Holzprodukte erfolgreich gegen Treibhausgase einsetzen

Holz bindet klimaschädliche Treibhausgase aus der Atmosphäre. Die Herstellung von konventionellen Baustoffen wie Zement, Eisen oder Stahl gilt als besonders klimaschädlich. Ein Kubikmeter Mauerziegel beispielsweise verbraucht bei der Produktion rund 138 Kilogramm Treibhausgase. Der Industriesektor macht nach Angaben des Umweltbundesamtes knapp ein Viertel des jährlichen Treibhausgasausstoßes in Deutschland aus. „Aus diesem Grund kann es sinnvoll sein, in Zukunft verstärkt auf Holzprodukte zu setzen“, sagt Sebastian Rüter vom Thünen-Institut in Hamburg.

Nach Angaben des staatlichen Informationsportals „Nachhaltiges Bauen“ nimmt ein Kubikmeter Holz bis zu 766 Kilogramm auf. In einer gemeinsamen Studie mit der Ruhr Universität Bochum hat Rüter errechnet, wie viel Treibhausgase durch den verstärkten Bau von Holzhäusern in Deutschland eingespart werden können. Das Ergebnis ist deutlich: „Holz kann einen entscheiden Beitrag zum Klimaschutz leisten“, so Rüter. Demnach könnten bis 2030 insgesamt 42 Millionen Tonnen an klimaschädlichen Treibhausgasen durch den verstärkten Einsatz von Holz als Baustoff eingespart werden. Aber ist überhaupt genügend Holz für das Bauen im großen Stil da?

Treibhausgase
Bauen mit Holz ist klimafreundlich und minimiert die Treibhausgase

Der weiter steigende Holzbedarf fordert die Waldwirtschaft

Klar ist: Der Bedarf an Holz wird steigen. Bislang wachsen in deutschen Wäldern im Jahr rund 120 Millionen Kubikmeter Holz nach, nur etwas mehr als die Hälfte wird davon geerntet. Diplom-Forstwird Lutz Fähser mahnt trotzdem zum Paradigmen-Wechsel: „Zur Zeit ernten wir in Deutschland die Wälder viel zu intensiv und viel zu früh. Das heißt wenn wir langfristige Produkte, Holzbalken und Holzbauweise in Zukunft haben wollen, dann müssen wir die Wälder dichter werden lassen, die Bäume dicker werden lassen und älter werden lassen.“ Die Studie „Waldvision Deutschland“ setzt sich mit diesen Fragen auseinander.

Tübingens Oberbürgermeister Boris Palmer (Bündnis 90/Die Grünen) haben die gut erhaltenen Fachwerkhäuser nun inspiriert. Bis 2030 will das grüne Stadtoberhaupt Bauherren in Tübingen dazu verpflichten mit Holz zu bauen. Auf Beton und Stahl soll hingegen weitgehend verzichtet werden. Das sei klimafreundlicher, so Palmer: „Beton ist extrem klimaschädlich, sehr energieintensiv und deshalb müssen wir alternative Werkstoffe verwenden. Deswegen ist der Gedanke: Hin zur Holzbauweise, CO2 in Gebäuden speichern, statt es in die Luft zu blasen.“

Holzfaser-Dämmstoffe – Multitalent der Natur

Natürliche Dämmstoffe sind stets im Vorteil, da sie nachwachsend und CO2-neutral sind. Eigenschaften die andere herkömmliche Dämmstoffe wie beispielsweise Styropor nicht erfüllen können. Holzfaser-Dämmstoffe punkten von Natur aus.

Der ökologische Dämmstoff ist umweltfreundlich in der Herstellung. Als Rohstoff fungiert der Wald – das beste natürliche Ökosystem. Vorwiegend Nadelhölzer aus nachhaltiger Forstwirtschaft werden für die Herstellung der Holzfaserdämmstoffe verwendet. Der Naturbaustoff Holz hat die Fähigkeit das Kohlendioxid aus der Luft zu binden.

Die Recyclingfähigkeit des natürlichen Dämmstoffs liegt auf der Hand. Die Vorteile der Nadelhölzer liegen einerseits in der hohen Verfügbarkeit und andererseits bei der Faserqualität, die den fertigen Platten im Verhältnis zur Rohdichte eine hohe Festigkeit verleihen.

Erzeugung der Holzfaser-Dämmstoffe

Hersteller wie Steico – europäischer Marktführer Holzfaser-Dämmstoffe – haben sich darauf spezialisiert, Resthölzer aus Sägewerken zu Holzfaserdämmstoffen zu verarbeiten. Unter Einwirkung von Wasserdampf werden diese aufgeweicht und für die nachfolgende Zerfaserung vorbereitet.

Holzfaser-Dämmstoffe
Flexible, klemmfähige Gefachdämmung aus natürlicher Holzfaser von STEICO für Holzhäuser

Bei der Herstellung im Nassverfahren kommen die holzeigenen Bindekräfte zum Einsatz, was vor allem Allergiker durch die Schadstofffreiheit erfreut. Unter Zusatz von Bindemitteln können im Trockenverfahren formstabile, druckbelastbare Holzfaserdämmplatten erzeugt werden. Für flexible Dämmmatten werden nach der Trocknung die Fasern auf die gewünschte Feuchte gebracht und mit textilen Bindefasern vermischt.

Innendämmung durch Holzfaser-Dämmstoffe

Besonders im Bereich der Innendämmung zeichnen sich Holzfaser-Dämmstoffe durch ihre guten atmungsaktiven Eigenschaften und ihr Feuchtigkeitsmanagement aus – beides verantwortlich für ein angenehmes, gesundes Raumklima.

Holzfaser-Dämmstoffe
Universell einsetzbare Innen-Dämmplatte aus natürlichen Holzfasern von STEICO

Holzfaserdämmsysteme dämmen dauerhaft und schadstofffrei die Innenwände von Gebäuden, sowohl beim Neubau wieauch in der Bestandssanierung. Durch die Holzfaserdämmung ist die gesamte Gebäudehülle vor Bewitterung geschützt ist und bietet zugleich einen hohen Wärmewert. Holzfaser-Dämmstoffe verfügen über eine beispiellose Fähigkeit zur Feuchtigkeitsregulierung. Dabei wird Feuchtigkeit wieder der Raumluft zugeführt oder kapillar nach außen transportiert.

Außendämmung durch Holzfaser-Dämmstoffe

Auch für die Außendämmung eignet sich der Natur-Baustoff ideal durch seine ausgezeichneten Hitze- und Kälteschutzeigenschaften aufgrund der hohen Wärmespeicherkapazität. Der Dämmstoff hat ein vergleichsweise hohes Eigengewicht.

Holzfaser-Dämmstoffe
Putzbeschichtbare Holzfaser-Dämmplatte von STEICO, Ideal für Holzrahmenbau im Holzhausbau

Dadurch verfügt es über besonders gute Wärmespeicherfähigkeit, indem es die Außenwärme aufnimmt, speichert und erst verzögert an die Umgebung abgibt. Aufgrund seiner Rohdichte, der Holzfaserstruktur und der Offenporigkeit bieten die natürlichen Holzfaser-Dämmstoffe einen optimalen Lärmschutz.

