Cluster Forst Holz Bayern aktiviert Zusammenarbeit

Die aktuelle schwierige Situation auf dem Schnittholzmarkt bewegt die Forst-Holz-Branche. Hier sollen nun langfristige und verlässliche regionale Lieferketten gestärkt werden. Auch die Verbraucher sollen den Wert von regionalem Holz stärker erkennen.

In einem ersten Treffen hat die Cluster-Initiative Forst und Holz in Bayern die Akteure in Südostoberbayern zusammengebracht und erste Meilensteine hierzu gesetzt. Die Schnittholzpreise sind in den letzten Monaten stark gestiegen. Dazu zeigen sich erhebliche Versorgungsschwierigkeiten bei den heimischen Zimmerer-und Holzbaubetrieben mit Schnittholzprodukten.

Gleichzeitig konnte man bezüglich der Rundholzpreise insbesondere in 2020 eine sehr schlechte Finanzlage der Forstwirtschaft erkennen. Eine Chance, diese Ungleichgewichte abzufedern, liegt in der Regionalisierung der Wertschöpfungskettenarchitektur in der Zusammenarbeit vom Waldbesitz, Forstdienstleister über die Sägewerke bis zu den Holzbaubetrieben.

Holz Wald
Die Wertschöpfungskette Wald, Holzbearbeitung und Holzverwendung ist neu zu ordnen.

Mit regionaler Holzverwendung zu mehr Klima- und Ressourcenschutz

Frau Staatsministerin Michaela Kaniber hat in Ihrer Regierungserklärung vom 20. Mai 2021 den Startschuss für eine Stärkung Bayerns im Forst-und Holzbereich gegeben: „Bayern ist zwar Waldland Nummer 1, aber trotzdem haben wir beim Holzbau bedauerlicherweise nicht die Nase vorn. Das werden wir ändern. Denn mehr Holzbau ist mehr Klimaschutz! Wer mit Holz baut, wird zum aktiven Klimaschützer“.

Die Bayerische Staatsministerin für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten hat mit Experten aus Wirtschaft, Wissenschaft und Verbänden sowie dem Bau- und dem Wirtschaftsministerium eine Holzbau-Initiative gestartet. Mit einem Fünf-Punkte-Aktionsprogramm „Klimahäuser für Bayern“ werden jetzt die Weichen für mehr Holzbau gestellt.

Unser Rohstoff Holz soll in den kommenden Jahren durch die Vorbildfunktion des Staates beim Bauen, durch ein Förderprogramm Holzbau, eine Stärkung des mehrgeschossigen Bauens sowie der Forschung vorangetrieben werden. Diesem Aufruf folgten die Akteure der Wertschöpfungskette Forst-Holz in Südostoberbayern. Am 1. Juli 2021 trafen sich Vertreter aus der Forstbrache mit Vertretern von Sägewerken bis hin zu Zimmerern, Holzhausbau-Betrieben und Holzveredlern.

Regionale Branchenakteure zeigen starke Bereitschaft zur regionalen Zusammenarbeit

Holz bekommt nun die Wertschätzung die es verdient. Jetzt müssen wir die Akteure in der Wertschöpfungskette systematisch mitnehmen und stärken“, betont Dr. Jürgen Bauer, Geschäftsführer der Cluster-Inititative Forst und Holz in Bayern gGmbH in seiner Begrüßung.

Angefangen vom Privatwald, vertreten durch die Waldbesitzervereinigungen Rosenheim, Traunstein und Berchtesgadener Land, und den Bayerischen Staatsforsten, wurden die schwierigen Schwankungen von Rundholzpreisen diskutiert. Hier soll langfristig mehr Stabilität erreicht werden. „…und zwar auf einem Niveau, mit dem der Waldbauer auch überleben kann,“ stellt Franz Wörndl, stv. Obermeister der Zimmererinnung Rosenheim als eine Prämisse dar.

In diesem Punkt sind sich die Holzbau-Vertreter einig. Aber auch das Ende der Kette, die Holzbaubetriebe selbst gestehen sich ein, die regionalen Sägewerke in den letzten Jahren nicht immer priorisiert zu haben. Die Kette muss von Beginn an funktionieren, nur so ist gewährleistet, dass die Sägewerke regionales Holz verarbeiten können und an die Holzbau-Betriebe der Region weiter liefern können.

