Biobasierte Materialien aus Holz gewinnen

Mit dem geplanten Zentrum für biobasierte Materialien (ZBM) in Waldkraiburg trägt die Technische Hochschule (TH) Rosenheim einmal mehr zur Ansiedelung von Forschungseinrichtungen außerhalb der Ballungsräume bei. „Hightech-Forschung gehört auch in ländliche Räume. Wir wollen von Öl auf Holz als Kunststoff-Material umsteigen.

CleanTech revolutioniert die Produktion und trägt zur Nachhaltigkeit bei. Mit der Hightech Agenda stellt Bayern elf Millionen Euro zum Start für das Zentrum für biobasierte Materialien bereit“, sagte Ministerpräsident Dr. Markus Söder. Prof. Dr. Heinrich Köster, Präsident der TH Rosenheim, betonte ebenfalls die Wichtigkeit des ZBMs: „Die Bildung ist die Wirtschaft von morgen“.

Das ZBM ist eine wissenschaftliche Einrichtung der TH Rosenheim. Den fachlichen Ausgangspunkt für das ZBM bildet die ganzheitliche, kaskadierende Nutzung des Rohstoffes Holz, wobei schwerpunktmäßig die chemische Holztechnologie, Recyclingtechnologien und die Gesamtheit der Holzkaskade im Sinne einer zirkulären Bioökonomie inkl. Themen der gesellschaftlichen Transformation, Wissensbildung zur holzbasierten Bioökonomie verfolgt wird.

Biobasierte Materialien
Wald als Lieferant für biobasierte Materialien

Biobasierte Materialien aus Holz sind die zukunftsfähigen Produkte von Morgen

Ziel dieses Zentrums ist die Technologieführerschaft im Bereich holzbasierter Materialinnovation. Mit dem ZBM wird die Wertschöpfungskette Holz – Fasern – Lignin – Materialanwendungen- Produktrecycling weitgehend vollständig geschlossen und in Lehre und Forschung abgebildet.

Lignin heißt der Stoff, aus dem Holz und Chemiker-Träume gemacht sind. In Fabrikanlagen wird das braune Pulver zusammen mit Cellulose und Zucker aus Buchenholzhackschnitzeln herausgelöst und dann chemisch weiterverarbeitet. Holz statt Erdöl, das klingt erst einmal sehr umweltfreundlich. Ein nachwachsender Rohstoff, von dem Deutschland eine Menge hat. Buchenholz, um genau zu sein, einen Festmeter braucht man für 100 Kilogramm Lignin – ein Stoff der mit seinen besonderen Eigenschaften dem Erdöl vielleicht bald Konkurrenz machen kann. 

Das ZBM versteht sich dabei als Innovationsvermittler zwischen Forschung und Industrie: Es arbeitet sowohl mit ortsansässigen wie auch überregionalen Unternehmen aus der Branche der Holzverarbeitung zusammen. Die TH Rosenheim hat für das Zentrum für biobasierte Materialien (ZBM) in Waldkraiburg eine Forschungsprofessur ausgeschrieben. Diese Position ist mit der Leitung des im Aufbau befindlichen ZBM verbunden und bietet die Möglichkeit, das Forschungsfeld biobasierter Materialien wesentlich zu gestalten.

Wie Deutschland bis 2050 klimaneutral wird

Deutschland will klimaneutral werden. Den globalen Temperaturanstieg auf deutlich unter zwei Grad Celsius und möglichst auf 1,5 Grad Celsius zu begrenzen, sieht das Klima-Abkommen von Paris vor. Landbasierte Klimaschutzmaßnahmen, vor allem Aufforstung, Wiederaufforstung und das Vermeiden von Entwaldung, können wesentlich dazu beitragen, dieses Ziel zu erreichen. Denn Bäume entziehen der Atmosphäre durch den Aufbau von Biomasse das Treibhausgas CO2 und bekämpfen dadurch die Erderwärmung.