Waldvision setzt auf die nachhaltige Verwendung von Holz

In Deutschland gibt es insgesamt 11,4 Millionen Hektar Wald, das ist ein Drittel der Fläche der Bundesrepublik. Die eine Hälfte dieser Wälder ist in Privatbesitz, die andere Hälfte befindet sich in der öffentlichen Hand. „Der Zustand unserer heimischen Wälder hat sich in den vergangenen zwanzig Jahren aus ökologischer Sicht leicht verbessert“, sagt Dr. Hannes Böttcher vom Öko-Institut

Eine Frage, die für eine Studie des Öko-Instituts eine wichtige Rolle spielen sollte. Denn für Greenpeace haben die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler im Projekt „Waldvision Deutschland“ analysiert, wie sich unterschiedliche Arten der Waldbewirtschaftung auf den Beitrag der Wälder zum Klimaschutz durch Kohlenstoffspeicherung auswirken.

„Wird die aktuelle Bewirtschaftung der Wälder so fortgeführt wie bisher, nehmen sie nach unseren Berechnungen in den nächsten 90 Jahren durchschnittlich 17,2 Millionen Tonnen Kohlendioxid im Jahr auf“, erklärt Dr. Klaus Hennenberg, Senior Researcher am Öko-Institut, „wird die Bewirtschaftung intensiviert, wie es die Holzindustrie fordert, sinkt diese Zahl auf 1,4 Millionen Tonnen CO2 jährlich ab.“ Bei einer ökologischeren Bewirtschaftung jedoch kann der Beitrag der Wälder zum Klimaschutz deutlich steigen, so das Szenario „Waldvision“: Bis zu 48 Millionen Tonnen CO2 könnten sie dann binden, das entspricht etwa der Hälfte der jährlichen Kohlendioxidemissionen von Pkw in Deutschland.

Waldvision
Waldvision soll den Rohstoff Holz sichern

Waldvision fordert nachhaltige Waldbewirtschaftung und Holznutzung

Bei der Betrachtung der Umwelt- und Klimafragen rund um das Thema Waldbewirtschaftung muss auch die Nutzung des Rohstoffs Holz einbezogen werden. „In Deutschland wird sehr viel Holz direkt verbrannt – insgesamt knapp 30 Prozent des in Deutschland eingeschlagenen Holzes wird energetisch genutzt“, sagt Dr. Klaus Hennenberg, „gerade Laubholz landet zu oft sofort im Ofen. Dabei wäre es für das Klima besser, damit Dämmstoffe zu produzieren, um weniger Heizenergie zu verbrauchen.“

Optimal ist es für das Klima nämlich, wenn das Holz fest und langfristig verbaut wird. „Holz im Hausbau ist ein toller Werkstoff, der sich für zahlreiche Anwendungen lohnt“, so der Experte vom Öko-Institut. Zusätzlich können so andere Rohstoffe ersetzt werden, die in ihrer Produktion mehr Emissionen verursachen, wie zum Beispiel Aluminium oder Kunststoffe. Solche sogenannten Substitutionseffekte können dabei helfen, die Emissionen in anderen Sektoren zu verringern. „Im Grunde muss es aber darum gehen, den Ressourcenverbrauch insgesamt zu verringern, das gilt auch für die Holznutzung“, so Hennenberg.

Im Szenario Waldvision wird im Durchschnitt 25 Prozent weniger Holz geerntet als im Basisszenario, in dem der Wald weiter bewirtschaftet wird wie heute. Heißt das, es muss Holz importiert werden, um den Bedarf zu decken? „Das ist ein Risiko, wenn wir weiter Holz verschwenden – wir müssen darüber nachdenken, wie wir den Holzverbrauch insgesamt verringern können“, so Dr. Hannes Böttcher. Dazu gehört aus Sicht der Experten und Expertinnen vom Öko-Institut zunächst, Holzprodukte möglichst lange zu nutzen und so oft wie möglich wiederzuverwenden.

Waldvision
Holz soll als nachhaltiger Rohstoff dauerhaft zur Verwendung im Hausbau zur Verfügung stehen

„Holz lässt sich in einer so genannten Kaskadennutzung wiederverwenden“, sagt der Wissenschaftler. Dafür müssen Holzprodukte jedoch so gestaltet werden, dass sie unkompliziert demontiert, eingesammelt und aufbereitet werden können. Das erhöht die Recyclingfähigkeit von Holzprodukten. „Jedes Jahr fallen allein in Deutschland sechs Millionen Tonnen Altholz an, das nur zu einem Drittel stofflich verwertet wird, zum Beispiel für Spanplatten“, erklärt Böttcher, „zwei Drittel hingegen müssen verbrannt werden, weil das Holz etwa durch Farben oder Leime mit Schadstoffen belastet ist und deswegen nicht wiederverwendet werden kann.“

Es ist der Wald, der uns diesen wertvollen Rohstoff liefert. Der unverzichtbare Beiträge für Biodiversität und Klimaschutz leistet. In dem wir uns erholen. Wir müssen einen Weg finden, unsere Waldnutzung so zu gestalten, dass der Wald seine unverzichtbaren Beiträge auch in Zukunft leisten kann.

Verband Dämmstoffe aus nachwachsenden Rohstoffen

Der Verband Dämmstoffe aus nachwachsenden Rohstoffen vdnr e.V., ist ein Zusammenschluss von Unternehmen, die sich für die Verwendung von Dämmstoffen aus Holz, Zellulose, Jute, Hanf, Kork, Flachs, Schafwolle, Schilf, See- und Wiesengras, Stroh und Systemen aus diesen Dämmstoffen einsetzt. Der Verband nimmt zu Fragen der Energieeffizienz, des Schallschutzes, des Brandschutzes, des Klimaschutzes, der Nachhaltigkeit und der Gesundheit Stellung.

Interessierte finden hier zusammengefasst die wichtigsten Informationen von der Herstellung über die Planung, den Einbau bis zur späteren Entsorgung. Auf vdnr.net wird über Produktneuheiten, neue Möglichkeiten der Anwendung und Schulungen errichtet werden.

Welche Ziele hat der Verband der nachwachsenden Rohstoffe?

  • Erreichen der Klimaschutzziele

Fast 40 Prozent beträgt der Anteil des Gebäudesektors am Energieverbrauch in Deutschland. Eine Reduzierung klimaschädlicher Emissionen und damit zugleich der Heizkosten und des Einsatzes nicht erneuerbarer Energien lässt sich im Gebäudesektor durch energetische Sanierung erreichen. Der vdnr e.V. setzt sich für abgestufte Dämm- und Fördermaßnahmen bei der energetischen Gebäudesanierung von der Planung über die Ausführung bis zur Qualitätskontrolle ein.

Dämmstoffe
Dämmstoffe aus nachwachsenden Rohstoffen sind gut zu verarbeiten und nachhaltig. Foto: Steico
  • Dämmung und Klimaschutz

Mit zunehmendem Dämmniveau wächst die Bedeutung der für Herstellung, Transport, Lagerung und Entsorgung erforderlichen nicht erneuerbaren Rohstoffe und Energie. Der vdnr e.V. setzt sich für den schonenden Einsatz von nicht erneuerbaren Rohstoffen und Energien bei der Herstellung der Dämmstoffe sowie für die Berücksichtigung der CO2 Speicherwirkung bei der Bilanzierung von Gebäuden und einzelnen Dämmmaßnahmen in Regelwerken und Förderprogrammen ein.

  • Gesetzes- und Regelwerke

Der vdnr e.V. fördert die Öffnung der Landesbauordnungen für eine breitere Anwendung von Dämmstoffen aus nachwachsenden Rohstoffen, insbesondere für brandschutztechnisch gleichwertige Lösungen in den Gebäudeklassen 4 und 5, wie sie beispielsweise in der Schweiz seit längerer Zeit erlaubt sind.

