliarden Euro erzielen. Der Sektor Forst und Holz leistet einen bedeutenden Beitrag zur Entwicklung ländlicher Räume.

Die Forst- und Holzwirtschaft stand bereits vor der Corona-Pandemie in Folge der massiven, bundesweiten Schäden durch Stürme, Trockenheit und Borkenkäfer vor großen Herausforderungen. Die Zukunftsfähigkeit des Sektors Forst und Holz ist stark von der Entwicklung der inländischen Absatzmärkte für Holz abhängig. Eine Schlüsselrolle kommt hier dem klimafreundlichen Bauen mit Holz zu.

klimafreundliches Bauen
Die Förderung für klimafreundliches Bauen umfasst auch die Digitalisierung und Kooperationen.

Förderung von klein- und mittelständischen Holzbauunternehmen

Für die überwiegend klein- und mittelständisch strukturierte Holzbaubranche (einschl. Holzbauplaner) ist die beschleunigte Einführung und Verbreitung moderner Technologien notwendig, um angesichts des rasanten technologischen Wandels hin zu Anwendungen im Bereich Digitalisierung, Robotik und Künstliche Intelligenz (KI) die Wettbewerbsfähigkeit der Unternehmen zu erhalten und damit ein angemessenes wirtschaftliches Wachstum und einen hohen Beschäftigungsstand zu sichern. Dabei werden zunehmend Aspekte der Material- und Energieeffizienz sowie zur Integration von Umwelt- und Ökobilanzdaten in den Geschäftsprozess relevant. Gleichzeitig stellen die steigende Nachfrage und der Bedarf nach komplexen Bauvorhaben (z. B. im Bereich des mehrgeschossigen Wohnungsbaus) die Unternehmen vor neue Herausforderungen: Sie erfordern neben technologischen Veränderungen zudem eine Anpassung von Strukturen und Kapazitäten im Bereich des traditionellen Holzbaus.

Richtlinie zur Förderung des klimafreundlichen Bauens mit Holz

Das Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL) ist sich dieser enormen Herausforderungen bewusst, die es in unterschiedlichem Ausmaß von der Wald-, Forst- und Holzwirtschaft zu bewältigen gilt. Aus diesem Grund hat sich das BMEL zum Ziel gesetzt, unterstützende Maßnahmen im Wald- und Holzbereich anzubieten. Die Förderung ist eingebettet in das Konjunktur- und Krisenbewältigungspaket der Bundesregierung und soll neben der Konjunkturbelebung positive Lenkungswirkung in den Zukunftsthemen Digitalisierung, Ressourceneffizienz und Klimaschutz entfalten.

Förderung von Kooperationen im Holzbau unterstützt die Holzbauwelt.de.

Informationen zur Förderrichtlinie „Klimafreundliches Bauen“ stellt die Fachagentur für nachwachsende Rohstoffe e.V. (FNR) unter  https://www.klimafreundliches-bauen.de/ zur Verfügung.

Klimaschützer Wald: Klima-Prämie für Waldbesitzer

Bundeswaldministerin Julia Klöckner beim nationalen Waldgipfel ein Modell für die Bundesinitiative „Klimaschützer Wald“ vorgelegt, das zusammen mit Vertretern von Bund, Ländern, Praktikern aus der Forstwirtschaft und der Wissenschaft erarbeitet wurde. Dabei soll auch die Nutzung von Holz ausdrücklich gefördert werden, sofern es in langlebigen Holzprodukten eingesetzt wird und damit langfristig Kohlenstoff speichert.

Julia Klöckner: „Der Wald ist unser bester Mitkämpfer gegen den Klimawandel: Land- und Forstwirtschaft sind die beiden einzigen Sektoren, die CO2 speichern können. Jährlich entlastet der deutsche Wald die Atmosphäre um etwa 62 Millionen Tonnen Kohlenstoff, das sind sieben Prozent aller Emissionen in Deutschland. Wenn wir CO2-Emissionen einen Preis geben, dann müssen wir umgekehrt auch diejenigen unterstützen, die unseren Wald als maßgeblichen Klimaschützer erhalten, pflegen und bewirtschaften.

