Die Wertschöpfungskette Forst-Holz und ihr Beitrag zur Bioökonomie

Ausgangspunkt der Bioökonomie stellt die nachhaltige Nutzung nachwachsender Rohstoffe dar. Der Rohstoff Holz zählt auf die Masse bezogen zu den wichtigsten und auch vielseitigsten nachwachsenden Rohstoffen. In 2020 wurden in bayerischen Wäldern 18 Mio. Festmeter Holz geerntet. Davon entfielen 86 % auf Nadelholz und 14 % auf Laubholz.

Die Forst- und Holzwirtschaft trägt mit 42,3 Mrd. € (ohne Papierindustrie) zu knapp einem Viertel zum Gesamtumsatz der Bioökonomie in Deutschland bei. Die Papierindustrie verdoppelt den Beitrag der Forst- und Holzwirtschaft auf 84,5 Mrd. €. Damit ist die Forst- und Holzwirtschaft eine der tragenden Säulen der Bioökonomie in Deutschland. Die Nachfrage nach Holz und Holzprodukten nimmt stetig zu. Neben traditionellen Holzprodukten (z.B. Schnittholz, Holzwerkstoffe, Papier) werden neue holzbasierte Produkte entwickelt (z.B. Plattformchemikalien, Textilien, Energiespeicher).

Wie begehrt Holzprodukte sind, zeigt beispielsweise die seit Jahren steigende Holzbauquote in Bayern. 2020 lag sie bei 23,2 % im Wohnungsbau. So wurde in jüngster Vergangenheit deutlich, wie entscheidend eine zuverlässige Rohstoffbereitstellung und funktionierende Lieferketten in einer biobasierten Wirtschaft sind. Hohe Nachfragespitzen bei bestimmten Holzprodukten führten zu Lieferengpässen und teilweise langen Lieferzeiten. Bis dahin übliche Bestell- und Planungszeiten hatten keine Gültigkeit mehr. So zeigte der Sommer 2021, wie essenziell zuverlässige Versorgungsstrukturen, langfristige Versorgungsstrategien und stabile Rahmenbedingungen für verarbeitende Betriebe und Handel entlang der gesamten Wertschöpfungskette sind.

Bioökonomie
Bioökonomie – der Wachstumstrend für holzbasierte Materialien setzt sich fort

Verfügbarkeit und Nutzung des Rohstoffes Holz sicherstellen

Die holzbasierte Bioökonomie ist auf die Verfügbarkeit und die Nutzung des Rohstoffs Holz angewiesen. Entscheidend für die Sicherstellung der Rohstoffverfügbarkeit ist der Erhalt und die Pflege der heimischen Wälder zur forstlichen Rohstoffproduktion. Dies bedeutet, die vielseitigen Nutzungsmöglichkeiten im Einklang mit den Ökosystemdienstleistungen des Waldes voranzutreiben – entsprechend des Leitmotivs der nachhaltigen Waldbewirtschaftung in Bayern „Schützen durch Nutzen“.

Ob und wann Holz der Nutzung zugeführt wird entscheiden die Waldbesitzer*innen. Wann geerntet wird und an wen verkauft wird, ist vor allem bei Privatwaldbesitzern eine individuelle Entscheidung, die von wirtschaftlichen Entscheidungen, demographischen Faktoren und zeitlichen Kapazitäten abhängt. Insbesondere im Privatwald besteht ein erhebliches Erschließungspotenzial, das durch gezielte Motivation der Waldbesitzer*innen freigesetzt werden kann und so möglichen Versorgungsengpässen entgegenwirkt. Hier bedarf es der Zusammenarbeit innerhalb der Wertschöpfungskette auf Augenhöhe mit Inwertsetzung der Rohstoffproduktion.

Bioökonomie
Zukunft der Bioökonomie in Bayern durch nachhaltige Waldbewirtschaftung

Handlungsempfehlungen des Sachverständigenrat Bioökonomie Bayern, um die Transformation hin zu biobasiertem Wirtschaften effizient und effektiv zu unterstützen:

  • Sicherung der Ökosystemleistungen des Waldes bei nachhaltiger Bewirtschaftung
  • Steigerung der Motivation zur privaten Waldbewirtschaftung
  • Förderung alternativer Baumarten
  • Erschließung von Holzressourcen
  • Stärkung vorhandener und Aufbau regionaler Versorgungsnetzwerke
  • Anpassung der rechtlichen Rahmenbedingungen zur Förderung der Holznutzung
  • Stärkung von Forschung, Entwicklung und Innovation

Das vollständige Papier zur Wertschöpfungskette Forst-Holz und ihr Beitrag zur Bioökonomie finden Sie hier.

lebt in Stuttgart und betreibt als unabhängiger Holzhaus-Experte aus Leidenschaft verschiedene Blogs und das Portal holzbauwelt.de. Er informiert über Trends im Wohnungs- und Gewerbebau mit dem Baustoff Holz für Bauherren, Investoren, Planer im modernen Holzbau. E-Mail senden