  • Normung

Zahlreiche Regelwerke berücksichtigen nicht den Einsatz von Dämmstoffen aus nachwachsenden Rohstoffen oder stellen an diese höhere Anforderungen als an konventionelle Dämmstoffe. Der vdnr e.V. setzt sich für die Überarbeitung der Regelwerke und für eine Verbesserung der Rahmenbedingungen für die Mitarbeit von kleinen und mittelständischen Unternehmen in der Normung ein.

 

Institut für Holzwissenschaften mit Bachelor-Studiengang

Das Institut für Holzwissenschaften (IHW) ist eines von vier Instituten des Fachbereichs Biologie der Universität Hamburg und verbindet natur- und ingenieurwissenschaftliche sowie ökonomische Ansätze zur nachhaltigen Verwendung des natürlichen, erneuerbaren Rohstoffs Holz zur Produktion von innovativen Materialien, Werkstoffen und Bioenergie.

Das IHW bietet den Bachelor-Studiengang Holzwirtschaft an, zu dem im Wintersemester 2017/18 das letzte Mal zugelassen wurde. Ab dem kommenden Wintersemester 2018/19 wird stattdessen der neue Bachelor of Science Bioressourcen-Nutzung starten. Zum Master-Studiengang Holzwirtschaft werden im kommenden Wintersemester 2018/19 das letzte Mal Studierende empfangen. Danach startet im Wintersemester 2019/20 der internationale Master of Wood Science in englischer Sprache. Am Institut für Holzwissenschaften besteht zusätzlich die Möglichkeit zur Promotion.

Institut für Holzwissenschaften mit neuem Studiengang ab 2019/20

Lehre und Forschung umfassen die Bereiche Holzbiologie, Holztechnologie, forstliche Produktion, Ökonomie, Arbeitswissenschaften, Biotechnologie und Unternehmensplanung. Die Studierenden lernen die biologischen, chemischen und physikalischen Eigenschaften von Holz kennen, die Verwendung von Holz für Konstruktionszwecke, die mechanische und chemische Verarbeitung von Holz sowie die Produktion des Rohstoffs und die Vermarktung der hergestellten Produkte.

Institut für Holzwissenschaften
Institut für Holzwissenschaften mit neuem Bachelor-Studiengang Master of Wood Science

Die Forschungsschwerpunkte des Institut für Holzwissenschaften umfassen sowohl Grundlagenforschung als auch angewandte Forschung. Unsere Forschung wird von nationalen und internationalen wissenschaftlichen Förderprogrammen, von der Industrie und von Verbänden unterstützt. Darauf gründen sich hervorragende Kontakte zur Wirtschaft, zu Verbänden und unterschiedlichsten öffentlichen Institutionen, die auch für die Ausbildung unserer Studierenden genutzt werden.

Das IHW ist Partner in einer Vielzahl nationaler und internationaler Forschungsverbünde, pflegt die Zusammenarbeit mit verschiedenen Forschergruppen der Universität Hamburg, der Technischen Universität Hamburg-Harburg (TUHH) und ist im Exzellenzcluster Climate Systems Analysis and Prediction (CliSAP) der Universität Hamburg engagiert. Im Bereich der Holzforschung arbeitet das Institut für Holzwissenschaften mit dem Bundesforschungsinstitut für Ländliche Räume, Wald und Fischerei, dem Thünen-Institut (TI), zusammen.

Folgende Abteilungen des Fachbereichs Biologie sind am Institut für Holzwissenschaften ansässig:

Der englischsprachige Studiengang Master of Wood Science ist ein konsekutiver, forschungsorientierter Abschluss, aufbauend auf grundlegenden Kenntnissen lignocellulosebasierter Bioressourcen und deren Verwendungsmöglichkeiten. Er vertieft die Fähigkeiten der Studierenden

  • zur selbstständigen Anwendung holzspezifischer Fachkenntnisse,
  • zur eigenständigen Arbeit nach wissenschaftlichen Grundsätzen unter Einhaltung wissenschaftlicher Methoden,
  • zur verantwortungsvollen Einordnung ihres Wissens in gesellschaftliche Zusammenhänge.

Bauen mit Holz sorgt für eine lebenswerte Umwelt

Durch die Holzbau-Offensive in Baden-Württemberg ist Bauen mit Holz in aller Munde. Moderne Holzbauwerke prägen die Baukultur und schaffen den Menschen ein lebenswertes Umfeld. Dies betonte Forstminister Peter Hauk im Rahmen der 8. Freiburger Holzbautagung. Eine Vortragsreihe stellte Leuchtturmprojekte des innovativen Holzbaus vor.

In Bauwerken verarbeitetes Holz aus nachhaltiger Waldwirtschaft speichert langfristig klimaschädliches Kohlendioxid. Nicht zuletzt vor dem Hintergrund des Klimawandels müssen wir das Bauen mit Holz weiter vorantreiben. Darauf zielt unser Handeln ab“, sagte der Minister für Ländlichen Raum und Verbraucherschutz, Peter Hauk, in Freiburg anlässlich der 8. Freiburger Holzbautagung. Das Bauen mit Holz leiste einen unverzichtbaren Beitrag für eine zukunftsfähige Entwicklung von Städten und Gemeinden. Moderne Holzbauwerke prägen die Baukultur und schaffen den Menschen ein lebenswertes Umfeld. Holz aus heimischer Waldwirtschaft sei nachhaltig verfügbar, energieeffizient und umweltfreundlich. Demgegenüber verbrauche konventionelles Bauen etwa 60 Prozent der natürlichen Ressourcen und produziere die Hälfte des gesamten Müllaufkommens.

Der Holzbau prägte für lange Zeit das Bild unserer Städte. So breit die Verwendung von Holz in der Baukultur der vergangenen Jahrhunderte gestreut war, so groß ist derzeit wieder das Spektrum der anstehenden Aufgaben in der Stadt und deren Weiterentwicklung“, erklärte Hauk. Vor allem bei der städtebaulichen Verdichtung in Verbindung mit der Gebäudemodernisierung könne der moderne urbane Holzbau sehr gute Lösungen bieten. Hierzu habe die Landesregierung mit der Holzbau-Offensive insgesamt 13 Innovationspakete geschnürt, um bis 2023 das Bauen mit Holz auch weiterhin gezielt voranzubringen.

Bauen mit Holz
Bauen mit Holz schont die Umwelt und sorgt für ein behagliches Wohnklima

Leuchtturmprojekte des innovativen Bauen mit Holz vorgestellt

Für das Bauen mit Holz wurden in einer Vortragsreihe einige der baden-württembergischen Leuchtturmprojekte des innovativen Holzbaus vorgestellt. In diesem Zuge wurden auch zwei Objekte in Freiburg näher beleuchtet. Neben dem Nachverdichtungsprojekt‚ Freiburg am Schildacker‘ wurde auch der Futur2, ein Sechs-Geschosser aus Holz, von den Architekten und Holzbauingenieuren vorgestellt. Mehrgeschossiger Holzbau revolutioniert den Wohnungsbau.