Förderung klimafreundliches Bauen mit Holz

Klimafreundliches Bauen mit Holz ist der Schlüssel für das Erreichen der Klimaneutralität. Wälder bedecken ein Drittel der Landesfläche Deutschlands. Sie sind wertvolle Ökosysteme, Kohlenstoffspeicher, Erholungsräume und bedeutende Rohstofflieferanten zugleich.

Holz ist Deutschlands bedeutendster nachwachsender Rohstoff. Die Verwendung von Holz aus nachhaltiger Forstwirtschaft leistet einen wichtigen Beitrag zum Klimaschutz und der Schonung endlicher Ressourcen. Im Sektor Forst und Holz sind in Deutschland rund eine Million Menschen beschäftigt, die in 121 000 Unternehmen einen Umsatz von rund 180 Milliarden Euro erzielen. Der Sektor Forst und Holz leistet einen bedeutenden Beitrag zur Entwicklung ländlicher Räume.

Die Forst- und Holzwirtschaft stand bereits vor der Corona-Pandemie in Folge der massiven, bundesweiten Schäden durch Stürme, Trockenheit und Borkenkäfer vor großen Herausforderungen. Die Zukunftsfähigkeit des Sektors Forst und Holz ist stark von der Entwicklung der inländischen Absatzmärkte für Holz abhängig. Eine Schlüsselrolle kommt hier dem klimafreundlichen Bauen mit Holz zu.

klimafreundliches Bauen
Die Förderung für klimafreundliches Bauen umfasst auch die Digitalisierung und Kooperationen.

Förderung von klein- und mittelständischen Holzbauunternehmen

Für die überwiegend klein- und mittelständisch strukturierte Holzbaubranche (einschl. Holzbauplaner) ist die beschleunigte Einführung und Verbreitung moderner Technologien notwendig, um angesichts des rasanten technologischen Wandels hin zu Anwendungen im Bereich Digitalisierung, Robotik und Künstliche Intelligenz (KI) die Wettbewerbsfähigkeit der Unternehmen zu erhalten und damit ein angemessenes wirtschaftliches Wachstum und einen hohen Beschäftigungsstand zu sichern. Dabei werden zunehmend Aspekte der Material- und Energieeffizienz sowie zur Integration von Umwelt- und Ökobilanzdaten in den Geschäftsprozess relevant. Gleichzeitig stellen die steigende Nachfrage und der Bedarf nach komplexen Bauvorhaben (z. B. im Bereich des mehrgeschossigen Wohnungsbaus) die Unternehmen vor neue Herausforderungen: Sie erfordern neben technologischen Veränderungen zudem eine Anpassung von Strukturen und Kapazitäten im Bereich des traditionellen Holzbaus.

Richtlinie zur Förderung des klimafreundlichen Bauens mit Holz

Das Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL) ist sich dieser enormen Herausforderungen bewusst, die es in unterschiedlichem Ausmaß von der Wald-, Forst- und Holzwirtschaft zu bewältigen gilt. Aus diesem Grund hat sich das BMEL zum Ziel gesetzt, unterstützende Maßnahmen im Wald- und Holzbereich anzubieten. Die Förderung ist eingebettet in das Konjunktur- und Krisenbewältigungspaket der Bundesregierung und soll neben der Konjunkturbelebung positive Lenkungswirkung in den Zukunftsthemen Digitalisierung, Ressourceneffizienz und Klimaschutz entfalten.

Förderung von Kooperationen im Holzbau unterstützt die Holzbauwelt.de.

Informationen zur Förderrichtlinie „Klimafreundliches Bauen“ stellt die Fachagentur für nachwachsende Rohstoffe e.V. (FNR) unter  https://www.klimafreundliches-bauen.de/ zur Verfügung.

Klimaschützer Wald: Klima-Prämie für Waldbesitzer

Bundeswaldministerin Julia Klöckner beim nationalen Waldgipfel ein Modell für die Bundesinitiative „Klimaschützer Wald“ vorgelegt, das zusammen mit Vertretern von Bund, Ländern, Praktikern aus der Forstwirtschaft und der Wissenschaft erarbeitet wurde. Dabei soll auch die Nutzung von Holz ausdrücklich gefördert werden, sofern es in langlebigen Holzprodukten eingesetzt wird und damit langfristig Kohlenstoff speichert.