Einer Studie zufolge von Prognos, Öko-Institut & Wuppertal Institut zeigt Wege zur Klimaneutralität im Auftrag von Agora Energiewende, Agora Verkehrswende & Stiftung Klimaneutralität. Eine Reduktion der Treibhausgase in Deutschland bis zum Jahr 2030 um 65 Prozent und Klimaneutralität bis 2050 sind machbar und technisch umsetzbar. Das zeigt erstmals die Studie „Klimaneutrales Deutschland“, deren Ergebnisse heute vorab vorgestellt wurden. Darin haben Prognos, Öko-Institut und Wuppertal Institut in verschiedenen Szenarien untersucht, mit welchen konkreten Maßnahmen Deutschland bis zum Jahr 2050 seine Treibhausgasemissionen auf null senken kann.

klimaneutral
Klimaneutral Bauen in Deutschland mit dem nachwachsenden Baustoff Holz. Foto holzbauwelt.de

Ziel des im November 2019 verabschiedeten Klimaschutzgesetzes ist es, dass Deutschland bis zum Jahr 2050 treibhausgasneutral wird. Die von Prognos, Öko-Institut und Wuppertal Institut erstellte Studie „Klimaneutrales Deutschland“ zeigt erstmals, wie Deutschland dieses Ziel erreichen kann. Klimaneutral bedeutet dabei, dass die Treibhausgasemissionen in allen Bereichen vollständig oder fast vollständig vermieden werden. Insbesondere in der Landwirtschaft – aber auch in einzelnen industriellen Prozessen – verbleiben auch im Jahr 2050 noch Restemissionen. Diese residualen Emissionen werden durch die gezielte CO2-Entnahme aus der Atmosphäre und Speicherung als sogenannte „negative Emissionen“ ausgeglichen. In der Summe wird Deutschland so klimaneutral.

Klimaneutral Bauen sorgt für die Reduzierung der Erderwärmung

Laut der Studie entstehen Im Gebäudesektor die Emissionen hauptsächlich bei der Erzeugung von Raumwärme und Warmwasser. In den betrachteten Szenarien steigt die jährliche Sanierungsrate im Vergleich zu heute um etwa 50 Prozent auf rund 1,6 Prozent. Gleichzeitig wird die Qualität (Sanierungstiefe) der eingesetzten Bauteile gesteigert. Der Verbrauch für Raumwärme und Warmwasser verringert sich im Szenario bis 2050 um 36 Prozent gegenüber 2018. Die verbleibende Wärme wird weitestgehend CO2-neutral erzeugt. Die Zahl der Wärmepumpen erhöht sich von aktuell rund einer Million auf sechs Millionen in 2030 und auf 14 Millionen im Jahr 2050. In urbanen Gebieten steigt die Bedeutung der Wärmenetze stark an; die Nachfrage nach Fernwärme verdoppelt sich im Zeitraum 2018 bis 2050. Weitere Informationen zum klimaneutralen Bauen mit Holz finden Sie mit dem Link.

Nachhaltiges Bauen im Gebäudesektor hat viele Dimensionen

Woher stammt der Begriff „nachhaltiges Bauen“ und wie ist dieser einzuordnen? Ein Leitfaden zum nachhaltigen Bauen gibt Orientierungshilfe.

Anknüpfend an die Beschlüsse der Konferenz von Rio de Janeiro im Jahr 1992 hat die Bundesregierung im April 2002 die nationale Nachhaltigkeitsstrategie unter dem Titel „Perspektiven für Deutschland“ verabschiedet. Neben Maßnahmen und Projekten enthält die Strategie politische Leitlinien einer nachhaltigen Entwicklung. Die Fortschritte werden anhand von aktuell 21 Indika­toren und Zielen kontinuierlich erfasst und bewertet

Nachhaltiges Bauen bedeutet auch, die zur Verfügung stehenden natürlichen Ressourcen bestmöglich unter den Gesichtspunkten von schonender Entnahme, effizientem Einsatz und Vermeidung von Umweltbelastungen zu verwenden. Mit Verabschiedung des Deutschen Ressourceneffizienzprogramms 2012 und dessen Fortschreibung wurde seitens der Bundesregierung ein weiterer wichtiger Schritt in Richtung eines ganzheitlichen und zukunftsorientierten Handelns unternommen.