Das Nachmittagsprogramm mit Fachexkursionen zu beispielhaften Gebäuden in Freiburg rundete das Programm der jeweiligen Vorträge am Vormittag ab. So wurde unter anderem der Futur2, ein KfW-Effizienzhaus, mit thermischen und elektrischen Solaranlagen und einer tragenden Massivholzkonstruktion für ein klimafreundliches und kommunikatives Miteinander von Jung und Alt, besichtigt und die fachlichen Fragen und Spezifikationen dieses Holzbaus am Objekt diskutiert.

Baden-Württemberg ist eine der waldreichsten Regionen Europas. Mit Blick auf die Vielfalt sowie den Holzzuwachs und die Holzvorräte nehmen unsere Wälder eine europäische Spitzenstellung ein. Dieses Potenzial muss auch mit Blick auf das Erreichen der Klimaschutzziele der Gesellschaft bestmöglich genutzt werden“, erklärte Hauk.

Die Freiburger Holzbautagung zum Bauen mit Holz findet alle drei Jahre statt, in diesem Jahr bereits zum achten Mal. Organisiert wurde diese von: Regierungspräsidium Freiburg, ForstBW, Hochschule Biberach, Holzbau Baden e.V., proHolz Schwarzwald und der Stadt Freiburg.

Ausgewählte mittelständische Holzbau-Unternehmen finden sie auf dem Ratgeber-Portal Holzbauwelt.de.

Die BauBuche – innovativer konstruktiver Baustoff

Die BauBuche erweitert die konstruktiven Möglichkeiten im Holzbau. Deutschland ist in etwa zu einem Drittel mit Wald bedeckt. Gut 25% dieser Fläche ist mit Laubbäumen besetzt, wobei Buche die am weitesten verbreitete Baumart ist. Der Laubholzanteil wird zukünftig weiter steigen. Ein ganz anderes Bild bietet sich hingegen im konstruktiven Holzbau. Dieser Bereich wird zu 99% von Nadelhölzern dominiert.

Der Thünen Report 9 vom Dezember 2013 schlussfolgert deshalb: „Der vermehrte Anfall von Laubholz und die begrenzten Verwendungsmöglichkeiten in Form von Produkten mit höherer Wertschöpfung sind noch immer ein Problem der Holzverwendung. Das Laubholz spielt im konstruktiven Bereich nach wie vor eine geringe Rolle.“ Monokulturen im Wald sind besonders anfällig für Stürme und Schädlingsbefall. Daher hat sich die Bundesregierung zum Ziel gesetzt, den Wald umzubauen und den Anteil von Mischwäldern zu erhöhen. In der Folge wird es deutlich mehr Holz von Laubwäldern geben, insbesondere die weit verbreitete Buche.

Ihr Holz wird bislang im Bauwesen jedoch kaum verwendet. „Die Buche spielt hier bisher eine verschwindend geringe Rolle, es werden im Holzbau fast ausschließlich Nadelhölzer genutzt,“ sagt Jan Hassan vom Unternehmen Pollmeier, das an drei Standorten in Deutschland Laubholzsägewerke betreibt, „ihr Anteil in den Wäldern wird jedoch massiv steigen; diese Reserven müssen im Holzbau genutzt werden.“

BauBuche
Pollmeier BauBuche – Furnierschichtholz aus Buche ©Pollmeier

Welche Vorteile bietet die BauBuche als Baustoff?

Die Buche ist kein einfaches Holz, wie Ingenieur Jan Hassan erklärt, der bei Pollmeier für Public Relations und Marketing verantwortlich ist: „Buchenholz ist in der Verarbeitung deutlich komplizierter als Nadelholz, da die Stämme krumm sind und zum Teil sehr große Äste haben, die die Festigkeit beeinflussen. Außerdem ist bei der Buche die Holztrocknung aufwendiger. “ 2008 fingen die Experten der Firma Pollmeier an, darüber nachzudenken, wie man aus Buchenholz trotzdem einen Werkstoff für den Holzbau herstellen kann. Das Ergebnis dieser Überlegungen kam 2014 auf den Markt: die BauBuche, Schichtholz, das aus drei Millimeter dicken Furnieren besteht.

DieBaubuche eignet sich auch als gestalterisches Bauelement

Die BauBuche als neuer Werkstoff für den konstruktiven Holzbau, erfordert der neben der Produktentwicklung auch die Entwicklung eines vollkommen neuen Produktionsprozesses. „Man kann in einem Werk, das Furnierschichtholz aus Nadelholz herstellt, keine Buche verarbeiten.“ In der BauBuche kann Buchenholz nun alle seine Vorteile entfalten, die es ebenso besitzt, sagt Jan Hassan: „Es hat zum Beispiel eine viel glattere, feinere Oberfläche als Nadelhölzer, aber auch gute technische Eigenschaften – so ist die Tragfähigkeit der BauBuche etwa drei Mal höher als jene von Fichtenbrettschichtholz, was dazu führt, dass man materialsparend, aber auch sehr viel eleganter bauen kann.“ Durch die dünnen Furniere werden zudem die Probleme in der Verarbeitung von Laubholz ausgeglichen. „Hier stören die Äste nicht mehr und auch das Trocknen ist kein Problem.“ Das Holz für die BauBuche stammt aus den Wäldern um das Werk im thüringischen Creuzburg, maximal 150 Kilometer ist es zu Pollmeier unterwegs.

Holzbau-Offensive Baden-Württemberg geht voran

Der Minister für Ländlichen Raum und Verbraucherschutz Baden-Württemberg, Peter Hauk, hat eine „Holzbau-Offensive“ initiiert. Diese sieht vor, dass künftig öffentliche Neubauten und Modernisierungen von Bestandsgebäuden so weit wie möglich in moderner Holz- oder Holzhybridbauweise realisiert werden sollen. Grüne und CDU hatten sich bereits bei der Novellierung der Landesbauordnung dafür stark gemacht, den Einsatz von Holz beim Geschossbau zu erleichtern.

Die Holzbau-Offensive Baden-Württemberg unterstützt sowohl die Klimaschutzziele, Bioökonomie und die Nachhaltigkeit im Holzbau. Die intelligente stoffliche Holzverwendung sind wichtiger Bestandteil im Integrierten Energie‐ und Klimaschutzkonzept des Landes (IEKK). Hier ist die Vorbildfunktion der öffentlichen Bauherrschaft und ihrer Baugesellschaften formuliert.

Holzbau-Offensive Baden-Württemberg setzt auf Klimaschutz

Eine Weiterentwicklung des Holzbaus trägt maßgeblich dazu bei, die Klimaschutzziele zu erreichen. In verbautem Holz und in Holzwerkstoffen wird Kohlenstoff langfristig gebunden. Gesteigert werden kann der Effekt durch die Stärkung regionaler, bioökonomisch ausgerichteter und nachhaltiger Wirtschaftskreisläufe, bei denen weniger CO2 freigesetzt wird. Bauen mit Holz verbessert CO2-Einsparung. Die erfolgreiche Verbindung von Ökonomie, Ökologie und Sozialem lässt sich mit einem regional nachwachsenden Rohstoff wie Holz in ganz besonderem Maß umsetzen. Hierin liegt eine ganz besondere Chance für Baden‐Württemberg. Mit der Stärkung der ressourceneffizienten Verwendung von Holzbaustoffen leistet das Land einen wesentlichen Beitrag zum Erreichen seiner Klimaschutzziele.

