Nachhaltigkeit kommt aus der Forstwirtschaft

Alle Welt spricht von Nachhaltigkeit und sinnvollem nachhaltigem Wirtschaften. Der Begriff Nachhaltigkeit ist schon über 300 Jahre alt! Im Jahre 1713 war er die forstwirtschaftliche Antwort auf die verheerende Übernutzung der Wälder und wurde erstmalig von Hans Carl von Calowitz (1645-1714), Oberberghauptmann in Kursachsen, verwendet.

Nachhaltigkeit in der Forstwirtschaft bezeichnet die angewandte Praxis der Bewirtschaftung im Forstbetrieb. Das Handlungsprinzip zur Ressourcennutzung ist abgestimmt auf die Bewahrung der wesentlichen Eigenschaften: Der Stabilität und der natürlichen Regenerationsfähigkeit des Waldes, die im Vordergrund steht.

Dieses forstwirtschaftliche Handlungsprinzip wurde erstmals für die sich zu Beginn des 18. Jahrhunderts als Folge der übermäßigen Waldvernichtung entwickelnden Forstwirtschaft formuliert. Der „Waldmacher“ des Freistaates Thüringen mit rund 550.000 Hektar Waldfläche ist „ThüringenForst“ und hat sich dem Prinzip der Nachhaltigkeit verpflichtet: „Nachhaltigkeit bedeutet für uns, nur soviel Holz zu nutzen, wie wieder nachwächst.“

Es bedeutet aber auch, den zukünftigen Generationen die lebensnotwendigen positiven Wirkungen des Waldes und die Leistungen der Forstwirtschaft mindestens in dem Maße zur Verfügung zu stellen, wie sie den heute lebenden Generationen zur Verfügung stehen.

Dies ist in Leitlinien von ThüringenForst festgeschrieben: „Unser Handeln für den Wald ist jederzeit allgemeinwohl- und zukunftsorientiert. Es ist in allen Bereichen nach dem Prinzip der Nachhaltigkeit ausgerichtet.“ Dass der Begriff der Nachhaltigkeit und nachhaltiges Wirtschaften nicht nur ein Lippenbekenntnis ist, sieht man am forstwirtschaftlichen Neubau „Forstamt Jena-Holzland“ in Stadtroda in Ostthüringen, das ein Forstamt sowie die Forstinspektion Ost beherbergt.

Nachhaltigkeit beim Bauen wird belohnt – Deutscher Holzbaupreis 2019 für Forstamt Jena-Holzland

Nachhaltigkeit
Nachhaltigkeit ist das Prinzip der Forstwirtschaft. Forstamt Jena Holzland. Foto: Thomas Eicken

Das Gebäude ist als konstruktiver Holzbau über einem kleinen Untergeschoss aus Beton errichtet. Das Tragskelett und die hybriden Holz-Beton-Verbunddecken bestehen aus BauBuche. Dieser in Thüringen entwickelte Furnierwerkstoff aus heimischer Buche ermöglicht es aufgrund seiner Materialeigenschaften, leistungsfähigere Holzkonstruktionen als bisher zu realisieren. Die hinterlüftete Fassade ist als Holzrahmenbau mit Lärchenholzschalung oder Putzfassade ausgeführt.

Großzügige Glasflächen des Innenhofs erleichtern die externe und interne Kommunikation und erlauben den Blick auf die Holztragkonstruktion. Im Inneren des Gebäudes wurden zahlreiche heimische Hölzer verbaut. Als konstruktiver Holzbau mit einer Kombination aus bewährten und neuartigen Materialien zeigt der Entwurf, was Holz als nachwachsendes und wirtschaftliches Baumaterial leisten kann.

lebt in Stuttgart und betreibt als unabhängiger Holzhaus-Experte aus Leidenschaft verschiedene Blogs und das Portal holzbauwelt.de. Er informiert über Trends im Wohnungs- und Gewerbebau mit dem Baustoff Holz und Fördermöglichkeiten für den privaten Bauherr. E-Mail senden