Nachhaltiges Bauen bezieht sich auf Ökobilanzierung und Lebenszyklusanalyse

Im Hinblick auf den Gebäudesektor soll „Nachhaltigkeit von Gebäuden vermehrt über den Lebenszyklus durch Einbeziehung ökologischer, ökonomischer wie auch sozialer Aspekte transparent, messbar und überprüfbar ausgewiesen werden – bei gleichzeitiger Beachtung der städtebaulichen, gestalterischen, technischen und funktionalen Qualität. Die Beurteilung soll sich dabei auf wissenschaftlich anerkannte Methoden der Ökobilanzierung und Lebenszykluskostenrechnung stützen“.

Nachhaltiges Bauen
Nachhaltiges Bauen mit Holz. Foto: Fullwood Wohnblockhaus

Der Leitfaden Nachhaltiges Bauen baut auf folgenden Überlegungen auf:

  • Die Berücksichtigung von Prinzipien einer nachhaltigen Entwicklung wird zum integralen Bestandteil aller Planungs- und Entscheidungsprozesse über den Lebenszyklus einer Immobilie. Dies schließt die Formulierung von Zielen sowie die Überprüfung und Bewertung der Zielerreichung mit ein.
  • Zur Unterstützung der Akteure stehen abhängig vom Arbeits-, Verantwortungs- und Einflussbereich und von der Lebenszyklusphase spezifische Anforderungen, Vorgehensweisen und Hilfsmittel zur Verfügung.
  • Dabei sind die Komplexität des Planens, Bauens und Betreibens im Allgemeinen sowie der in die üblichen Entscheidungsprozesse eingebetteten Nachhaltigkeitsbewertung zu berücksichtigen. Gleichzeitig sind handhabbare Lösungen mit einem angemessenen Aufwand an Kosten und Zeit zu entwickeln.

Dimensionen und Prinzipen nachhaltiges Bauen:

  • Bei der ökologischen Dimension der Nachhaltigkeit wird als ein primäres Schutzziel die Ressourcenschonung durch einen optimierten Einsatz von Baumaterialien und Bauprodukten, eine geringe Flächeninanspruchnahme, die Erhaltung und Förderung der Biodiversität sowie eine Minimierung des Energie- und Wasserverbrauchs angestrebt.
  • Bei der ökonomischen Dimension der Nachhaltigkeit werden über die Anschaffungs- beziehungsweise Errichtungskosten hinausgehend insbesondere die Baufolgekosten betrachtet. Im Fokus stehen demnach die gebäudebezogenen Lebenszykluskosten, die Wirtschaftlichkeit und die Wertstabilität.
  • Der sozialen und kulturellen Dimension werden Schutzziele zugeordnet, die sowohl die soziale und kulturelle Identität als auch das Wertempfinden des Menschen beeinflussen.

Quelle: https://www.nachhaltigesbauen.de/

Leitthema der Bau 21 – digitale Transformation

Die BAU, Weltleitmesse für Architektur, Materialien und Systeme, ist die größte und bedeutendste Veranstaltung der Branche. Die nächste BAU findet vom 11. bis 16. Januar 2021 auf dem Gelände der Messe München statt.

Auf 200.000 m2 Fläche – das Gelände ist seit Jahren komplett ausgebucht – präsentiert die BAU in 19 Messehallen Architektur, Materialien und Systeme für den Wirtschafts-, Wohnungs- und Innenausbau im Neubau und im Bestand. Sie führt, weltweit einmalig, alle zwei Jahre die Marktführer der Branche zu dieser Gewerke übergreifenden Leistungsschau zusammen.

Das Angebot ist nach Baustoffen sowie nach Produkt- und Themenbereichen gegliedert.

Die BAU spricht alle an, die mit der Planung, sowie mit dem BAU und dem Betrieb von Gebäuden aller Art zu tun haben. Mit rund 70.000 Planern ist die BAU zugleich die weltgrößte Fachmesse für Architekten und Ingenieure.

Digitale Bau- und Planungsprozesse Bestandteil der Bau 21 in München

Das Bauen befindet sich im digitalen Umbruch. Die Corona-Pandemie, die seit dem Frühling 2020 ungeahnte Veränderungen für unser Arbeits- und Sozialleben bedeutet, beschleunigt diesen Prozess innerhalb der Branche ungewollt, doch mit großer Vehemenz.