Das Modell der Bundeswaldministerin für eine Bundesinitiative „Klimaschützer Wald“ hat zwei Stufen.

Erste Stufe (Sockelbetrag):

Es soll ein Sockelbetrag an die Waldbesitzer gezahlt werden, mit dem der Erhalt, die Entwicklung und die Bewirtschaftung besonders klimaresilienter Wälder honoriert wird. Voraussetzung soll die Vorlage einer Nachhaltigkeitszertifizierung sein. Die Höhe und die Staffelung dieses Sockelbetrages werden wissenschaftlich hergeleitet (nach Art und Zustand des Waldes).

Zweite Stufe (Aufschlag):

Klimaschützer Wald
Bundesinitiative „Klimaschützer Wald“ würdigt Holz als CO2-Speicher

Wer durch weitere Maßnahmen die CO2-Speicherleistung des Waldes erhöht oder sicherstellt, dass sein geerntetes Holz in langlebigen Holzprodukten verwendet wird, soll einen Aufschlag erhalten. So trägt insbesondere das Bauen mit Holz zum Klimaschutz bei. Die Erhöhung der CO2-Bindungsleistung soll durch entsprechende Zertifikate nachgewiesen werden.

Geplant ist, dass die Vergütung über mehrere Jahre erfolgt. In dieser Zeit soll es Überprüfungen geben, ob die Voraussetzungen weiter erfüllt werden. Zu dem Modell ist das Bundesministerium derzeit in Abstimmung unter anderem mit der Europäischen Kommission, um beihilferechtliche Fragen zu klären.

Klöckner: Unsere Wald-Hilfen schlagen Wurzeln

Auf dem Bundeswaldgipfel zog die Bundesministerin eine positive Zwischenbilanz zu ihrem 1,5 Milliarden-Hilfsprogramm für den Wald – dem größten in der Geschichte der Bundesrepublik. Auf dem ersten Nationalen Waldgipfel 2019 hatte die Bundesministerin damit schnell auf die massiven Waldschäden reagiert.

Bund-Länder-Hilfen (800 Millionen im Zeitraum 2020-2023)
Rund 228 Millionen Euro sind daraus bereits abgeflossen und auf die Fläche gebracht – das ist über ein Viertel der Gesamtsumme:

  • Für die bestands- und bodenschonende Räumung,
  • für die Aufarbeitung von Schadholz,
  • für die Wiederaufforstung,
  • für Maßnahmen zur Anpassung der Wälder an den Klimawandel,
  • für Maßnahmen zur Waldbrandvorbeugung.
  • Erstmalig wurde auch die Naturverjüngung förderfähig gemacht.

Ganz überwiegend wurden auf den Schadflächen reine Laubwälder und Mischwälder mit einem hohen Anteil von Laubbäumen neu begründet.

Konjunkturpaket des Bundes (700 Millionen)
Aus dem Konjunkturpaket gehen 500 Millionen Euro in die Bundeswaldprämie. Mit dem Programm bietet das Bundesministerium schnelle und unbürokratische Hilfe für den Kommunal- und Privatwald. Die Waldflächen müssen eine Nachhaltigkeits-Zertifizierung haben, die zehn Jahre zu halten ist.

Die Prämie wird herausragend angenommen:

  • Bislang wurden ca. 116.000 Anträge gestellt, davon 5180 von Städten und Gemeinden:
    • Das entspricht 65 Prozent der bundesweiten Privat- und Kommunalwaldfläche (etwa fünf Millionen Hektar Wald).
  • Bis Ende Mai 2021 sind bereits 240 Millionen Euro an die Waldbesitzer ausgezahlt worden.
  • Auf Grund der Prämie ist die zertifizierte Waldfläche bereits jetzt um über 900.000 Hektar im Privat- und Kommunalwald angestiegen (Anstieg um knapp 20 Prozent).