Holzbau-Offensive
Baden-Württemberg setzt auf die Holzbau-Offensive

Rasch und wirtschaftlich Wohnraum mit hoher Wohnqualität schaffen durch die Holzbau-Offensive

Holzbau eignet sich hervorragend für serielles Bauen, da er trotz Standardisierung und kostengünstiger Typologien eine sehr hohe Wohnqualität schafft. Dadurch kann Holzbau einen Beitrag zur raschen Bereitstellung von dringend benötigtem Wohnraum leisten. Auch im sozialen mehrgeschossigen Wohnungsbau bietet sich Holzbau für neue Lösungswege an. Gleiches gilt für die Stadt‐ und Dorfentwicklung. Bauvorhaben in verdichteten Gebieten, etwa die Aufstockung bestehender Gebäude, lassen sich mit Holz häufig technisch und wirtschaftlich leichter realisieren.

Potentiale des Holzbaus im Hochbau und Ingenieurbau nutzen

Derzeit besteht ein großer Bedarf, dem breiten Feld privater Bauherrinnen und Bauherren über kommunale Investoren bis hin zu den Bauträgern des Landes durch Anschauungsobjekte die technischen und architektonischen Potentiale des Holzbaus anschaulich zu machen. Dazu sollen innovative und gut gestaltete Modellvorhaben im Holzbau gefördert und sichtbar gemacht werden.

Moderner Holzbau und Baukultur lassen sich besonders erfolgreich verbinden. Die Entwicklung der Baukultur in urbanen wie ländlichen Räumen des Landes unterstützt die Entwicklung in Richtung eines zukunftsweisenden Holzbaus und stiftet Identität mit vielfältigen, positiven Wechselwirkungen. Dies dokumentieren der Staatspreis Baukultur, die Auszeichnungsverfahren der Architekten‐ und Ingenieurkammer des Landes sowie der Holzbaupreis Baden‐Württemberg. Für die Förderung der Holzbau-Offensive in Baden-Württemberg stellt die Landesregierung in den nächsten 5 Jahren Fördermittel von knapp 17 Mio. Euro zur Verfügung.

Wood Passage beeindruckt auf der Bau 2019

Wood Passage ist eine erlebbare Initiative von proHolz Austria, proHolz Bayern und Lignum Schweiz. Auf der Messe BAU in München wurde die Wood Passage erstmals öffentlich präsentiert. Vier „Tore“ aus Holz, jeweils rund 4 Meter breit und 4 Meter hoch, skizzieren den Weg vom Baum zum Haus. Bauen mit Holz heißt, aus Bäumen Häuser zu machen und damit einen wesentlichen Beitrag zu Klimaschutz und Ressourcenschonung zu leisten, Nachhaltige Waldbewirtschaftung und Holzbau liefern somit Antworten auf wesentliche Herausforderungen der Zeit. Darauf wiesen die Vertreter aus Österreich, Bayern und der Schweiz bei der gemeinsamen Eröffnung hin.

Wood Passage – die begehbare und erlebbare Installation

Im Wald wächst der Baum – aus dem Baum wird Holz – aus dem Holz entsteht das Haus. Diesen Prozess trägt die „woodpassage“ einprägsam in die Zentren Europas mit einer Skulptur aus Holz im Aussenraum. Sie vermittelt mit einfachen piktogrammatischen Zeichen in vierzig Stufen die Transformation vom der Tanne zum Haus. Diese Umformung wird wie aus großen Holzblöcken herausgeschnitten dargestellt, Scheibe für Scheibe.

So entsteht eine sinnlich erlebbare »woodpassage« aus vier Holztoren in 4,30 m Breite, 4,20 m Höhe und gesamt 8,65 m Länge. Sie vermittelt in der Fernerkennung eine starke, dreidimensionale Botschaft. Im Durchschreiten der feierlich beleuchteten Passage dient sie als spielerisches Sprachrohr für die ökologischen Vorzüge konstruktiver Holznutzung.

Wood Passage
Wood Passage proholzbayern auf der Bau 2019 in München

Für den Bau dieser vier Tore wurden ca. 13 Kubikmeter Holz gebraucht. Diese Menge wächst in Europas Wäldern in einer 1/2 Sekunde nach. Außerdem sind im Holz dieser 4 Tore etwa 13 Tonnen CO2 auf Dauer gebunden. Das entspricht dem Schadstoffausstoß eines Pkws in 8 Jahren. Wald und Holz fungieren als Klimaschützer.

Wood Passage geht auf Wanderschaft im DACH-Raum

• Premiere auf der Messe BAU, 14. bis 19. Januar 2019 in München
• Grenzüberschreitende Holzinformation mit der wood passage
• Nächste Station: Linz, Österreich

Bauen mit dem nachwachsenden Baustoff Holz. Beteiligte der wundervollen Holzbau-Installation Wood Passage sind:

Konzept Entwurf Gestaltung Atelier Andrea Gassner, www.atelierandreagassner.at
Planung TU München Hermann Kaufmann, Maren Kohaus, www.holz.ar.tum.de
Holzbau und Statik Fetz Holzbau, www.fetz-holzbau.at

Wichtige Verantwortung für Ressource Wald und Holz

Die nachhaltige Forstwirtschaft für Wald und Holz hat in Deutschland und Europa eine lange Tradition und ist Vorbild für verantwortungsvolles Wirtschaften. Die Waldgesetze von Bund und Ländern garantieren den Walderhalt und seine nachhaltige Bewirtschaftung. So sind die Versorgung der Gesellschaft mit dem Rohstoff Holz und gleichzeitig die Schutz- und Erholungsfunktion des Waldes gesichert.

Eine nachhaltige Rohholznutzung ermöglicht langfristig positive sozioökonomische Effekte des Clusters Forst & Holz, wie z. B. Beschäftigung und Wertschöpfung, und leistet wichtige Beiträge zum Klimaschutz. Gelingt es der Forstwirtschaft, das Holzaufkommen zu steigern, könnten diese gesellschaftlich bedeutenden Aspekte weiter gesteigert werden. Die heimische Holzwirtschaft ist in die Weltwirtschaft integriert. Deutschland ist nach China und den USA der größte Exporteur (nach Werten) von Holzprodukten. Dabei gehen 80 Prozent der Exporte in die EU. Seit 2009 ist Deutschland Nettoimporteur von Nadelrohholz. Die Marktentwicklung lässt eine weitere Zunahme erwarten.

Nachhaltigkeit prägt die Ressource Wald und Holz

Die 2014 veröffentlichte dritte Bundeswaldinventur (BWI 3) hat die Nachhaltigkeit der Bewirtschaftung des deutschen Waldes bestätigt. Der Vorrat im deutschen Wald steigerte sich demnach auf 3,7 Milliarden Kubikmeter – dies obwohl die Vorteile des nachwachsenden Rohstoffes Holz zu einer gestiegenen Nutzung geführt haben. Kein anderes Land in der Europäischen Union hat vorrats-, struktur- und artenreichere Wälder. Der Wald in Deutschland wird heute naturnäher bewirtschaftet als früher.

Die Entwicklung weg von Nadelbaumreinbeständen hin zu standortgerechten, strukturreichen Mischwäldern soll die Anpassung an den Klimawandel fördern und die Wälder stabiler machen. In den heimischen Wäldern liegt der Anteil von Nadelbäumen heute bei 54 Prozent. In der Jungbestockung (Bäume bis vier Meter Höhe) liegt ihr Anteil nur noch bei 27 Prozent.

Wald und Holz
Wald und Holz ist die wichtigste Ressource für das Klima.