Bau 21
Die Bau 21 in München greift die digitale Transformation im Bauen auf

So wurden dezentrales Arbeiten im Home-Office oder digitale Bauprojektbesprechungen via Videokonferenz binnen weniger Wochen Standard sowie gelebter Alltag. Jedes Unternehmen hat sich auf digitale Arbeitsprozesse, auch außerhalb der industriellen Fertigung, umgestellt.

Die dadurch notwendige Transformation von analogen Denk- und Handlungsszenarien zu qualifizierten, digitalen Entscheidungs- und Arbeitsprozessen befördert zahlreiche Optionen und Potenziale. Diese gilt es zu erkennen und zu nutzen.

Für das Bauen als kollaborativen Prozess, an dem viele Partner beteiligt sind, bedeutet digitale Transformation vor allem eines: Offenes Denken und Handeln in vernetzten Strukturen. Das ist nicht neu, denn Teamwork und partnerschaftlicher Austausch sind seit jeher im Bauprozess verankert.

Doch verändern sich die Abläufe, wie in Zukunft geplant, gebaut, betrieben, saniert, rückgebaut oder recycelt wird. Gleichzeitig gewinnen die offene Kommunikation im Projekt und die Relevanz vernetzter Arbeitsabläufe weiter an Bedeutung. Es erwartet Sie ein spannendes Messe-Programm auf dem Münchner Messegelände zur Bau 21.

Holzwerkstoffe für den modernen Holzbau

Für die Fertigung von moderne Holzbauten sind leistungsfähige Holzwerkstoffe unerlässlich. Im Interview von Anemon Strohmeyer, Geschäftsführerin des VHI, Verband der Deutschen Holzwerkstoffindustrie e.V. in „Der Themenbote“, eine Publikation der Themengebote GmbH, die am 28. April 2020 als Beilage mit dem Thema „Circular Economy – Der Schlüssel für nachhaltiges Wirtschaften“ im Handelsblatt erschienen ist, wird dies deutlich. Hier ein Auszug davon:

„Deutschland gilt als einer der bedeutendsten Produzenten für Holzwerkstoffe in Europa. Wie viele Tonnen und Euro erwirtschaften Ihre Betriebe derzeit? Die deutsche Holzwerkstoffindustrie erzielte 2019 einen Umsatz von 4,6 Mrd. Euro und beschäftigte im Cluster Forst und Holz mehr Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter als die Automobilindustrie. Die Produktionszahlen allein der Spanplatte lagen 2019 bei 5,7 Mio. Kubikmeter. Damit ist Deutschland der größte Hersteller von Spanplatten in Europa.

Rohmaterial für Holzwerkstoffe sind Vollholzsortimente, Holzspäne, Fasern und Furniere. Einige werden mit Bindemitteln, unter hohen Temperaturen und Druck weiterverarbeitet. Dann gibt es oft Anstriche, Kunststoffbeschichtungen und Ähnliches. Welche Rolle spielen diese Stoffe beim Recycling?

Diese Frage lässt sich nur getrennt für die verschiedenen Sortimente von Holzwerkstoffen beantworten. So sind wir im Bereich des Holzfaserrecyclings, etwa bei MDF-Platten, noch intensiv in der Forschung und Entwicklung, weil der Herstellungsprozess sehr anfällig für kleinste Anhaftungen ist. Die Spanplattenherstellung hingegen kann aufgrund ihrer Produktionsweise sehr viel besser mit Anhaftungen umgehen. Fremdstoffe, die den Herstellungsprozess stören würden, werden in einem aufwendigen, mehrstufigen Aufbereitungsprozess entfernt. So entsteht ein qualitätsgesicherter Sekundärrohstoff. Die Altholzverordnung gibt uns dabei den Handlungsrahmen vor.

Holzwerkstoffe
Holzwerkstoffe sind wichtig für das Gelingen moderner Holzbauten

Holz ist nachwachsend und Kohlestoffspeicher für Holzwerkstoffe

Holz ist ein nachwachsender Rohstoff und wird nicht so schnell ausgehen, solange wir unsere Wälder erhalten. Wie engagiert sich hier Ihre Industrie? Nachhaltigkeit und Waldbewirtschaftung gehen seit jeher in Deutschland Hand in Hand. Holz ist unser Werkstoff und wir sind seiner verantwortungsvollen Gewinnung verpflichtet. Unsere Unternehmen für Holzwerkstoffe müssen aber natürlich sicherstellen, dass er auch in Zukunft zur Verfügung steht.

