Förderung für mehr Holzverwendung Charta für Holz 2.0

Die Charta für Holz 2.0 ist ein Meilenstein im Klimaschutzplan 2050 der Bundesregierung. Bundeslandwirtschaftsminister Christian Schmidt hat sie am 26. April 2017 in Berlin vorgestellt.

Unter dem Motto „Klima schützen. Werte schaffen. Ressourcen effizient nutzen“ zielt die Charta für Holz 2.0 darauf ab, mehr Holz aus nachhaltiger Forstwirtschaft zu verwenden. Zugunsten von Klimaschutz, Arbeitsplätzen und Wertschöpfung im ländlichen Raum sowie zur Schonung endlicher Ressourcen. Denn Holz ist Deutschlands bedeutendster nachwachsender Rohstoff, der energieintensive, endliche Materialien und erdölbasierte, fossile Ressourcen ersetzen kann – zum Beispiel beim Bauen, im Alltag oder in ganz neuen Anwendungsbereichen.

Handlungsfelder der Charta für Holz 2.0

Die Charta benennt sechs Handlungsfelder:

  • Bauen mit Holz in Stadt und Land: Klimafreundliches Bauen mit Holz bietet Potenziale bei knappem Wohnraum durch kurze Bauzeiten, geringes Gewicht bei hoher Tragfähigkeit und Flexibilität
  • Potenziale von Holz in der Bioökonomie: Neue Produkte aus Holz; Wertschöpfung insbesondere bei der Verwendung von Laubholz erhöhen
  • Material- und Energieeffizienz: Herstellungsprozesse und Produkte verbessern, Kreislaufwirtschaft und Kaskadennutzung weiter ausbauen
  • Ressource Wald und Holz: Holzaufkommen nachhaltig steigern, arten- und strukturreiche sowie produktive Wälder weiterhin sicherstellen, Kleinprivatwald stärken
  • Cluster Forst und Holz: Wettbewerbsfähigkeit und Branchenvernetzung verbessern, Transfer zwischen Praxis und Forschung ausbauen.
  • Wald und Holz in der Gesellschaft: Informationsaustausch mit der Öffentlichkeit über positive Effekte der Nutzung und Verwendung von Holz aus nachhaltiger Waldbewirtschaftung
  • Forschung und Entwicklung als Querschnittsthema
Charta für Holz 2.0
Charta für Holz 2.0 steht für die nachhaltige Verwendung und Nutzung von Holz

Gleichberechtigung für Holz im mehrgeschossigen Bauen

In den letzten 20 Jahren wurde intensiv an der Weiterentwicklung der Holzbauweise gearbeitet. So liegen jetzt schon umfangreiche Forschungserkenntnisse vor, die brandsichere Holzbaukonstruktionen ermöglichen. Bislang wurden diese Erkenntnisse in bauordnungsrechtlichen Regelungen jedoch nicht wirklich berücksichtigt. Die bereits heute realisierten Objekte, die trotz der bauaufsichtlichen Einschränkungen dank der besonderen Anstrengungen von Planern und Bauherren umgesetzt wurden, demonstrieren aber, dass der Brandschutz auch im Holzbau höchsten Ansprüchen genügen kann.

Brandschutztechnische Grundlagen stehen im Fokus des am 1. August startenden Verbundprojekts „TIMpuls“, welches von der TU München koordiniert und vom Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL) gefördert wird. Wissenschaftlich fundierte Kenntnisse sollen dabei helfen, die baurechtlichen Restriktionen für den mehrgeschossigen Holzbau zu überwinden. Im Rahmen der Auftaktveranstaltung „Charta für Holz 2.0“ überreichte Bundeslandwirtschaftsminister Schmidt Ende April den Förderbescheid für das Vorhaben.

lebt in Stuttgart und betreibt als unabhängiger Holzhaus-Experte aus Leidenschaft verschiedene Blogs und das Portal holzbauwelt.de. Er informiert über Trends im Wohnungs- und Gewerbebau mit dem Baustoff Holz und Fördermöglichkeiten für den privaten Bauherr. E-Mail senden