Wichtige Handlungsfelder für Ressource Wald und Holz

Klimaschutz: Die Bewirtschaftung der Wälder und das entnommene Rohholz sind die Grundlage für den positiven Beitrag der Forst- und Holzwirtschaft zum Klimaschutz. Die Sicherung der Rohholzversorgung bei gleichzeitigem Erhalt der Schutzfunktionen des Waldes ist Basis für die nachhaltige Erbringung dieser Beiträge. Eine Ausweitung des Holzaufkommens ist damit aus Sicht des Klimaschutzes sinnvoll.

Wertschöpfung: Die Bewirtschaftung der Wälder und das entnommene Rohholz sind Grundlage für die Wertschöpfung in der Forst- und Holzwirtschaft. Eine Sicherung der Rohholzversorgung bei gleichzeitigem Erhalt der Schutzfunktionen des Waldes sichert somit auch die ökonomische Basis des Clusters Forst & Holz.

Ressourceneffizienz: Da die Waldfläche begrenzt ist, gewinnen neben Fragen der Erweiterung auch Maßnahmen zur Erhöhung der Flächenproduktivität des Waldes bei „knapper Fläche“ an Bedeutung. Das Holzaufkommen kann bei gleichzeitigem Erhalt der Schutzfunktionen des Waldes nachhaltig gesteigert werden.

 

HoHo Wien: höchstes Holz-Hochhaus weltweit

Das HoHo Wien als Holz-Hybridbau steht dafür, Materialen dort einzusetzen, wo sie am sinnvollsten all ihre positiven Eigenschaften entfalten können. Die Entscheidungsgrundlage für den Baustoff Holz ist eindeutig: sinnvoll und nachhaltig. Beim höchsten Holzhochaus der Welt ist die Bekleidung noch wichtiger als bei anderen Bauvorhaben: Die Eternit-Fassadenplatten zeichnen sich nicht nur durch perfekten Schutz vor Witterungseinflüssen aus, sondern sind auch höchst brandbeständig, schalldämmend und langlebig.

Im November 2014 wurde mit einer grundsätzlich simplen Überlegung: „Wie kann man den Werkstoff Holz für unsere zukünftige Generation in einem neuen Stadtteil sinnvoll einsetzen?“ der Grundstein für ein Hochhaus aus Holz gelegt. Der Gedanke die Machbarkeit eines so großvolumigen Holz-Projekts zu überprüfen, ließ Caroline Palfy, Geschäftsführerin der cetus Baudevelopment, nicht mehr los: „Ja, die heimischen Bauvorschriften sind streng und das ist gut so, aber ich kenne die gute Tragfähigkeit von Holz – auch im Falle eines Brandes. Vier Monate dauerte die Prüfung aller Risiken, immer in enger Abstimmung des Kernteams mit den Behörden.“ Was nun in der Seestadt Aspern als HoHo Wien von Investor Günter Kerbler und Caroline Palfy realisiert wird, zählt zu den Meilensteinen des internationalen Holz-Booms.

HoHo Wien
Weltweit höchstes Holz-Hochhaus 84 m hoch – HoHo Wien

Die Fakten zum HoHo Wien Holz-Hochhaus im Überblick

  • Bruttogesamtfläche: 25.000m²
  • Mietfläche: 19.500 m²
  • Grundstücksfläche: 3.920 m²
  • Gebäudeart: Hochhaus mit innovativer Holzbautechnik
  • Etagen: 24 Geschoße
  • Höhe HohoWien Holzhochhaus: 84 Meter
  • Nutzung: Gewerblich
  • Baubeginn: 12. Oktober 2016
  • Fertigstellung: geplante Bauzeit 2 Jahre
  • Investitionsvolumen: 65 Millionen Euro

Das HoHo Wien als mehrgeschossiger Holzhybridbau

Das Bau-System des HoHo Wien besticht durch seine Schlichtheit und seine Bündelung von mehreren Baustoffen, wobei Holz immer im Vordergrund steht. Das bewusst einfache System verwendet die Stapelung vier vorgefertigter, serieller Bauelemente: Stützen, Unterzug, Deckenplatten und Fassadenelemente. An die tragenden Gebäudekerne werden die Grundflächen aus Holzverbunddecken angelagert, die ihren Abschluss an den Fassaden finden. Diese seriellen Elemente der Holzverbunddecken sind auf Holzstützen in der abschließenden Fassadenschicht aufgelagert. Die Stützen wiederum bilden mit den ebenfalls vorgefertigten Außenwandmodulen aus Massivholz ein gemeinsames Montageelement. Die innen sichtbaren Holzflächen der durchgehenden Holzdecken, der Stützen und der Außenwand schaffen eine sinnliche, natürliche Atmosphäre. Das imposante Holz-Hochhaus überzeugt als mehrgeschossiger Holzhybridbau.

 

Holz-Ratgeber PEFC für die Beschaffung des Rohstoffes

PEFC – „Holz und Papier grüner einkaufen.“ Mit der eigenen Beschaffungspolitik einen Beitrag zum Erhalt unserer Wälder weltweit leisten? Das haben Einkäufer der öffentlichen Hand und privatwirtschaftlicher Unternehmen selbst in der Hand, indem sie Holz- und Papierprodukte aus nachhaltiger Waldbewirtschaftung explizit nachfragen. Dazu zählen beispielsweise die eingesetzten Papiere im Officebereich, Hygienepapiere, Biomasse für das eigene Kraftwerk, Möbel und Inneneinrichtung oder nicht zuletzt Bauvorhaben, bei denen Holz als Rohstoff eingesetzt wird.

Wie eine solche Beschaffungspolitik in der Praxis aussehen muss, wie eine entsprechende Ausschreibung gestaltet werden kann, wie die dazugehörigen Nachweisdokumente kontrolliert werden und welche Vorteile eine „waldfreundliche“ Beschaffung für das eigene Image und die Marketingaktivitäten der Institutionen hat, zeigt der neue 11-seitige Leitfaden „Holz und Papier grüner einkaufen“. Zielgruppe sind sowohl Beschaffer und Einkäufer, die sich erstmals mit dieser Thematik auseinandersetzen, als auch jene Institutionen, die bereits eine entsprechende Beschaffungspolitik eingeführt haben und die Prüfung der Nachweise effizient gestalten wollen.

PEFC – Broschüre für die verantwortungsvolle Beschaffung von Holzprodukten

Den Leitfaden können Sie hier herunterladen. Er bildet zudem eine Ergänzung zur PEFG – Broschüre „ Verantwortungsvoll beschaffen – Ein Ratgeber für die öffentliche Beschaffung von Holz- und Papierprodukten “, die derzeit überarbeitet wird und in neuer Auflage voraussichtlich zu Beginn des Jahres 2019 zur Verfügung steht.

PEFC
Kriterien für die Waldbewirtschaftung durch PEFC

Holzindustrie im Spannungsfeld zwischen Ressourcenverfügbarkeit und Nachfrage

Ist die gegenseitige Anerkennung von FSC und PEFG sinnvoll, prakatikabel und wünschneswert? Diese Frage diskutierten 150 Wald-, Holz- und Nachhaltigkeitsexperten im Zweiten Forum Zertifizierung von PEFC Deutschland in Heidelberg und lieferten viele wertvolle Anregungen.