Julia Klöckner: „Der Wald ist unser bester Mitkämpfer gegen den Klimawandel: Land- und Forstwirtschaft sind die beiden einzigen Sektoren, die CO2 speichern können. Jährlich entlastet der deutsche Wald die Atmosphäre um etwa 62 Millionen Tonnen Kohlenstoff, das sind sieben Prozent aller Emissionen in Deutschland. Wenn wir CO2-Emissionen einen Preis geben, dann müssen wir umgekehrt auch diejenigen unterstützen, die unseren Wald als maßgeblichen Klimaschützer erhalten, pflegen und bewirtschaften.

Das Modell der Bundeswaldministerin für eine Bundesinitiative „Klimaschützer Wald“ hat zwei Stufen.

Erste Stufe (Sockelbetrag):

Es soll ein Sockelbetrag an die Waldbesitzer gezahlt werden, mit dem der Erhalt, die Entwicklung und die Bewirtschaftung besonders klimaresilienter Wälder honoriert wird. Voraussetzung soll die Vorlage einer Nachhaltigkeitszertifizierung sein. Die Höhe und die Staffelung dieses Sockelbetrages werden wissenschaftlich hergeleitet (nach Art und Zustand des Waldes).

Zweite Stufe (Aufschlag):

Klimaschützer Wald
Bundesinitiative „Klimaschützer Wald“ würdigt Holz als CO2-Speicher

Wer durch weitere Maßnahmen die CO2-Speicherleistung des Waldes erhöht oder sicherstellt, dass sein geerntetes Holz in langlebigen Holzprodukten verwendet wird, soll einen Aufschlag erhalten. So trägt insbesondere das Bauen mit Holz zum Klimaschutz bei. Die Erhöhung der CO2-Bindungsleistung soll durch entsprechende Zertifikate nachgewiesen werden.

Geplant ist, dass die Vergütung über mehrere Jahre erfolgt. In dieser Zeit soll es Überprüfungen geben, ob die Voraussetzungen weiter erfüllt werden. Zu dem Modell ist das Bundesministerium derzeit in Abstimmung unter anderem mit der Europäischen Kommission, um beihilferechtliche Fragen zu klären.

Klöckner: Unsere Wald-Hilfen schlagen Wurzeln

Auf dem Bundeswaldgipfel zog die Bundesministerin eine positive Zwischenbilanz zu ihrem 1,5 Milliarden-Hilfsprogramm für den Wald – dem größten in der Geschichte der Bundesrepublik. Auf dem ersten Nationalen Waldgipfel 2019 hatte die Bundesministerin damit schnell auf die massiven Waldschäden reagiert.

Bund-Länder-Hilfen (800 Millionen im Zeitraum 2020-2023)
Rund 228 Millionen Euro sind daraus bereits abgeflossen und auf die Fläche gebracht – das ist über ein Viertel der Gesamtsumme:

  • Für die bestands- und bodenschonende Räumung,
  • für die Aufarbeitung von Schadholz,
  • für die Wiederaufforstung,
  • für Maßnahmen zur Anpassung der Wälder an den Klimawandel,
  • für Maßnahmen zur Waldbrandvorbeugung.
  • Erstmalig wurde auch die Naturverjüngung förderfähig gemacht.

Ganz überwiegend wurden auf den Schadflächen reine Laubwälder und Mischwälder mit einem hohen Anteil von Laubbäumen neu begründet.

Konjunkturpaket des Bundes (700 Millionen)
Aus dem Konjunkturpaket gehen 500 Millionen Euro in die Bundeswaldprämie. Mit dem Programm bietet das Bundesministerium schnelle und unbürokratische Hilfe für den Kommunal- und Privatwald. Die Waldflächen müssen eine Nachhaltigkeits-Zertifizierung haben, die zehn Jahre zu halten ist.

Die Prämie wird herausragend angenommen:

  • Bislang wurden ca. 116.000 Anträge gestellt, davon 5180 von Städten und Gemeinden:
    • Das entspricht 65 Prozent der bundesweiten Privat- und Kommunalwaldfläche (etwa fünf Millionen Hektar Wald).
  • Bis Ende Mai 2021 sind bereits 240 Millionen Euro an die Waldbesitzer ausgezahlt worden.
  • Auf Grund der Prämie ist die zertifizierte Waldfläche bereits jetzt um über 900.000 Hektar im Privat- und Kommunalwald angestiegen (Anstieg um knapp 20 Prozent).