Quelle: waldgipfel.de

Der Wald als Kohlenstoffsenke und Klimaretter

Der Wald dient der Menschheit als Kohlenstoffsenke. Die weltweite Aufforstung von Wäldern wäre auf einer Fläche von 0,9 Milliarden Hektar möglich und könnte so zwei Drittel der vom Menschen verursachten CO2-​Emissionen aufnehmen. Dies wäre ein wirksames Mittel, um Kohlenstoff in der Atmosphäre zu reduzieren. Zu diesem Schluss kommt eine aktuell in Science publizierten Studie der ETH Zürich.

Das Crowther Lab an der ETH Zürich forscht an naturbasierten Lösungen für den Klimawandel. In der neuen Studie zeigten die Forschenden erstmals auf, wo auf der Welt neue Bäume wachsen könnten und wie viel Kohlenstoff sie speichern würden. Jean-​François Bastin, Studienleiter und Postdoc am Crowther Lab erklärt: «Ein Aspekt war für uns bei den Berechnungen besonders wichtig: Wir haben Städte und landwirtschaftliche Flächen von der gesamten Fläche, die das Potenzial zur Wiederaufforstung hat, ausgeschlossen, denn diese Gebiete braucht der Mensch anderweitig.»

Zusätzliche Kohlenstoffsenke durch Aufforstung in der Fläche der USA

Das Crowther Lab an der ETH Zürich forscht an naturbasierten Lösungen für den Klimawandel. In der neuen Studie zeigten die Forschenden erstmals auf, wo auf der Welt neue Bäume wachsen könnten und wie viel Kohlenstoff sie speichern würden. Jean-​François Bastin, Studienleiter und Postdoc am Crowther Lab erklärt: «Ein Aspekt war für uns bei den Berechnungen besonders wichtig: Wir haben Städte und landwirtschaftliche Flächen von der gesamten Fläche, die das Potenzial zur Wiederaufforstung hat, ausgeschlossen, denn diese Gebiete braucht der Mensch anderweitig.»

Kohlenstoffsenke
Kohlenstoffsenke Wald: Gesamte verfügbare Fläche, auf der Bäume wachsen könnten (aktueller Waldbestand und für Wiederaufforstung geeignete Fläche). (Bild: Crowther Lab / ETH Zürich)

Russland wäre am besten für die Wiederaufforstung geeignet

Die Studie zeigt auch, wo eine Aufforstung am besten möglich wäre. Die meiste Fläche entfällt auf nur sechs Länder: Russland (151 Millionen Hektar), USA (103 Millionen Hektar), Kanada (78,4 Millionen Hektar), Australien (58 Millionen Hektar), Brasilien (49,7 Millionen Hektar) und China (40,2 Millionen Hektar).

Die Studie warnt schließlich davor, dass viele aktuelle Klimamodelle fälschlicherweise erwarten, dass der Klimawandel die globale Baumbedeckung erhöhe. Zwar werden die Flächen der nördlichen Wälder in Regionen wie Sibirien wahrscheinlich zunehmen. Aber dort beträgt die Baumdichte durchschnittlich nur 30 bis 40 Prozent. Dem gegenüber steht allerdings der Verlust von dichten tropischen Wäldern, die typischerweise eine Baumbedeckung von 90 bis 100 Prozent aufweisen.

Die komplette Original-Studie „The global tree restoration potential“ hinden Sie hier.

Ökosysteme sind mehr als Kohlenstoffspeicher

Einerseits Ökosysteme erhalten und andererseits Kohlenstoffspeicher nutzen. Die EU verpflichtet sich, bis zum Jahr 2030 mindestens 55 Prozent ihrer klimaschädlichen Treibhausgase im Vergleich zum Jahr 1990 zu reduzieren, um 2050 schließlich klimaneutral zu werden. Die EU-Kommission plant aktuell, dass dieses Ziel auch den Landnutzungssektor (engl.: Land Use, Land-Use Change and Forestry, LULUCF) einschließen soll und hat dies auch in ihrem aktualisierten Beitrag zum Pariser Klimaschutzabkommen berücksichtigt.