Zu einem schnellen Konsens in der Anerkennungsfrage fanden die Vertreterin des Holzhandels und die Vertreter der Holzindustrie. Sie alle bekannten sich zu kontrolliertem, nachhaltigem Holz, bezeichneten eine zusätzliche Marktverengung durch detailverliebte Unterschiede in den Standards, die dem Gesamtanliegen nicht dienten, als geschäftsschädigend. Für die Sägeindustrie sprach Thomas Kayser, Verkaufsleiter HOLZ-JOKI. Er wünschte sich, dass PEFC und FSC von Dritten so eingestuft würden wie TÜV und Dekra bei der KFZ-Prüfung. Dr. Katharina Gamillscheg, stellv. Geschäftsführerin des Gesamtverbandes Deutscher Holzhandel, regte an, die Idee der gegenseitigen Anerkennung äußerst pragmatisch außerhalb des Waldes weiterzuverfolgen – die Waldzertifizierung anzugleichen, hielt sie für naiv. Carsten Huljus, CEO Sustainable Biomass Program, stimmte ihr zu und stellte dar, wie es seiner Organisation gelungen sei, im Biomassebereich einen Dachstandard unter Einbeziehung der PEFC- und FSC-Zertifizierung herzustellen. Alexander Kolb, Geschäftsführer Nolte Holzwerkstoff, und Mathias Reich, Regional Manager International Paper, kritisierten die negativen Auswirkungen, die entstünden, wenn der Markt die Systeme auseinanderdividiert und einseitig Rohstoffe eines bestimmten Systems verlange.

Welcher Bautrend erwartet uns in den nächsten Jahren?

Mit welchem Bautrend werden wir uns künftig auseinander setzen müssen? Das Marktforschungsinstitut Bauinfoconsult hat sich unter Bauunternehmern, Handwerkern und Architekten umgehört, welche Themen in den kommenden vier Jahren besonders wichtig werden. Die Nachfragetrends in sieben Bereichen im Überblick.

Die Geschäfte im Bau- und Ausbauhandwerk laufen derzeit glänzend. Ob das in den nächsten Jahren so bleibt, hängt auch davon ab, wie sich die Anforderungen der Kunden verändern werden und ob die Baubranche dazu passende Lösungen liefern kann. Diese Trends hat das Beratungsunternehmen Bauinfoconsult ermittelt:

Bautrend: Wärmedämmung mit nichtbrennbaren Stoffen

Die Kunden der Baubranche werden in den nächsten Jahren verstärkt Aspekte der Umwelftreundlichkeit in ihre Kaufentscheidung mit einbeziehen, sind sich die befragten Unternehmer sicher. Knapp jeder dritte Befragte sieht einen großen Nachfragetrend für umweltfreundliche Dämmstoffe entstehen. Polystyrol verliert gegenüber Mineralwolle oder Steinwolle an Bedeutung. Auch das Thema Brandschutz wird für den Kunden immer wichtiger. Nichtbrennbare Brennstoffe sind gefragt, was im Zusammenhang mit der medialen Berichterstattung über den Großbrand des Grenfell Tower im vergangenen Sommer stehen könnte. Beim Brand des Hochhauses in London kamen über 70 Menschen ums Leben, viele weitere wurden zum Teil schwer verletzt. Der Trend zu immer dicker werdenden Dämmschichten scheint hingegen vorbei. Neun von zehn Bauunternehmern gehen davon aus, dass die guten Dämmeigenschaften der am Markt erhältlichen Produkte dickere Dämmschichten überflüssig machen.

Bautrend: Fassaden mit viel Glas und Holz

Die befragten Bauunternehmer sehen eine möglichst natürliche Optik als größten Trend im Bereich Fassade an. Fast jeder Dritte sieht hier eine zunehmende Nachfrage. Die Zeiten langweiliger Betonwände scheinen damit vorbei. Glas- und Holzfassaden und auch farbige Fassaden sind im Kommen. Auch die Kombination von Glas und Stahl wird künftig stärker nachgefragt werden, schätzen die Branchenvertreter. Daneben bleibt die Energieeinsparung ein wichtiges Thema. Die Bauunternehmer erwarten steigende Nachfrage im Bereich Wärmedämmverbundsysteme und Dämmung im Allgemeinen.

Bautrend Wohnen
Bautrend mit Holz und Glas – Plusenergiehaus von Regnauer Hausbau

Bautrend: Grüne Dächer und Lichtkuppeln

Ökologische Dachbedeckungen werden gerade in Ballungszentren immer beliebter, sind sich die von Bauinfoconsult befragten Architekten sicher. Gerade bei Flachdächern von Tiefgaragen und Discountern ist die Begrünung immer mehr in Mode. 36 Prozent der befragten Architekten sehen im Bereich Dach die Begrünung als großen Nachfragetrend der nächsten Jahre. Immerhin knapp jeder Vierte geht davon aus, dass die Nachfrage an Lichtbändern und Lichtkuppeln steigen wird. Zu den weiteren genannten Trends zählen kostengünstige Betondachsteine und farbige Dächer.

Bautrend: Mehr Sicherheit bei Türen und Fenstern

Die Meldungen von bandenmäßig organisierten Einbrüchen in den vergangenen Jahren zeigen Wirkung. Sicherheitsaspekte werden für die Kunden beim Kauf von Fenstern und Türen eine zunehmende Rolle spielen, schätzen die befragten Architekten. 37 Prozent sehen hier einen großen Trend bis 2021. In dem Zusammenhang gewinnt auch die Steuerung per Smart Home an Bedeutung. Gerade für die Steuerung von Rollläden kann Smart Home für den Kunden Komfort und Sicherheit gleichermaßen verbessern – so die Meinung der Architekten. Das Thema Wärmedämmung/Energieeffizienz dürfte bei den Nachfragetrends für Türen und Fenster ebenso wichtig sein. Um Wärmebrücken zu verhindern, könnte die Dreifachverglasung vom Kunden bevorzugt gekauft werden, schätzen die Architekten.

Bautrend: Brandschutz im Trockenbau

Maler und Trockenbauer sehen neben den Themen Energieeffizienz und Dämmung vor allem im Brandschutz ein wichtiges Zukunftsthema für ihre Branchen. Der allgemeine Trend zu mehr Umweltbewusstsein des Kunden dürfte sich laut den Befragten auf den Bedarf an ökologischen Farben und Materialien auswirken. Steigende Nachfrage in den nächsten Jahren erwarten die Branchenvertreter auch im Bereich Schallschutz und Akustik.

Bautrend: Bäder als Oase der Entspannung

Nur Hände waschen und duschen reicht immer weniger Kunden aus, wenn es um die Gestaltung ihres Bades geht. 43 Prozent der befragten SHK-Installateure gehen davon aus, dass künftig immer mehr Bäder nicht nur funktional sein müssen, sondern einer Wellness-Oase gleichen sollen. Im Trend bleibt auch die Barrierefreiheit im Bad, die etwa zu steigender Nachfrage an bodengleichen Duschen führt. Immer mehr SHK-Handwerker sehen sich auch mit dem Anspruch konfrontiert, ihren Kunden Komplettbäder aus einer Hand inklusive Keramik und Möbeln anzubieten.

Bautrend: Energiesparende Heizung mit Wärmepumpe

Energieeffizienz und Umweltfreundlichkeit sind die zentralen Themen im Bereich Heizung. Die SHK-Handwerker erwarten eine deutlich steigende Nachfrage von Systemen zur Nutzung erneuerbarer Energien. Wärmepumpen, aber auch Solarthermie zur Heizungsunterstützung und Warmwasseraufbereitung, gewinnen an Bedeutung. Keine großen Steigerungen erwarten die Spezialisten beim Bedarf an Pelletheizungen und der Brennwerttechnologie.