Aktuell beschäftigt uns beispielsweise die Frage, wie wir den Waldumbau zu klimastabilen Mischwäldern bewältigen können. Holz ist ein Kohlenstoffspeicher. Klimaschutz wird aber nicht nur durch die Wälder, sondern auch durch die Holznutzung betrieben. Die Wiederverwertung durch Kreislaufwirtschaft und Kaskadennutzung steht für uns aus diesem Grund ganz oben auf der Agenda. Natürlich lehnen wir die Verwendung illegal geschlagener Hölzer ab. So haben wir uns beispielsweise aktiv in die Entwicklung eines Systems zur Produktkettenzertifizierung eingebracht, die sogenannte Chain-of-Custody-Zertifizierung.“ Fazit: Holzwerkstoffe und ökologische Dämmstoffe wie die Holzfaser-Dämmung eignen sich bestens für attraktive wertige Holzgebäude.

Nachhaltigkeit kommt aus der Forstwirtschaft

Alle Welt spricht von Nachhaltigkeit und sinnvollem nachhaltigem Wirtschaften. Der Begriff Nachhaltigkeit ist schon über 300 Jahre alt! Im Jahre 1713 war er die forstwirtschaftliche Antwort auf die verheerende Übernutzung der Wälder und wurde erstmalig von Hans Carl von Calowitz (1645-1714), Oberberghauptmann in Kursachsen, verwendet.

Nachhaltigkeit in der Forstwirtschaft bezeichnet die angewandte Praxis der Bewirtschaftung im Forstbetrieb. Das Handlungsprinzip zur Ressourcennutzung ist abgestimmt auf die Bewahrung der wesentlichen Eigenschaften: Der Stabilität und der natürlichen Regenerationsfähigkeit des Waldes, die im Vordergrund steht.

Dieses forstwirtschaftliche Handlungsprinzip wurde erstmals für die sich zu Beginn des 18. Jahrhunderts als Folge der übermäßigen Waldvernichtung entwickelnden Forstwirtschaft formuliert. Der „Waldmacher“ des Freistaates Thüringen mit rund 550.000 Hektar Waldfläche ist „ThüringenForst“ und hat sich dem Prinzip der Nachhaltigkeit verpflichtet: „Nachhaltigkeit bedeutet für uns, nur soviel Holz zu nutzen, wie wieder nachwächst.“

Es bedeutet aber auch, den zukünftigen Generationen die lebensnotwendigen positiven Wirkungen des Waldes und die Leistungen der Forstwirtschaft mindestens in dem Maße zur Verfügung zu stellen, wie sie den heute lebenden Generationen zur Verfügung stehen.

Dies ist in Leitlinien von ThüringenForst festgeschrieben: „Unser Handeln für den Wald ist jederzeit allgemeinwohl- und zukunftsorientiert. Es ist in allen Bereichen nach dem Prinzip der Nachhaltigkeit ausgerichtet.“ Dass der Begriff der Nachhaltigkeit und nachhaltiges Wirtschaften nicht nur ein Lippenbekenntnis ist, sieht man am forstwirtschaftlichen Neubau „Forstamt Jena-Holzland“ in Stadtroda in Ostthüringen, das ein Forstamt sowie die Forstinspektion Ost beherbergt.

Nachhaltigkeit beim Bauen wird belohnt – Deutscher Holzbaupreis 2019 für Forstamt Jena-Holzland

Nachhaltigkeit
Nachhaltigkeit ist das Prinzip der Forstwirtschaft. Forstamt Jena Holzland. Foto: Thomas Eicken

Das Gebäude ist als konstruktiver Holzbau über einem kleinen Untergeschoss aus Beton errichtet. Das Tragskelett und die hybriden Holz-Beton-Verbunddecken bestehen aus BauBuche. Dieser in Thüringen entwickelte Furnierwerkstoff aus heimischer Buche ermöglicht es aufgrund seiner Materialeigenschaften, leistungsfähigere Holzkonstruktionen als bisher zu realisieren. Die hinterlüftete Fassade ist als Holzrahmenbau mit Lärchenholzschalung oder Putzfassade ausgeführt.

