Waldvision setzt auf die nachhaltige Verwendung von Holz

In Deutschland gibt es insgesamt 11,4 Millionen Hektar Wald, das ist ein Drittel der Fläche der Bundesrepublik. Die eine Hälfte dieser Wälder ist in Privatbesitz, die andere Hälfte befindet sich in der öffentlichen Hand. „Der Zustand unserer heimischen Wälder hat sich in den vergangenen zwanzig Jahren aus ökologischer Sicht leicht verbessert“, sagt Dr. Hannes Böttcher vom Öko-Institut

Eine Frage, die für eine Studie des Öko-Instituts eine wichtige Rolle spielen sollte. Denn für Greenpeace haben die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler im Projekt „Waldvision Deutschland“ analysiert, wie sich unterschiedliche Arten der Waldbewirtschaftung auf den Beitrag der Wälder zum Klimaschutz durch Kohlenstoffspeicherung auswirken.

„Wird die aktuelle Bewirtschaftung der Wälder so fortgeführt wie bisher, nehmen sie nach unseren Berechnungen in den nächsten 90 Jahren durchschnittlich 17,2 Millionen Tonnen Kohlendioxid im Jahr auf“, erklärt Dr. Klaus Hennenberg, Senior Researcher am Öko-Institut, „wird die Bewirtschaftung intensiviert, wie es die Holzindustrie fordert, sinkt diese Zahl auf 1,4 Millionen Tonnen CO2 jährlich ab.“ Bei einer ökologischeren Bewirtschaftung jedoch kann der Beitrag der Wälder zum Klimaschutz deutlich steigen, so das Szenario „Waldvision“: Bis zu 48 Millionen Tonnen CO2 könnten sie dann binden, das entspricht etwa der Hälfte der jährlichen Kohlendioxidemissionen von Pkw in Deutschland.

Waldvision
Waldvision soll den Rohstoff Holz sichern

Waldvision fordert nachhaltige Waldbewirtschaftung und Holznutzung

Bei der Betrachtung der Umwelt- und Klimafragen rund um das Thema Waldbewirtschaftung muss auch die Nutzung des Rohstoffs Holz einbezogen werden. „In Deutschland wird sehr viel Holz direkt verbrannt – insgesamt knapp 30 Prozent des in Deutschland eingeschlagenen Holzes wird energetisch genutzt“, sagt Dr. Klaus Hennenberg, „gerade Laubholz landet zu oft sofort im Ofen. Dabei wäre es für das Klima besser, damit Dämmstoffe zu produzieren, um weniger Heizenergie zu verbrauchen.“

Optimal ist es für das Klima nämlich, wenn das Holz fest und langfristig verbaut wird. „Holz im Hausbau ist ein toller Werkstoff, der sich für zahlreiche Anwendungen lohnt“, so der Experte vom Öko-Institut. Zusätzlich können so andere Rohstoffe ersetzt werden, die in ihrer Produktion mehr Emissionen verursachen, wie zum Beispiel Aluminium oder Kunststoffe. Solche sogenannten Substitutionseffekte können dabei helfen, die Emissionen in anderen Sektoren zu verringern. „Im Grunde muss es aber darum gehen, den Ressourcenverbrauch insgesamt zu verringern, das gilt auch für die Holznutzung“, so Hennenberg.

Im Szenario Waldvision wird im Durchschnitt 25 Prozent weniger Holz geerntet als im Basisszenario, in dem der Wald weiter bewirtschaftet wird wie heute. Heißt das, es muss Holz importiert werden, um den Bedarf zu decken? „Das ist ein Risiko, wenn wir weiter Holz verschwenden – wir müssen darüber nachdenken, wie wir den Holzverbrauch insgesamt verringern können“, so Dr. Hannes Böttcher. Dazu gehört aus Sicht der Experten und Expertinnen vom Öko-Institut zunächst, Holzprodukte möglichst lange zu nutzen und so oft wie möglich wiederzuverwenden.

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Holz soll als nachhaltiger Rohstoff dauerhaft zur Verwendung im Hausbau zur Verfügung stehen

„Holz lässt sich in einer so genannten Kaskadennutzung wiederverwenden“, sagt der Wissenschaftler. Dafür müssen Holzprodukte jedoch so gestaltet werden, dass sie unkompliziert demontiert, eingesammelt und aufbereitet werden können. Das erhöht die Recyclingfähigkeit von Holzprodukten. „Jedes Jahr fallen allein in Deutschland sechs Millionen Tonnen Altholz an, das nur zu einem Drittel stofflich verwertet wird, zum Beispiel für Spanplatten“, erklärt Böttcher, „zwei Drittel hingegen müssen verbrannt werden, weil das Holz etwa durch Farben oder Leime mit Schadstoffen belastet ist und deswegen nicht wiederverwendet werden kann.“

Es ist der Wald, der uns diesen wertvollen Rohstoff liefert. Der unverzichtbare Beiträge für Biodiversität und Klimaschutz leistet. In dem wir uns erholen. Wir müssen einen Weg finden, unsere Waldnutzung so zu gestalten, dass der Wald seine unverzichtbaren Beiträge auch in Zukunft leisten kann.

lebt in Stuttgart und betreibt als unabhängiger Holzhaus-Experte aus Leidenschaft verschiedene Blogs und das Portal holzbauwelt.de. Er informiert über Trends im Wohnungs- und Gewerbebau mit dem Baustoff Holz und Fördermöglichkeiten für den privaten Bauherr. E-Mail senden