Optimale Wohngesundheit durch ökologische Dämmstoffe

Natürliche ökologische Dämmstoffe sorgen für ein wohngesundes Zuhause. Im Winter ein kuschlig warmes Heim, im Sommer ein angenehm kühles Klima in den eigenen vier Wänden. Und das bei niedrigen Heiiz- und Energiekosten. Die Vorteile einer guten Gebäudedämmung sind längst bekannt. Die Auswahl des richtigen Dämmstoff will dabei wohl bedacht werden. Ökologische Dämmstoffe wie z.B. Holzfaserdämmstoffe leisten hierzu ihren Beitrag. Dass die daraus resultierende Wohngesundheit ihren Preis hat im Gegensatz zu konventionellen Dämmstoffen, die oft aufwendig hergestellt werden und weniger wohngesund sind, ist selbstverständlich. Ökologische Dämmstoffe werden nunmal nicht in den Größenordnungen produziert wie herkömmliche Massen-Dämmstoffe.

Die wichtigsten Fakten auf einen Blick für ökologische Dämmstoffe

  • ökologische Dämmstoffe sind gut für Umwelt und Gesundheit
  • besonders guter Schutz vor sommerlicher Hitze
  • sehr gutes Wohnklima durch Naturdämmstoffe
  • Schonung fossiler und mineralischer Ressourcen
  • Herstellung und Recycling mit wenig Energieaufwand
  • natürliche Dämmstoffe sind teurer als konventionelle Dämmstoffe
Ökologische Dämmstoffe
Wohngesundes Bauen durch ökologische Dämmstoffe sorgt für ein angenehmes Wohnklima

Ökologische Dämm­stoffe werden auch Natur­dämm­stoffe, natürliche Dämm­stoffe, oder Dämmstoffe aus nach­wachsenden Rohstoffen genannt. Von konventio­nellen Dämm­stoffen unterscheiden sie sich vor allem darin, dass sie wesentlich umwelt- und gesund­heits­freundlicher sind. Natürliche Dämmstoffe werden vor allem in Holzhäusern und Holzfertighäusern zur Wärmedämmung verwendet.

Wie gut ein Dämm­stoff im Winter vor Kälte und im Sommer vor Hitze schützt, sehen Sie anhand der Wärme­leitfähigkeit. Sie gibt an, wie viel Wärme durch den Dämm­stoff nach außen dringt. Angegeben wird sie als Wärme­leitstufe (WLs) in Watt pro Meter und Kelvin (W/mk). Je niedriger der Wert, desto niedriger ist die Leit­fähigkeit und desto dünner kann die Dämm­schicht sein. Die Wärmeleit­fähigkeit konventio­neller Dämm­stoffen liegt zwischen 0,020 (Polyurethan/PUR) und 0,045 W/mk (zum Beispiel gängige Mineral­wollen). Dämm­stoffe aus nach­wachsenden Rohstoffen besitzen Wärme­leit­fähigkeits­werte von 0,038 (Zellulose) bis 0,080 W/mK (Holzspäne), die meisten liegen jedoch im Bereich von 0,040 bis 0,055 W/mK. Ihre Wärme­leit­fähigkeit liegt also etwas über der konventio­neller Materialien, entsprechend geringer ist ihre dämmende Wirkung. Doch eine dickere Dämm­stoff­schicht gleicht das in der Regel aus.

Natürliche ökologische Dämmstoffe kosten im Schnitt etwas mehr als konventio­nelle – unter anderem, da konventio­nelle in größeren Mengen produziert werden. Doch insbe­sondere Zellulose­flocken können preislich durchaus mithalten. Auch die Kosten für Jute und Stroh sind konkurrenz­fähig.

Ökologische Dämm­stoffe müssen genau wie konventionelle Dämm­stoffe alle Anforderungen an den Brandschutz erfüllen. Die meisten sind von sich aus „schwer entflammbar“, einige „normal entflammbar“. Teilweise werden sie zusätzlich mit Flamm­schutz­mitteln versehen – die allerdings häufig schwach wasser­gefährdend sind. Das muss insbe­sondere bei der Entsorgung bzw. Wieder­verwertung berücksichtigt werden. Ein entscheidender Pluspunkt der Natur­dämmstoffe ist jedoch, dass bei ihrer Verbrennung keine giftigen Rauch­gase entstehen, die meist gefährlicher sind als das Feuer selbst. Holz bindet zudem während seines Wachstums das klimaschädliche CO2. Damit ist Holz der einzige Dämmstoff, der den Kohlenstoff einlagern kann.

 

 

Cluster Forst und Holz in Deutschland

In Deutschland unterstützt der Cluster Forst und Holz den Rohstoff Holz. Im Vergleich zu anderen Rohstoffen besitzt Holz zwei Eigenschaften: es kann nachwachsen und es ist in der Lage den anthropogen bedingten CO2-Ausstoß zu binden. Wird Holz nachhaltig produziert, so kann es auch verstärkt genutzt werden. Dies ist das Ziel des Programms Charta für Holz, das die Bundesregierung vor zehn Jahren verabschiedet hat.

Der Forstwirtschaft nachgelagert sind die Holz bearbeitende Industrie (Sägewerke, Holzwerkstoffindustrie), die Holz verarbeitende Industrie (z.B. Möbelindustrie), das Holzhandwerk, die Papierwirtschaft, das Verlage- und Druckereigewerbe und die energetische Holznutzung. Zum gesamten sog. Cluster Forst- und Holzwirtschaft werden noch der Holzhandel sowie die Zulieferer gezählt. So sind 1,1 Mio. Personen in Deutschland im Cluster Forst und Holz beschäftigt. Damit arbeiten mehr Menschen in dieser Branche als beispielsweise im Maschinen- und Anlagenbau oder in der Automobilindustrie!

Initiative: Cluster Forst und Holz in Deutschland

Wer ein Holzhaus baut, schützt das Klima!

Im Detail geht es bei der Charta für Holz darum, durch einen gesteigerten Holzverbrauch positive Effekte für den Klimaschutz, die Lebensqualität, Innovationen und Beschäftigung zu erreichen. Die Steigerung des Holzverbrauchs ist zwar mit einer erhöhten Nutzung von Wäldern verbunden, wodurch die Kapazität des Waldökosystems, Kohlenstoff zu speichern, gemindert wird. Auf der anderen Seite entstehen aber mindestens zwei positive Effekte:

In den aus Holz hergestellten Produkten wird Kohlenstoff gebunden und sowohl bei zahlreichen stofflichen Nutzungsarten als auch bei einer energetischen Nutzung von Holz wird die Energiegewinnung aus fossilen Stoffen reduziert. Dies führt zu der gewünschten Verminderung der CO2-Emissionen. Ein Holzhaus bauen schützt somit das Klima. Im Vergleich zu Speicherungseffekten durch Nutzungsverzicht und Ausweisung von Naturschutzgebieten entstehen bei der Nutzung des Holzes Wertschöpfungsketten mit nicht vernachlässigbaren Beschäftigungseffekten.

Cluster Forst und Holz
Holz ist Baustoff, Dämmstoff und CO2-Speicher. Cluster Forst und Holz organisiert und unterstützt den wertvollen Rohstoff.
Clusterinitiative im Fürstentum Liechtenstein
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