Großzügige Glasflächen des Innenhofs erleichtern die externe und interne Kommunikation und erlauben den Blick auf die Holztragkonstruktion. Im Inneren des Gebäudes wurden zahlreiche heimische Hölzer verbaut. Als konstruktiver Holzbau mit einer Kombination aus bewährten und neuartigen Materialien zeigt der Entwurf, was Holz als nachwachsendes und wirtschaftliches Baumaterial leisten kann.

Während der Pandemie bleibt der Holzbau im Trend

Vor der Pandemie war die Stimmungslage im Holzbau auf jeden Fall gut. Die Zufriedenheit spiegelt sich auch in der Konjunkturumfrage von Holzbau Deutschland wider, an der zum Jahreswechsel 2019/2020 knapp 370 Unternehmer teilnahmen. Deren Auftragsbestand betrug zu Jahresanfang bereits durchschnittlich 17 Wochen im Vorjahr 15 Wochen).

Daran hat auch die gegenwärtige Ausnahmesituation nicht viel geändert: Nach jüngsten Informationen gehen die meisten Betriebe ohne nennenswerte Einschränkungen ihrer Arbeit nach. Auch verfallen die Bauherren nicht in Panik und bleiben ihren Bauvorhaben treu.

 „Das ökologische, nachhaltige und ressourcenschonende Bauen mit Holz muss daher beim Wohnungsbau sowie bei Nachverdichtungen und Lückenschließungen im Bestand auch weiter im Fokus bleiben. Damit der Holzbau als gleichberechtigte Alternative zu anderen Bauweisen anerkannt wird, gilt es die Rahmenbedingungen weiter zu verbessern und die Bauordnungen der Bundesländer dem aktuellen Stand der Technik anzupassen“, forderte Peter Aicher, Vorsitzender von Holzbau Deutschland.

Wie sich der Umsatz im Holzbau in 2020 und darüber hinaus entwickeln wird und welche Auswirkungen die Corona-Pandemie haben wird, ist zum gegenwärtigen Zeitpunkt nicht seriös einzuschätzen. Ungeachtet der aktuellen Situation ist der Holzbau bis Anfang März von einem weiteren Umsatzanstieg um 5 Prozent ausgegangen. Der Wert stützt sich auch auf die verhaltende Zuversicht der Unternehmer aus der Konjunkturumfrage von Holzbau Deutschland.

Holzbau
Der Holzbau ist auch in Zeiten der Corona-Pandemie gefragt und setzt seinen Aufwärtstrend fort. Foto: Regnauer Hausbau

Gute Aussichten für Berufseinsteiger im Holzbau

Die Attraktivität des Holzbaus ist ungebrochochen hoch. Die Diskussionen um Nachhaltigkeit, Klimaschutz und CO2-neutrales Bauen rücken die ressourcenschonende und energieeffiziente Bauweise zunehmend in den Fokus von Planern, Architekten, Ingenieuren und Bauherren sowie der Politik.

Gute Aussichten also für Berufseinsteiger/-innenZudem. Zudem bietet der Beruf der Zimmerin/des Zimmerers den Auszubildenden die Möglichkeit sich durch weitere Aufstiegsfortbildungen und Qualifizierungen eine langfristige Berufskarierre mit vielfältigen Perspektiven aufzubauen. Er kombiniert klassische handwerkliche Tätigkeiten mit High-Tech und modernster computerbasierter Technik.

Fachkräfte sind gesucht und werden im Holzbau-Betrieb ausgebildet

Die Branche ist auf qualifizierte Fachkräfte angewiesen. Vor allem auch aufgrund der hohen Auftragslage. Da Fachkräfte jedoch durch den Wettbewerb aller Branchen knapp sind, bilden viele familiengeführte Unternehmen ihre Nach­wuchskräfte im eigenen Betrieb aus. Der unverändert hohen Ausbildungsbereitschaft der Unternehmer ist es zu verdanken, dass die Auszubildendenzahlen konstant geblieben sind.