Quelle: waldgipfel.de

Der Wald als Kohlenstoffsenke und Klimaretter

Der Wald dient der Menschheit als Kohlenstoffsenke. Die weltweite Aufforstung von Wäldern wäre auf einer Fläche von 0,9 Milliarden Hektar möglich und könnte so zwei Drittel der vom Menschen verursachten CO2-​Emissionen aufnehmen. Dies wäre ein wirksames Mittel, um Kohlenstoff in der Atmosphäre zu reduzieren. Zu diesem Schluss kommt eine aktuell in Science publizierten Studie der ETH Zürich.

Das Crowther Lab an der ETH Zürich forscht an naturbasierten Lösungen für den Klimawandel. In der neuen Studie zeigten die Forschenden erstmals auf, wo auf der Welt neue Bäume wachsen könnten und wie viel Kohlenstoff sie speichern würden. Jean-​François Bastin, Studienleiter und Postdoc am Crowther Lab erklärt: «Ein Aspekt war für uns bei den Berechnungen besonders wichtig: Wir haben Städte und landwirtschaftliche Flächen von der gesamten Fläche, die das Potenzial zur Wiederaufforstung hat, ausgeschlossen, denn diese Gebiete braucht der Mensch anderweitig.»

Zusätzliche Kohlenstoffsenke durch Aufforstung in der Fläche der USA

Das Crowther Lab an der ETH Zürich forscht an naturbasierten Lösungen für den Klimawandel. In der neuen Studie zeigten die Forschenden erstmals auf, wo auf der Welt neue Bäume wachsen könnten und wie viel Kohlenstoff sie speichern würden. Jean-​François Bastin, Studienleiter und Postdoc am Crowther Lab erklärt: «Ein Aspekt war für uns bei den Berechnungen besonders wichtig: Wir haben Städte und landwirtschaftliche Flächen von der gesamten Fläche, die das Potenzial zur Wiederaufforstung hat, ausgeschlossen, denn diese Gebiete braucht der Mensch anderweitig.»

Kohlenstoffsenke
Kohlenstoffsenke Wald: Gesamte verfügbare Fläche, auf der Bäume wachsen könnten (aktueller Waldbestand und für Wiederaufforstung geeignete Fläche). (Bild: Crowther Lab / ETH Zürich)

Russland wäre am besten für die Wiederaufforstung geeignet

Die Studie zeigt auch, wo eine Aufforstung am besten möglich wäre. Die meiste Fläche entfällt auf nur sechs Länder: Russland (151 Millionen Hektar), USA (103 Millionen Hektar), Kanada (78,4 Millionen Hektar), Australien (58 Millionen Hektar), Brasilien (49,7 Millionen Hektar) und China (40,2 Millionen Hektar).

Die Studie warnt schließlich davor, dass viele aktuelle Klimamodelle fälschlicherweise erwarten, dass der Klimawandel die globale Baumbedeckung erhöhe. Zwar werden die Flächen der nördlichen Wälder in Regionen wie Sibirien wahrscheinlich zunehmen. Aber dort beträgt die Baumdichte durchschnittlich nur 30 bis 40 Prozent. Dem gegenüber steht allerdings der Verlust von dichten tropischen Wäldern, die typischerweise eine Baumbedeckung von 90 bis 100 Prozent aufweisen.

Die komplette Original-Studie „The global tree restoration potential“ hinden Sie hier.

Ökosysteme sind mehr als Kohlenstoffspeicher

Einerseits Ökosysteme erhalten und andererseits Kohlenstoffspeicher nutzen. Die EU verpflichtet sich, bis zum Jahr 2030 mindestens 55 Prozent ihrer klimaschädlichen Treibhausgase im Vergleich zum Jahr 1990 zu reduzieren, um 2050 schließlich klimaneutral zu werden. Die EU-Kommission plant aktuell, dass dieses Ziel auch den Landnutzungssektor (engl.: Land Use, Land-Use Change and Forestry, LULUCF) einschließen soll und hat dies auch in ihrem aktualisierten Beitrag zum Pariser Klimaschutzabkommen berücksichtigt.