Im Jahr 1990 betrug die Netto-Senke des LULUCF-Sektors in den 27 EU-Mitgliedsstaaten 275 Millionen Tonnen (Megatonnen, Mt) CO2 pro Jahr. Obwohl der Netto-Kohlenstoffaufbau durch Senken 2006 einen Höchststand von 355 Mt CO2 pro Jahr erreichte, ist er seither wieder auf 280 Mt CO2 pro Jahr im Jahr 2018 zurückgegangen – was in etwa dem Niveau von 1990 entspricht. Trotzdem könnten andere Sektoren im Jahr 2030 etwa 110 Millionen Tonnen CO2-Äquivalente mehr ausstoßen, gut zwei Prozent der EU-Emissionen von 1990, allein dadurch, dass die Senke ins Klimaziel einbezogen wird.

Die Bewirtschaftung von Wäldern, Acker- und Grünlandflächen hat Wirkung auf die Menge an Treibhausgasen in der Atmosphäre. Deshalb müssen diese Aktivitäten im Klimaschutzziel der EU berücksichtigt werden. Über das „wie“ streiten EU-Parlament und EU-Ministerrat zurzeit – doch es ist entscheidend dafür, ob das Klimaschutzziel insgesamt ambitionierter oder verwässert wird.

Kohlenstoffspeicher
Waldschutz ist Klimaschutz – Holz dient als Kohlenstoffspeicher.

Wälder nachhaltig bewirtschaften als CO2-Senke und Kohlenstoffspeicher

Denn durch die Nutzung von Naturräumen wie Wäldern, Mooren oder Grünflächen werden entweder Treibhausgase freigesetzt oder es können sogenannte natürliche Senken entstehen, die CO2 aus der Atmosphäre ziehen und als Kohlenstoff in Pflanzen und Boden speichern. Wälder schützen, aufforsten und nachhaltig bewirtschaften. Feuchtgebiete bewahren und wiederherstellen durch Vernässung von Acker- und Grünland. Diese und weitere Maßnahmen tragen dazu bei, die natürlichen Kohlenstoffspeicher in der EU auszubauen, damit diese ihre wichtigen Funktionen im Klimasystem wahrnehmen und bei der Anpassung an den Klimawandel helfen können. Sie helfen außerdem, Artenvielfalt zu sichern – ein zentrales Ziel der EU-Biodiversitätsstrategie.

In einer Kurzanalyse für Greenpeace Deutschland hat das Öko-Institut Optionen für ein Ziel für natürliche Senken für die Europäische Union erörtert. Die Studie analysiert neben der potenziellen CO2-Speicherung die Leistungen aber auch Konflikte, die ein Ausbau der Senken für die EU-Strategien zum Ausbau der erneuerbaren Energien, zur Anpassung an den Klimawandel sowie den Schutz der Biodiversität hat.

Klimaziel verschärfen und Ziel für Senken festlegen

Deshalb sollte einerseits das Klimaziel verschärft werden, um die Ziele der EU an denen des Pariser Klimaschutzabkommens auszurichten und andererseits ein separates Ziel für Senken festgelegt werden. Dieses soll helfen, Anreize zu setzen, natürliche Senken zu erhöhen aber auch durch Wiederherstellung und Schutz von Ökosystemen, deren Situation insgesamt zu verbessern. Zurzeit prüft die EU-Kommission ob die bisher geltenden Regeln für LULUCF, die die Integration nicht berücksichtigen, angepasst werden müssen.

Bereits bis zum Jahr 2030 könnten natürliche Senken in der EU jährlich 400 bis 600 Millionen Tonnen klimaschädliche Treibhausgasemissionen speichern. Als Rahmen dafür muss die EU rechtlich verbindliche, durchsetzbare, quantitatives nationale Ziele für den Aufbau und Schutz von Senken definieren. Nicht zuletzt braucht es genaue Regeln zur Bilanzierung und Berichterstattung sowie soziale und ökologische Nachhaltigkeitskriterien für die Senken.

Quelle: oeko.de

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