Quelle: Holzbau Deutschland

Holzverwendung nützt dem Klima als Kohlenstoffspeicher

Unser Wald ist ein effektiver Kohlenstoffspeicher. Aktuell speichern Bäume und Böden der Wälder bundesweit etwa 1,23 Milliarden Tonnen Kohlenstoff, weitere 34 Millionen Tonnen sind im Totholz gespeichert, Tendenz steigend. Damit entlastet der Wald die Atmosphäre jährlich um rund 62 Millionen Tonnen Kohlendioxid. Das entspricht sieben Prozent der Emissionen in Deutschland. Mehr Holznutzung bedeutet zusätzliche Kohlenstoffspeicherung in Holzprodukten.

Das Bauen, Heizen oder die Stromerzeugung mit Holz ersetzen die CO2-intensive Aufbereitung und Verwendung der begrenzt vorrätigen fossilen Ressourcen Kohle, Öl und Gas. Die Substitutionseffekte der stofflichen und energetischen Holzverwendung eingerechnet, verdoppelt sich der Kompensationseffekt der Waldnutzung auf 120 Millionen Tonnen CO2-Einsparung pro Jahr.

Der positive Klimaeffekt ist am größten bei regionaler Verwendung von Holz, das nach langfristiger Mehrfachnutzung am Ende der Nutzungskette zur Energieerzeugung eingesetzt wird. Dabei leistet auch die energetische Nutzung von Holz einen Beitrag zum Klimaschutz.

Holz-Fertighäuser sind die effektivsten Kohlenstoffspeicher für unser Klima

Je mehr Holz beispielsweise beim Bauen von Einfamilienhäusern oder beim mehrgeschossigen Bauen verwendet wird um so mehr dient das Bauholz als wichtiger Kohlenstoffspeicher. Denn nur Holz hat die Fähigkeit das klimschädliche CO2 aus der Luft zu filtern und den Kohlenstoff im Holz einzulagern.

Kohlenstoffspeicher Holz
Der Baustoff Holz dient als Kohlenstoffspeicher und dem Klimaschutz. Foto: Keitel Haus

Nach einer Mitteilung des Bundesverbandes Deutscher Fertigbau (BDF) hat der Fertigbau mit Holz seinen Marktanteil an den genehmigten Ein- und Zweifamilienhäusern im Jahr 2019 auf 20,8 Prozent ausgebaut. Erstmals übertraf die klimapositive Holzfertigbauweise damit die Marke von 20 Prozent. 2018 hatte die Fertigbauquote bei 19,6 Prozent und um die Jahrtausendwende noch bei vergleichsweise mageren 13,5 Prozent gelegen.

Insgesamt wurden von Januar bis Dezember 2019 101.569 neue Ein- und Zweifamilienhäuser genehmigt, davon 21.171 Fertighäuser. In zehn von zwölf Monaten lag die Fertigbauquote deutschlandweit über 20 Prozent. Zum Jahresabschluss im Dezember sogar bei 22,5 Prozent. Im Vergleich der Bundesländer stechen Baden-Württemberg und Hessen mit Fertigbauquoten von 36,9 bzw. 30,6 Prozent besonders positiv heraus. Ein Auswahl an Holzhaus-Herstellern in Deutschland und Beiträgen zu Holz als Kohlenstoffspeicher finden Sie auf dem Ratgeber-Portal Holzbauwelt.de. Eine Übersicht über Holzfertighäuser von Keitel Haus erhalten Sie mit dem Link.

Klimaveränderung fordert den Umbau des Waldes heraus

Durch die nachhaltige, naturnahe Waldbewirtschaftung stellt die Forstwirtschaft sicher, dass der Wald nicht übernutzt wird. Pro Jahr wird weniger Holz eingeschlagen als im gleichen Zeitraum nachwächst. Mit dem schrittweisen Waldumbau – von nadelbaumdominierten Wäldern hin zu naturnahen Mischwäldern – wird der bewirtschaftete Wald seit den 1990-er Jahren an die Erfordernisse des Klimawandels angepasst und die biologische Vielfalt erhöht. So fungiert der Wald weiterhin als Kohlenstoffspeicher für unser Klima.

 

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