Im Jahr 1990 betrug die Netto-Senke des LULUCF-Sektors in den 27 EU-Mitgliedsstaaten 275 Millionen Tonnen (Megatonnen, Mt) CO2 pro Jahr. Obwohl der Netto-Kohlenstoffaufbau durch Senken 2006 einen Höchststand von 355 Mt CO2 pro Jahr erreichte, ist er seither wieder auf 280 Mt CO2 pro Jahr im Jahr 2018 zurückgegangen – was in etwa dem Niveau von 1990 entspricht. Trotzdem könnten andere Sektoren im Jahr 2030 etwa 110 Millionen Tonnen CO2-Äquivalente mehr ausstoßen, gut zwei Prozent der EU-Emissionen von 1990, allein dadurch, dass die Senke ins Klimaziel einbezogen wird.

Die Bewirtschaftung von Wäldern, Acker- und Grünlandflächen hat Wirkung auf die Menge an Treibhausgasen in der Atmosphäre. Deshalb müssen diese Aktivitäten im Klimaschutzziel der EU berücksichtigt werden. Über das „wie“ streiten EU-Parlament und EU-Ministerrat zurzeit – doch es ist entscheidend dafür, ob das Klimaschutzziel insgesamt ambitionierter oder verwässert wird.

Kohlenstoffspeicher
Waldschutz ist Klimaschutz – Holz dient als Kohlenstoffspeicher.

Wälder nachhaltig bewirtschaften als CO2-Senke und Kohlenstoffspeicher

Denn durch die Nutzung von Naturräumen wie Wäldern, Mooren oder Grünflächen werden entweder Treibhausgase freigesetzt oder es können sogenannte natürliche Senken entstehen, die CO2 aus der Atmosphäre ziehen und als Kohlenstoff in Pflanzen und Boden speichern. Wälder schützen, aufforsten und nachhaltig bewirtschaften. Feuchtgebiete bewahren und wiederherstellen durch Vernässung von Acker- und Grünland. Diese und weitere Maßnahmen tragen dazu bei, die natürlichen Kohlenstoffspeicher in der EU auszubauen, damit diese ihre wichtigen Funktionen im Klimasystem wahrnehmen und bei der Anpassung an den Klimawandel helfen können. Sie helfen außerdem, Artenvielfalt zu sichern – ein zentrales Ziel der EU-Biodiversitätsstrategie.

In einer Kurzanalyse für Greenpeace Deutschland hat das Öko-Institut Optionen für ein Ziel für natürliche Senken für die Europäische Union erörtert. Die Studie analysiert neben der potenziellen CO2-Speicherung die Leistungen aber auch Konflikte, die ein Ausbau der Senken für die EU-Strategien zum Ausbau der erneuerbaren Energien, zur Anpassung an den Klimawandel sowie den Schutz der Biodiversität hat.

Klimaziel verschärfen und Ziel für Senken festlegen

Deshalb sollte einerseits das Klimaziel verschärft werden, um die Ziele der EU an denen des Pariser Klimaschutzabkommens auszurichten und andererseits ein separates Ziel für Senken festgelegt werden. Dieses soll helfen, Anreize zu setzen, natürliche Senken zu erhöhen aber auch durch Wiederherstellung und Schutz von Ökosystemen, deren Situation insgesamt zu verbessern. Zurzeit prüft die EU-Kommission ob die bisher geltenden Regeln für LULUCF, die die Integration nicht berücksichtigen, angepasst werden müssen.

Bereits bis zum Jahr 2030 könnten natürliche Senken in der EU jährlich 400 bis 600 Millionen Tonnen klimaschädliche Treibhausgasemissionen speichern. Als Rahmen dafür muss die EU rechtlich verbindliche, durchsetzbare, quantitatives nationale Ziele für den Aufbau und Schutz von Senken definieren. Nicht zuletzt braucht es genaue Regeln zur Bilanzierung und Berichterstattung sowie soziale und ökologische Nachhaltigkeitskriterien für die Senken.

