Biobasierte Materialien aus Holz gewinnen

Mit dem geplanten Zentrum für biobasierte Materialien (ZBM) in Waldkraiburg trägt die Technische Hochschule (TH) Rosenheim einmal mehr zur Ansiedelung von Forschungseinrichtungen außerhalb der Ballungsräume bei. „Hightech-Forschung gehört auch in ländliche Räume. Wir wollen von Öl auf Holz als Kunststoff-Material umsteigen.

CleanTech revolutioniert die Produktion und trägt zur Nachhaltigkeit bei. Mit der Hightech Agenda stellt Bayern elf Millionen Euro zum Start für das Zentrum für biobasierte Materialien bereit“, sagte Ministerpräsident Dr. Markus Söder. Prof. Dr. Heinrich Köster, Präsident der TH Rosenheim, betonte ebenfalls die Wichtigkeit des ZBMs: „Die Bildung ist die Wirtschaft von morgen“.

Das ZBM ist eine wissenschaftliche Einrichtung der TH Rosenheim. Den fachlichen Ausgangspunkt für das ZBM bildet die ganzheitliche, kaskadierende Nutzung des Rohstoffes Holz, wobei schwerpunktmäßig die chemische Holztechnologie, Recyclingtechnologien und die Gesamtheit der Holzkaskade im Sinne einer zirkulären Bioökonomie inkl. Themen der gesellschaftlichen Transformation, Wissensbildung zur holzbasierten Bioökonomie verfolgt wird.

Biobasierte Materialien
Wald als Lieferant für biobasierte Materialien

Biobasierte Materialien aus Holz sind die zukunftsfähigen Produkte von Morgen

Ziel dieses Zentrums ist die Technologieführerschaft im Bereich holzbasierter Materialinnovation. Mit dem ZBM wird die Wertschöpfungskette Holz – Fasern – Lignin – Materialanwendungen- Produktrecycling weitgehend vollständig geschlossen und in Lehre und Forschung abgebildet.

Lignin heißt der Stoff, aus dem Holz und Chemiker-Träume gemacht sind. In Fabrikanlagen wird das braune Pulver zusammen mit Cellulose und Zucker aus Buchenholzhackschnitzeln herausgelöst und dann chemisch weiterverarbeitet. Holz statt Erdöl, das klingt erst einmal sehr umweltfreundlich. Ein nachwachsender Rohstoff, von dem Deutschland eine Menge hat. Buchenholz, um genau zu sein, einen Festmeter braucht man für 100 Kilogramm Lignin – ein Stoff der mit seinen besonderen Eigenschaften dem Erdöl vielleicht bald Konkurrenz machen kann. 

Das ZBM versteht sich dabei als Innovationsvermittler zwischen Forschung und Industrie: Es arbeitet sowohl mit ortsansässigen wie auch überregionalen Unternehmen aus der Branche der Holzverarbeitung zusammen. Die TH Rosenheim hat für das Zentrum für biobasierte Materialien (ZBM) in Waldkraiburg eine Forschungsprofessur ausgeschrieben. Diese Position ist mit der Leitung des im Aufbau befindlichen ZBM verbunden und bietet die Möglichkeit, das Forschungsfeld biobasierter Materialien wesentlich zu gestalten.

lebt in Stuttgart und betreibt als unabhängiger Holzhaus-Experte aus Leidenschaft verschiedene Blogs und das Portal holzbauwelt.de. Er informiert über Trends im Wohnungs- und Gewerbebau mit dem Baustoff Holz und Fördermöglichkeiten für den privaten Bauherr. E-Mail senden