Quelle: oeko.de

Bundes-Förderprogramm für Investitionen in die Holzwirtschaft

Wälder bedecken ein Drittel der Landesfläche Deutschlands. Sie sind wertvolle Ökosysteme, Kohlenstoffspeicher, Erholungsräume und bedeutende Rohstofflieferanten. Holz ist Deutschlands bedeutendster nachwachsender Rohstoff. Die Verwendung von Holz aus nachhaltiger Forstwirtschaft leistet einen wichtigen Beitrag zum Klimaschutz und der Schonung endlicher Ressourcen. Im Sektor Forst und Holz sind in Deutschland rund eine Million Menschen beschäftigt, die in 121.000 Unternehmen einen Umsatz von rund 180 Milliarden Euro erzielen und einen bedeutenden Beitrag zur Entwicklung ländlicher Räume leisten.

Die aus dem Klimawandel entstandenen Wirkfaktoren (längere Trockenzeiten, Umbau des Waldes, Entwicklung der Rohstoffpreise) sind durch die Forst- und Holzwirtschaft zu meistern. Das Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL) ist sich dieser enormen Herausforderungen bewusst, die es in unterschiedlichem Ausmaß von der Forst- und Holzwirtschaft zu bewältigen gilt.

Aus diesem Grund hat sich das BMEL zum Ziel gesetzt, unterstützende Maßnahmen im Wald- und Holzbereich anzubieten. Diese Förderung ist eingebettet in das Konjunktur- und Krisenbewältigungspaket der Bundesregierung und soll neben der Konjunkturbelebung positive Lenkungswirkung für die Modernisierung der Holzwirtschaft entfalten.

Die Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung (BLE) führt das Bundesprogramm im Auftrag des Bundesministeriums für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL) auf Grundlage der Richtlinie zur Förderung von Investitionen in der Holzwirtschaft durch.

Was wird gefördert?

Vor dem Hintergrund der aktuellen Herausforderungen des Sektors Forst und Holz zielt die Förderung auf eine beschleunigte Anpassung der Holzwirtschaft an die sich ändernde Rohstoffgrundlage, die Weiterentwicklung des Bauens mit Holz als wichtiges Marktsegment sowie die Überwindung der Strukturnachteile in der Holzwirtschaft. Die Förderung soll damit insbesondere zur Stabilisierung des Holzmarktes und dem Erhalt der Wettbewerbsfähigkeit des Sektors Forst und Holz beitragen.

Holzwirtschaft
Die BauBuche ist ein wichtiger Baustoff der Holzwirtschaft

Diese Zielsetzung wird durch eine Bezuschussung von gezielten Investitionen in folgenden Bereichen umgesetzt:

  • Investitionen in die werterhaltende beziehungsweise wertsteigernde Nutzung von durch Kalamitätsereignisse unplanmäßig anfallenden Rundholzmengen (Kalamitätsholz),
  • Investitionen zur vermehrten Nutzung von Laubholz und
  • Investitionen zum Ausbau der Nutzung von Holz als Baustoff.

Von der Förderung in diesen Bereichen sollen perspektivisch auch die Betriebe der Forstwirtschaft profitieren, die in der aktuellen Schadenssituation kaum wirtschaftliche Anreize für die Waldbewirtschaftung finden. Darüber hinaus soll die Förderung eine Lenkungswirkung in Bezug auf Digitalisierung, Ressourceneffizienz und Klimaschutz entfalten,

Beispielhafte Fördermöglichkeiten in unterschiedlichen Betrieben der Holzwirtschaft finden Sie hier:
Beispielhafte Fördermöglichkeiten

Wer wird gefördert?

Gefördert werden Unternehmen der Holzwirtschaft beziehungsweise Unternehmen, die mehr als 50 Prozent ihres jahresbezogenen Umsatzes durch unternehmerische Tätigkeit bspw. in der Produktion, dem Handel, Verarbeitung und/oder Reparatur von Holzprodukten erzielen. Dies umfasst beispielsweise Unternehmen der Sägeindustrie, Holzwerkstoffindustrie, Möbelindustrie, Holzpackmittelindustrie, Zimmereien, Holzbauunternehmen, Holz- und Zellstofferzeuger und den Holzgroßhandel.

Wie und bis wann können Anträge gestellt werden?

Die Förderung von Maßnahmen kann bis zum 30. April 2021 beantragt werden.

Die Antragstellung erfolgt über das elektronische Online-Antragssystem (easy-Online). Easy-Online ist ein barrierefreies Internet-Portal zum Ausfüllen und Ausdrucken der Antragsformulare für Fördermittel des Bundes.

Der Antragsteller beantragt die Förderung vor Beginn des Vorhabens über das elektronische Online-Antragssystem easy-Online und reicht anschließend den vollständig ausgefüllten und unterschriebenen Antrag im Original bei der BLE ein. Der Antrag ist erst mit dem schriftlichen Eingang in der BLE rechtsgültig gestellt.

Vorhabenbeginn und Bewilligungszeitraum

Es werden nur Vorhaben bewilligt, mit denen noch nicht begonnen worden ist. Nach Erhalt des Zuwendungsbescheides durch die BLE kann der Vorhabenbeginn erfolgen.

Eine komplette Übersicht des BMEL über das Bundesprogramm zur Förderung von Investitionen in der Holzwirtschaft erhalten Sie über den Link.

Nachhaltig Bauen und bezahlbares Wohnen vereinen

Nachhaltig bauen und gutes, bezahlbares Wohnen in Deutschland zu schaffen, war das Ziel, das man sich beim Wohnungsgipfel 2018 gesetzt hatte. Jetzt werden die Ergebnisse der Wohnraumoffensive von Bundeskanzlerin Angela Merkel und Bundesbauminister Horst Seehofer vorgestellt. Der Deutsche Säge- und Holzindustrie Bundesverband e.V. (DeSH) sieht den eingeschlagenen Weg als grundsätzlich richtig an, verweist jedoch auch auf die bisher ungenutzten Möglichkeiten. Der Verband appelliert an die Politik, die Verwendung von Holz als Baustoff als Chance für eine Wohnraumoffensive 2.0 zu sehen.

Nachhaltig Bauen und Wohnen gelingt mit dem Rohstoff Holz

Mit knapp 1,2 Mio. genehmigten Wohnungen ist das anvisierte Ziel des Wohnungsgipfels in greifbare Nähe gerückt. „Langwierige Planungs- und Genehmigungsverfahren durch die extreme Fülle von Vorschriften und Regularien sind jedoch nach wie vor ein zentrales Hemmnis für mehr Wohnraum. Die investiven Maßnahmen, wie das Baukindergeld und der Sonder-AfA für den Mietwohungsneubau laufen im Jahr 2021 bereits wieder aus. Für die langfristige Schaffung des benötigten Wohnraums ist daher eine Wohnraumoffensive 2.0 nötig, die ebenfalls ein breites Bündel von Maßnahmen beinhalten muss. Der DeSH setzt dabei darauf, dass Bauen und Wohnen nicht nur bezahlbar und nachhaltig, sondern auch klimafreundlich zu gestalten ist. Der Roh- und Baustoff Holz vereint dabei alle Ziele gleichermaßen“, erläutert Julia Möbus, DeSH-Geschäftsführerin.

Nachhaltig Bauen
Nachhaltig Bauen und Wohnen mit dem naturgesunden Baustoff Holz

Holz als nachhaltiger Baustoff für klimafreundliche Gebäude

Der Gebäudesektor ist verantwortlich für 30 Prozent der deutschen CO2-Emissionen, die durch einen verstärkten Einsatz von Holz reduziert werden können. „Klimaschutz fängt in den eigenen vier Wänden an. Doch zunächst müssen die Vorgaben für das Bauen mit Holz vereinfacht werden. In vielen Ländern sind bereits die Bauordnungen entsprechend angepasst und Holzbauoffensiven gestartet worden. Das hat zu einem deutlichen Aufschwung bei der Verwendung von Holz geführt. Einige Städte, wie Hamburg, Berlin und München, bauen nun ganze Stadtteile aus Holz. Dadurch wird CO2 langfristig im Holz gespeichert und CO2-intensive Materialien ersetzt, erklärt Möbus. Zudem sei es wichtig, dass die öffentliche Hand ein Vorreiter in Sachen Holzbau wird: „Bund, Länder und Kommunen sind Vorbilder und haben eine Vielzahl von Möglichkeiten, das Bauen mit Holz zu fördern und damit Klima- und Umweltschutz in bezahlbarem Wohnraum aktiv zu betreiben.“

Quelle: Deutsche Säge- und Holzindustrie Bundesverband e.V. (DeSH)

Technische Hochschule Rosenheim forscht für Wald- und Holzprojekt

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